Beitragserhöhung 2014 in der PKV: Richtig reagieren & sparen

Beitragserhöhung PKV
Verschiedene Faktoren sorgen für regelmäßige Beitragserhöhungen in der PKV

Der demografische Wandel und die steigenden Kosten im Gesundheitssystem zwingen viele private Krankenkassen am Ende des Jahres immer wieder zu Beitragserhöhungen. Manche privat Versicherte werden nahezu jedes Jahr mit Beitragsanpassungen konfrontiert.

Betroffene haben verschiedene Handlungsoptionen, um den steigenden Beiträgen zu entgehen. Denn nicht alle Unternehmen und Tarife sind gleich stark von den PKV-Beitragsanpassungen betroffen. In vielen Fällen gibt es sogar Beitragssenkungen für einige Policen. Das können Versicherte nutzen, deren Beiträge steigen. Allerdings: Je nach Alter und Tarif sind unterschiedliche Gegenmaßnahmen sinnvoll. Wir zeigen Ihnen einige Optionen.

Info-Video: Hintergründe und Auswege bei steigenden Beiträgen

Was tun gegen steigende Beiträge: 5 Handlungsoptionen

1. Den Anbieter wechseln

Erhöht die private Krankenversicherung jährlich spürbar die Beiträge erscheint der Wechsel zu einem anderen Unternehmen sinnvoll. Jedoch lohnt sich solch ein Wechsel meist nur für Personen, die erst wenige Jahre privat versichert sind. Hauptgründe:

  • Inzwischen aufgetretene Krankheiten können zu Risikoaufschlägen oder Leistungsausschlüssen führen.
  • Die angesparten Altersrückstellungen fürs Alter können nicht vollständig mitgenommen werden, wodurch höhere Beiträge entstehen.
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2. Zu einem Tarif beim eigenen Unternehmen wechseln

Der Wechsel zu einem anderen Tarif des eigenen Anbieters ist in vielen Fällen lohnenswert. Vor allem weil die Altersrückstellung vollständig übertragen werden kann. Viele Versicherer bringen von Zeit zu Zeit neue Tarife auf den Markt, die attraktive Konditionen bieten.

Hinweis: Das Wechselrecht innerhalb der eigenen Versicherung gilt nur für “gleichartige Tarife”. Bei Tarifen, deren Leistungsumfang über dem bisherigen liegt, kann die Versicherung den Wechsel ablehnen. Es besteht aber die Möglichkeit Mehrleistungen vertraglich auszuschließen oder eine erneute Gesundheitsprüfung nur für die Mehrleistung abzulegen.

Tipp
Tarife genau vergleichen!

Wer zu einem anderen privaten Versicherer oder intern zu einem anderen Tarif wechseln möchte, sollte nicht nur die Beiträge vergleichen, sondern auch die Leistungen sowie die Entwicklungen der Beiträge im Laufe der Jahre im Blick haben.

Beiträge um bis zu 50% senken mit einem Tarifwechsel

Optionen mit kurzfristiger Ersparnis bei Leistungsnachteilen

Folgende Optionen bringen zwar eine kurzfristige Ersparnis, sind aber mit deutlichen Nachteilen bei der Versorgung verbunden. Selbst wenn Versicherungen oder Makler diese Schritte empfehlen, sollten Versicherte besonders genau abwägen. Oft sind diese Möglichkeiten später mit höheren Kosten im Krankheitsfall verbunden.

3. Selbstbehalt erhöhen

Durch die Erhöhung des Sebstbehalts der privaten Krankenversicherung sinken die Kosten mitunter erheblich - In manchen Fällen sogar so stark, dass Versicherte auch dann weniger zahlen, wenn Behandlungs- und Arzneikosten laut Tarif selbst zu zahlen sind. Die Beitragsersparnis lässt sich folgendermaßen berechnen:

Effektive Ersparnis = alter Monatsbeitrag - neuer Monatsbeitrag - 1/12 des jährlichen Selbstbehalts

Vor allem für Selbständige in der Privatkasse lohnt diese Option. Angestellte hingegen teilen sich den Beitrag mit dem Arbeitgeber, nicht aber den Selbstbehalt. Versicherte sollten diesen Schritt aber nur wählen, wenn sie finanziell in der Lage sind, den vollen Selbstbehalt im Ernstfall wirklich zu zahlen. Später den Eigenbeitrag wieder zu reduzieren ist nur selten möglich.

4. Leistungen senken  

Der Verzicht auf Leistungen kann einige Ersparnisse bewirken. Ein Beispiel: Bereits die Umstellung vom Ein- aufs Zweibettzimmer bei Krankenhausaufenthalten kann bis zu 30 Euro Ersparnis monatlich erzielen. Wer ganz auf Sonderbehandlungen im Krankenhaus vezichtet, kann sogar noch einiges mehr einsparen. Wie bei der Reduzierung des Selbstbehaltes gilt aber auch hier: Wägen Sie gut ab, bevor Sie bestimmte Risiken aus Ihrem Leistungskatalog streichen! Denn Kosten für einmal reduzierte Leistungen müssen Sie im Ernstfall selbst tragen!

5. Wechsel zur GKV

Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist mit strengen Auflagen verbunden und kommt nur für Versicherte in Frage, deren Einkommen regelmäßig unter die Versicherungspflichtgrenze von 4.462,50 Euro monatlich fällt. Versicherte sollten sich bewusst darüber sein, dass auch die gesetzliche Krankenversicherung immer wieder von Beitragserhöhungen oder Leistungsreduzierungen betroffen ist. Für Über-55-Jährige ist dieser Schritt gänzlich versperrt. Hier lohnt eher ein Tarifwechsel innerhalb der der Gesellschaft.

Achtung
Kündigung der Krankenversicherung ausgeschlossen

Eine Kündigung der privaten Krankenversicherung ohne anschließenden Krankenversicherungsschutz ist in Deutschland seit 2009 nicht mehr möglich. Seither gilt die gesetzliche Krankenversicherungspflicht für alle Versicherten.

Liste der Beitragsanpassung (BAP) & Beitragsgarantien 2014

Beitragsanpassungen finden in regelmäßigen Abständen statt. In einigen Tarifen gibt es Beitragserhöhungen, andere Tarife werden dagegen günstiger. Folgende Tabelle zeigt die Anpassungen für 2013 in der privaten Vollversicherung (Tarife für Angestellte bzw. PKV für Selbständige & Freiberufler). 

Gleichzeitig sprechen viele Unternehmen Beitragsgarantien für die nächsten Jahre aus, wie beispielsweise die Anbieter BBKK, CSS, Hallesche, Mannheimer oder die UKV. Allerdings gelten diese nur für ganz bestimmte Tarife des jeweiligen Unternehmens. Deshalb kann es in anderen Tarifen derselben Gesellschaft parallel auch Beitragsanpassungen geben.

Anbieter*max. Erhöhung (%)max. Senkung (%)BAP gültig abmax. Garantie
Allianz+12
(Ergänzungstarif AP02)
-13 
(AktiMed Plus 100U)
01.01.201431.12.2014
Alte Oldenburger+16 (Tarif Z80/60)-11 (Tarife Z100/80/ Z80/60)31.12.201431.12.2014
ARAG+27 (Tarif 548)-2 (Tarif 520)01.01.201431.12.2014
Barmenia+13 (Tarif VZD1+)-7 (Pflegefördergeld)01.01.201431.12.2014
BBKK+70 (Tarif Zahn 1 f. Kinder)-45 (Tarif ExpertPLUS)01.01.2014
01.05.2014
31.12.2014
Central+18 (ETS28U/ ETSO28U)-01.01.2014-
Deutscher Ring+41 (Tarif BEW)-9 (Tarif Esprit MX)01.01.2014-
Gothaer**+22 (MediVita Z90 f. Kinder)-27 (MediClinic U f. Kinder)31.12.201431.12.2014
Inter**+17 (Tarife ZAK 3S U/ ZAK V 2 U)-13 (Tarif ZAK 2 U)01.01.201431.12.2014
LKH+8 (Tarife Z61/ Z61/ Z80/ Z 81)-01.01.2014-
LVM+28 (Tarif KT365) -12 (Kurtagegeld)01.01.2014-
Mecklenburgische+21 (Tarif proMETA52)01.01.2014-
Münchener Verein+148 (Excellent 728 f. Kinder)-19 (Excellent 730 f. Kinder)01.01.2014-
Nürnbergerkeine bekannt-26 (Ergänzungstarif ZR)01.01.201431.12.2014
R+V**+22 (Blick + Check premium)-5 (Tarif Zahn comfort)01.01.201431.12.2014
SDK+17 (Tarife der AZ-Reihe)-01.01.2014-
uniVersa+12 (uni-intro|Privat 600/ uni-intro|Privat-Spezial)-21 (Tarif uni-KT-22)01.01.2014 bzw. 31.12.201431.12.2014
Württembergische+36 (Tarif KTU 365)-01.01.201431.12.2014

Quelle: BAP-Guide der Gewa-Comp GmbH. Alle Angaben gelten über alle Tarifgruppen nach Alter der Versicherten im Neugeschäft (ausgenommen Mediziner- und Beihilfe-Tarife).

 * Auswahl der besonders häufig betroffenen und durch Versicherte nachgefragte Gesellschaften. Der Redaktion liegen die Daten für 40 Gesellschaften vor.

** Beitragsanpassungen noch ungenehmigt.

Kostenanpassungen für weitere Berufsgruppen (2014)

In speziellen Tarifen für Mediziner sowie für Beihilfeberechtigte (Beamte) gibt es gesonderte Beitragsanpassungen.

AnbieterÄrzte (Human- & Zahnmediziner)Beamte (inkl. Anwärter)
max. Erhöhung (%)max. Senkung (%)max. Erhöhung (%)max. Senkung (%)
Alte Oldenburgerkeine bekanntkeine bekannt+12 (Tarif K525 f. Kinder)keine bekannt
ARAGkeine bekanntkeine bekannt+17 (Tarife der 2xx-Reihe)keine bekannt
Barmenia+13 (Tarif VZD1+)keine bekannt+46 (Kurzusatz VK100U)-7 (Tarife der MS-Reihe)
Deutscher Ringkeine bekanntkeine bekannt+41 (Tarif BEW)- 8 (mehrere Beihilfetarife)
Gothaer*keine bekanntkeine bekannt+47 (Tarif BE f. Kinder)-1 (Tarif BZ 20E)
Inter*+17 (ZAK 3S U/ ZAK V2 U)-13 (ZAK 2 U f. Kinder)+15 (Tarife BW 100/ 50/ 30 U)keine bekannt
LVMkeine bekanntkeine bekannt+9 (Zahntarife)-10 (Tarife der SB 3-Reihe)
Münchener Vereinkeine bekanntkeine bekannt+26 (Beihilfe-Ergänzung BET 725)-15 (Plus 734 f. Kinder)
SDKkeine bekanntkeine bekanntkeine bekannt-2 (Tarife f. Kinder)
UKV+15 (Tarif VM200)keine bekannt+13 (BW-Tarife f. Kinder)-16 (Tarif BEZ)
uniVersa+5 (uni-ZAM 100)-13 (uni-AM 620)+15 (uni-ST 1/20R)- 5 (Beihilfe-Ergänzungstarife

Quelle: BAP-Guide der Gewa-Comp GmbH. Alle Angaben gelten über alle Tarifgruppen nach Geschlecht und Alter der Versicherten im Neugeschäft (nur Mediziner- und Beihilfe-Tarife).

* Beitragsanpassungen noch ungenehmigt.

HUK Coburg & DKV: Beitragserhöhung zum April 2014

Um die Belastungen für ältere Versicherte noch besser abzufedern, planen die privaten Versicherer laut versicherungsmagazin.de moderate Beitragserhöhungen um etwa vier Prozent für alle Versicherten. Dies würde dann auch die Kunden der HUK betreffen. Über weitere, individuelle Erhöhungen bei der HUK für 2014 ist derzeit nichts bekannt.

Die DKV gibt in ihren Vollversicherungstarifen sowohl im Neu-, als auch im Bestandsgeschäft weitgehende Beitragsgarantien. Während sich die meisten Bestandskunden auch in den anderen Versicherungen über Garantien freuen können, sind für Neukunden Anpassungen beim Krankentagegeld geplant. Diese reichen von Beitragssenkungen bis zu 11 Prozent bis zu Beitragserhöhungen von 13 Prozent.

Bei der HUK steigt im Neugeschäft zum 1.3.2014 der Vollversicherungstarif Komfort3 für Erwachsene um 3 Prozent, während für Kinder die Tarife SelectPro3 (16 Prozent) und SelectPro2 (5 Prozent) sinken. Die Altersbeitragsentlastung steigt für Erwachsene in einigen Tarifen um ein bis zwei Prozent.

Die meisten Versicherer passen ihre Beiträge jährlich jeweils zum 1. Januar an. Einige wenige, wie die HUK, aber auch die DKV, nehmen ihre Beitragsanpassungen zum 01. April vor. 2014 geben viele Versicherer Beitragsgarantien.

Verzinsung der Rückstellungen

Auch die Nettoverzinsung der Altersrückstellungen spielt bei der Beitragserrechnung eine Rolle. Je höher die Altersrückstellungen verzinst werden können, desto geringer wird das Risiko für Beitragserhöhungen. Durch die momentan schwierige Lage an den Kapitalmärkten wird es für die Versicherer zunehmend schwerer, angemessene Zinsen auf die Altersrückstellungen zu erwirtschaften.

Beitragsentwicklungen für weitere Anbieter im Detail

Allianz Krankenversicherung

Aktuell bestehen im Neugeschäft für die Vollversicherungstarife MB100 und MP100 sowie für die Medizinertarife Beitragsgarantien bis 31.12.2014. In den Tarifen der Reihe AMB sowie AMP können sich Neukunden über Beitragssenkungen von bis zu 13 Prozent freuen. Im Bestand existieren Beitragstendenzen in den Tarifen 764E (Kinder), 767E (Jugendliche), 780E (Kinder) nach oben und im Tarif 780E (Jugendliche) nach unten (zum 1. April 2014).

Beitragsgarantien und sogar Beitragssenkungen gibt es ebenfalls für viele Zusatzversicherungen der Allianz. So werden die Prämien beispielsweise in einigen GKV-Ergänzungstarifen gesenkt, im Pflegezusatztarif PZTB02 geht es um zwölf Prozent runter. In einigen GKV-Ergänzungstarifen sind aber auch Erhöhungen um bis zu zwölf Prozent angekündigt.

Die letzte Beitragsanpassung der Allianz fand zum September 2012 in einigen Beihilfetarifen statt, teilweise mit Prämiensenkungen von bis zu acht Prozent. Im Kurtarif 591 wurden Reduzierungen von bis zu zehn Prozent in allen Altersgruppen gewährt.

Alte Oldenburger

Kunden der Alten Oldenburger können sich bis 31.12.2014 über zahlreiche Beitragsgarantien in ausgewählten Tarifen freuen. Teurer wird es dagegen für Angestellte, Selbständige und Freiberufler in den Tarifen A118 sowie für Kinder in den Tarifen Z100/80 und Z80/60. Beamte müssen demgegenüber vor allem bei den Produkten mit Mehrbettzimmer tiefer in die Tasche greifen. Auch in den Tarifen für beihilfeberechtigte Kinder kann es Beitragserhöhungen der Alten Oldenburger geben. 

Demgegenüber sind Beitragssenkungen von bis zu elf Prozent für Jugendliche in den Vollversicherungstarifen Z100/80 und Z80/60 zu beobachten. Im Tarif A118 A wird es insbesondere im Alter 32 günstiger. Im Bestand wurden dagegen ausschließlich Beitragsgarantien bis Ende 2014 ausgesprochen.

ARAG

Die ARAG spricht für das kommende Jahr 2014 sowohl für das Neugeschäft als auch für den Bestand zahlreiche Beitragsgarantien aus. In der Vollversicherung des Neugeschäfts wird es dagegen aber vor allem für Kinder und Jugendliche teurer. Weitere Beitragserhöhungen der ARAG betreffen die GKV-Ergänzungstarife 184 und 185. Beitragssenkungen bis zu zwei Prozent werden mit Wirkung zum 1. Januar 2014 im Vollversicherungstarif 520 vollzogen.

AXA

Die AXA Krankenversicherung hat zuletzt zu Beginn des Jahres 2013 viele Tarife angepasst. Für das Jahr 2014 sind Beitragserhöhungen der AXA im Bestand um bis zu 50 Prozent (Tarif EL-Bonus) möglich. Bezogen auf den gesamten Bestand in der Vollversicherung (780.000 Versicherte) entspricht dies, nach Angaben des Versicherers, einer durchschnittlichen Erhöhung um drei Prozent. In anderen Tarifen werden gleichzeitig Beitragsgarantien bis Ende 2014 ausgesprochen, auch Beitragssenkungen sind nicht ausgeschlossen.

Die Anpassungen zum 1. April 2013 umfassten Erhöhungen in verschiedenen Tarifreihen der Vollversicherung. Mit Blick auf Angestellte, Selbständige und Freiberufler gehören Tarife der Reihen ECO 2600, ECO 5200 und ECORA 1300 (jeweils für Bestandskunden) dazu. Für Human- und Zahnmediziner haben sich Beiträge u.a. in folgenden Tarifen der Vollversicherung erhöht: PRAXmed-N, VA 100/2 und ZB25-N (jeweils im Bestand).

Barmenia

Die Barmenia verspricht für 2014 wie schon 2013 sowohl im Neukundengeschäft als auch für den Bestand Beitragsgarantien für die Tarife zur Krankenvollversicherung und für Zusatzversicherungen (Ausnahme: Minderjährige).

Ausgenommen von den Beitragsgarantien der Barmenia ist der Tarif VZD1+, der für Kinder um 13 Prozent, für alle anderen Altersgruppen um zehn Prozent steigt. Für die Pflegezusatzpolice mit dem Tarif DFPV sinken die Beiträge um bis zu sieben Prozent.

Central

Die Kunden der Central hatten erst zu Beginn des Jahres 2012 besonders massive Beitragssteigerungen zu verkraften. Stärkste Veränderungen waren in den Vollkostentarifen mit bis zu 40 Prozent zu verzeichnen. In einigen Zusatzversicherungen stiegen die Beiträge sogar um bis zu 50 Prozent. Allerdings gab es auch Beitragssenkungen, z.B. in der Krankentagegeldversicherung (bis zu 75%) oder in einigen Beamtentarifen (bis zu 10%).

Für das kommende Jahr ist bisher keine Beitragserhöhung der Central in Tarifen der Vollversicherung bekannt. Dafür müssen Neukunden in den Krankentagegeldtarifen ab 2014 tiefer in die Tasche greifen. Etwa zwei bis sechs Prozent steigen die Prämien hier an. In den Tarifen ETS28U und ETSO28U kann es aber auch bis zu 18 Prozent kostenintensiver werden. Grund ist vor allem die Absenkung des Rechnungszinses in der PKV.

In der Branche sind außerdem Fälle über versteckte Beitragsanpassungen bekannt geworden. Demnach werden "reale" Beitragserhöhungen kombiniert mit der Erhöhung des Selbstbehaltes und einer Beitragserstattung. Letztere ist jedoch befristet und sorgt nach der Frist nochmals für steigende Beiträge.

Deutscher Ring

Für Versicherte des PKV-Unternehmens Deutscher Ring bleiben die Beiträge im Neugeschäft sowie im Bestand zunächst stabil. Eine Ausnahme bilden Kinder und Jugendliche im Vollversicherungstarif Esprit. Hier sinken die Prämien um bis zu neun Prozent.

Beim Deutschen Ring ist die Krankentagegeldversicherung jeweils an die Vollversicherung gebunden. Beitragserhöhungen des Anbieters Deutscher Ring für 2014 sind bislang nicht bekannt.

Deutsche Krankenversicherung - DKV

Als eine der wenigen privaten Krankenkassen gibt die DKV eine Beitragsgarantie für Vollversicherungen bis zum Frühjahr 2015 für Bestands- und Neukunden mit Ausnahme von Kindern. 

Vorangegangen waren starke Beitragsanpassungen bei der DKV. Auch 2013 hat es diese  gegeben. Zum 1. April erfolgten Erhöhungen von durchschnittlich 4,5 Prozentpunkten bzw. vereinzelt bis maximal 25 Prozent. Dies gilt für Bestandskunden auch beim Krankentagegeld, während Neukunden Beitragsanpassungen befürchten müssen. Diese können Erhöhungen bis zu 13 Prozent, aber auch Senkungen bis zu 11 Prozenmt bedeuten. Von den Erhöhungen sind besodners jüngere Kunden betroffen.

Hallesche

Die Hallesche Private Krankenversicherung bietet in allen Vollversicherungstarifen (Angestellte, Selbständige, Freiberufler) eine Beitragsgarantie für Neu- und Bestandskunden bis zum 31.12.2014.

Teurer wird es dagegen im Krankentagegeldtarif MKT.43. Hier müssen Versicherte ab dem kommenden Jahr 10 bis 14 Prozent mehr zahlen. Zu Beitragssenkungen um bis zu 37 Prozent kommt es demgegenüber in den Pflegezusatzversicherungen der Halleschen.

Die Beiträge für Bestandskunden der Halleschen stiegen zuvor im Durchschnitt um 6,5 Prozent, wobei mit den Unisex-Tarifen vor allem Männer von Erhöhungen betroffen waren. Frauen konnten sich dagegen eher über Senkungen freuen.

HanseMerkur

Die HanseMerkur gibt bis zum 31.12.2014 Beitragsgarantien für Neu- und Bestandskunden. Dies trifft sowohl für die Vollversicherungstarife, als auch für die Zusatzversicherungen Krankentagegeld, Krankenhaustagegeld, Pflege, Altersentlastung, GKV-Ergänzung sowie Kur, zu.

Signal Krankenversicherung

Die Signal Iduna hält für Neukunden Beitragsgarantien bis zum 1. Januar 2014 für die Krankheitskostenvollversicherungen bereit. Auch beim Krankentagegeld gilt diese Beitragsgarantie der Signal Iduna, nicht jedoch für die Altersbeitragsentlastung sowie die Pflegezusatz- und GKV-Ergänzungsversicherung. Bei den Altersbeitragsentlastungstarifen kann es zu Erhöhungen um bis zu zwei Prozent kommen.

Teurer wird es ab 2014 dagegen für Beamte. Mit Ausnahme von Kindern und Jugendlichen müssen sie bis zu 10 Prozent mehr für ihre Beihilfeversicherung aufbringen.

Union Krankenversicherung - UKV

Die UKV bietet ihren vollversicherten Angestellten, Selbständigen und Freiberuflern Beitragsgarantien bis zum 31.12.2014. Im Tarif CompactPRIVAT - START 900 B und den Zahn-Tarifen sind Kinder und Jugendliche von den Beitragsgarantien der UKV ausgenommen. Auch bei den Zusatzversicherungen gibt es Garantien bis Ende 2014.

Im Tarif CompactPRIVAT - START 900 A wird es dagegen für Erwachsene (Kinder- und Jugendliche sind ausgenommen) um bis zu 13 Prozent teurer.

Ab 1. Mai 2014 stehen weitere Anpassungen an. So wird es in den Tarifen VZ110, VA120 und VA140 um bis zu 14 Prozent sowie im Tarif VM200 für Kinder und Jugendliche um bis zu 15 Prozent teurer. Die Erhöhungen in den Beihilfetarifen belaufen sich zwischen vier und 13 Prozent, während es im Altersbeitragsentlastungstarif BEA65 nur geringfügig kostenintensiver werden kann.

Günstiger wird es dagegen im Tarif VZ110 für Jugendliche, im Beihilfe-Ergänzungstarif BEZ sowie im Tarif ExpertPlus um bis zu 45 Prozent.

Beitragsentwicklung der letzten Jahre

Wie das IGES-Institut ermittelt hat, sind die Beiträge für privat Versicherte von 1997 bis 2009 pro Kopf um etwa 55 Prozent gestiegen. Einen genauen, durchschnittlichen Wert für die Beitragsentwicklungen in der privaten Krankenversicherung zu erhalten ist jedoch sehr schwierig, da unterschiedliche Daten zu den jährlichen Beitragsanpassungen vorliegen. Folgende Statistiken pflegen die Versicherungsaufsicht Bafin und der PKV-Spitzenverband:

JahrBeitragserhöhungen nach BafinBeitragserhöhungen laut PKV-Branche
20107,27 Prozent3,73 Prozent
20093,37 Prozent4,61 Prozent
20083,93 Prozent6,72 Prozent
20073,69 Prozent6,05 Prozent
20064,92 Prozent3,13 Prozent
20053,89 Prozent4,53 Prozent
20047,50 Prozent4,79 Prozent
20037,63 Prozent3,87 Prozent

Quelle: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE
(Anfrage als PDF) – Drucksache 17/9227 – “Beitragssteigerungen bei privaten Krankenversicherungen" 

Morgen & Morgen haben darüber hinaus folgende Daten über die Beitragserhöhungen in den letzten zehn Jahren erhoben:  

Prozentuale Beitragserhöhung:

  • Männer: 0,7% bis 12,4%
  • Frauen: 0,5% bis 8,2%

Absolute Beitragserhöhung:

  • Männer: 272 Euro bis 4.096 Euro
  • Frauen:113 Euro bis 4.475 Euro

Quelle: Morgen & Morgen

Häufig gestellte Leser-Fragen (FAQ)

Wie und wann werde ich über eine Beitragsanpassung informiert?

Die private Krankenversicherung ist verpflichtet, den Kunden schriftlich über die geplante Beitragsanpassung zu informieren. Dies muss spätestens einen Monat vor der erstmaligen Fälligkeit des neuen Beitrags geschehen (VVG §40 Absatz 2).

Habe ich ein Sonderkündigungsrecht, wenn Beiträge erhöht werden?

Ja. Sobald Ihre Versicherung eine Beitragsanpassung ankündigt, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können den Tarifvertrag noch vor Ende der Vertragslaufzeit kündigen. Die Kündigung muss bis spätestens einen Tag vor Inkrafttreten des erhöhten Beitrags bei dem Versicherer eingegangen sein. Vorsicht: Für manche Tarife (z.B. das Krankengeld) gelten besondere Bedingungen.

Wann lohnt sich ein Tarifwechsel innerhalb Gesellschaft?

Ein Wechsel des Tarifs innerhalb einer privaten Krankenversicherung kann weitere Erhöhungen im bisherigen Alttarif vermeiden. Dieser Schritt lohnt insbesondere für langjährig privat Versicherte, deren Beitrag schon stark angestiegen ist. Erworbene Rechte und Altersrückstellungen können dann in den neuen Tarif transferiert werden.

Kann ich von der privaten zurück in eine gesetzliche Kasse wechseln?

Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist schwierig, aber möglich. Die Voraussetzung ist, dass das Einkommen des Betroffenen wieder unter die PKV-Einkommensgrenze fällt oder er seinen beruflichen Status ändert, z.B. von der Selbständigkeit zurück in ein Angestelltenverhältnis. Zudem gilt die Grenze von 55 Jahren.

Lohnt sich eine PKV überhaupt noch?

Fakt bleibt, dass die Belastung für Personen mit hohem Einkommen und für Selbständige in der GKV deutlich höher ist als in der privaten Krankenversicherung. In der gesetzlichen Vorsorge werden die Beiträge abhängig vom Einkommen berechnet, wodurch diese Berufsgruppen oftmals den Höchstbeitrag zahlen. In der PKV werden Beiträge hingegen individuell berechnet. Weiterhin bietet die PKV im Schnitt eine bessere Leistungsabdeckung und übernimmt Behandlungen, die im gesetzlichen Leistungskatalog nicht vorgesehen sind. Hinzu kommt, dass nicht nur in der PKV Beiträge anpasst werden. Auch die gesetzliche Krankenversicherung hat ihre Beiträge in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Beide Systeme leiden unter den Auswirkungen des demografischen Wandels und den steigenden Kosten im Gesundheitssystem.

Ist eine rückwirkende Beitragserhöhung möglich?

Nein. In der privaten Krankenversicherung ist eine nachträgliche Beitragserhöhung oder Kürzung der Leistungen ausgeschlossen. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist dies hingegen möglich (z.B. bei der Erhebung eines Zusatzbeitrags).

Kann die PKV die Beiträge jederzeit erhöhen?

Prinzipiell ja. Viele private Krankenversicherungen planen jedoch so, dass die Beiträge zum Anfang oder zur Mitte des Jahres angehoben werden. Die Beitragserhöhung darf nur durchgeführt werden, wenn diese zuvor durch einen unabhängigen Treuhänder für rechtens erklärt wurde.

Wie kann ich Widerspruch einlegen?

Wenden Sie sich am besten an den Ombudsmann der privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Dieser zeigt Wege auf, wie bei einem Widerspruch gegen die Beitragsanpassung vorgegangen werden kann. Eine aktive Rolle übernimmt der Ombudsmann jedoch nicht. Eine außergerichtliche Überprüfung der Unterlagen ist nahezu unmöglich, da die benötigten Schriftstücke dem Geschäftsgeheimnis unterliegen. Dementsprechend kann ein Gutachten immer nur über den Rechtsweg erstritten werden.

Was ist eine Beitragsgarantie?

Mit sogenannten Beitragsgarantien geben Versicherer das Versprechen, ihre Beiträge in einem festgelegten Zeitraum nicht zu erhöhen. Die Garantien gelten jedoch meist nur für bestimmte Tarife und einen relativ überschaubaren Zeitraum von rund einem Jahr.

Haben die neuen Unisex-Tarife für “versteckte” Beitragserhöhungen gesorgt?

Schon vor der Einführung der neuen gleichgeschlechtlichen Tarife befürchteten Branchenkenner flächendeckende Beitragserhöhungen. Erste Tests der neuen Produkte zeigen: Die Absicherung ist nicht nur für Männer teurer geworden, auch für Frauen gab es Erhöhungen, die vor allem mit Sicherheitszuschlägen der Versicherer zu tun haben. Auf der anderen Seite haben die Anbieter die Umstellung aber auch genutzt, um ihre Leistungen zu verbessern bzw. neue gesetzliche Bestimmungen umzusetzen.

Letzte Aktualisierung: 11.04.2014 - Alexander Bull
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