Beitragserhöhung 2015 in der PKV: Richtig reagieren & sparen

Beitragserhöhung PKV
Verschiedene Faktoren sorgen für regelmäßige Beitragserhöhungen in der PKV

Der demografische Wandel und die steigenden Kosten im Gesundheitssystem zwingen viele private Krankenkassen am Ende des Jahres immer wieder zu Beitragserhöhungen. Manche privat Versicherte werden nahezu jedes Jahr mit Beitragsanpassungen konfrontiert.

Betroffene haben verschiedene Handlungsoptionen, um den steigenden Beiträgen zu entgehen. Denn nicht alle Unternehmen und Tarife sind gleich stark von den PKV-Beitragsanpassungen betroffen. In vielen Fällen gibt es sogar Beitragssenkungen für einige Policen. Das können Versicherte nutzen, deren Beiträge steigen. Allerdings: Je nach Alter und Tarif sind unterschiedliche Gegenmaßnahmen sinnvoll. Wir zeigen Ihnen einige Optionen.

Info-Video: Hintergründe und Auswege bei steigenden Beiträgen

Was tun gegen steigende Beiträge: 5 Handlungsoptionen

1. Den Anbieter wechseln

Erhöht die private Krankenversicherung jährlich spürbar die Beiträge erscheint der Wechsel zu einem anderen Unternehmen sinnvoll. Jedoch lohnt sich solch ein Wechsel meist nur für Personen, die erst wenige Jahre privat versichert sind. Hauptgründe:

  • Inzwischen aufgetretene Krankheiten können zu Risikoaufschlägen oder Leistungsausschlüssen führen.
  • Die angesparten Altersrückstellungen fürs Alter können nicht vollständig mitgenommen werden, wodurch höhere Beiträge entstehen.

2. Zu einem Tarif beim eigenen Unternehmen wechseln

Der Wechsel zu einem anderen Tarif des eigenen Anbieters ist in vielen Fällen lohnenswert. Vor allem weil die Altersrückstellung vollständig übertragen werden kann. Viele Versicherer bringen von Zeit zu Zeit neue Tarife auf den Markt, die attraktive Konditionen bieten.

Hinweis: Das Wechselrecht innerhalb der eigenen Versicherung gilt nur für “gleichartige Tarife”. Bei Tarifen, deren Leistungsumfang über dem bisherigen liegt, kann die Versicherung den Wechsel ablehnen. Es besteht aber die Möglichkeit Mehrleistungen vertraglich auszuschließen oder eine erneute Gesundheitsprüfung nur für die Mehrleistung abzulegen.

Tipp
Tarife genau vergleichen!

Wer zu einem anderen privaten Versicherer oder intern zu einem anderen Tarif wechseln möchte, sollte nicht nur die Beiträge vergleichen, sondern auch die Leistungen sowie die Entwicklungen der Beiträge im Laufe der Jahre im Blick haben.

Beiträge um bis zu 50% senken mit einem Tarifwechsel

Optionen mit kurzfristiger Ersparnis bei Leistungsnachteilen

Folgende Optionen bringen zwar eine kurzfristige Ersparnis, sind aber mit deutlichen Nachteilen bei der Versorgung verbunden. Selbst wenn Versicherungen oder Makler diese Schritte empfehlen, sollten Versicherte besonders genau abwägen. Oft sind diese Möglichkeiten später mit höheren Kosten im Krankheitsfall verbunden.

3. Selbstbehalt erhöhen

Durch die Erhöhung des Sebstbehalts der privaten Krankenversicherung sinken die Kosten mitunter erheblich - In manchen Fällen sogar so stark, dass Versicherte auch dann weniger zahlen, wenn Behandlungs- und Arzneikosten laut Tarif selbst zu zahlen sind. Die Beitragsersparnis lässt sich folgendermaßen berechnen:

Effektive Ersparnis = alter Monatsbeitrag - neuer Monatsbeitrag - 1/12 des jährlichen Selbstbehalts

Vor allem für Selbständige in der Privatkasse lohnt diese Option. Angestellte hingegen teilen sich den Beitrag mit dem Arbeitgeber, nicht aber den Selbstbehalt. Versicherte sollten diesen Schritt aber nur wählen, wenn sie finanziell in der Lage sind, den vollen Selbstbehalt im Ernstfall wirklich zu zahlen. Später den Eigenbeitrag wieder zu reduzieren ist nur selten möglich.

4. Leistungen senken  

Der Verzicht auf Leistungen kann einige Ersparnisse bewirken. Ein Beispiel: Bereits die Umstellung vom Ein- aufs Zweibettzimmer bei Krankenhausaufenthalten kann bis zu 30 Euro Ersparnis monatlich erzielen. Wer ganz auf Sonderbehandlungen im Krankenhaus vezichtet, kann sogar noch einiges mehr einsparen. Wie bei der Reduzierung des Selbstbehaltes gilt aber auch hier: Wägen Sie gut ab, bevor Sie bestimmte Risiken aus Ihrem Leistungskatalog streichen! Denn Kosten für einmal reduzierte Leistungen müssen Sie im Ernstfall selbst tragen!

5. Wechsel zur GKV

Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist mit strengen Auflagen verbunden und kommt nur für Versicherte in Frage, deren Einkommen regelmäßig unter die Versicherungspflichtgrenze von 4.462,50 Euro monatlich fällt. Versicherte sollten sich bewusst darüber sein, dass auch die gesetzliche Krankenversicherung immer wieder von Beitragserhöhungen oder Leistungsreduzierungen betroffen ist. Für Über-55-Jährige ist dieser Schritt gänzlich versperrt. Hier lohnt eher ein Tarifwechsel innerhalb der der Gesellschaft.

Achtung
Kündigung der Krankenversicherung ausgeschlossen

Eine Kündigung der privaten Krankenversicherung ohne anschließenden Krankenversicherungsschutz ist in Deutschland seit 2009 nicht mehr möglich. Seither gilt die gesetzliche Krankenversicherungspflicht für alle Versicherten.

Liste der Beitragsanpassung (BAP) & Beitragsgarantien 2014/2015

Beitragsanpassungen finden in regelmäßigen Abständen statt. In einigen Tarifen gibt es Beitragserhöhungen, andere Tarife werden dagegen günstiger.

Gleichzeitig sprechen viele Unternehmen Beitragsgarantien für die nächsten Jahre aus, wie beispielsweise die Anbieter BBKK, CSS, Hallesche, Mannheimer oder die UKV. Allerdings gelten diese nur für ganz bestimmte Tarife des jeweiligen Unternehmens. Deshalb kann es in anderen Tarifen derselben Gesellschaft parallel auch Beitragsanpassungen geben.

Folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Anpassungen für 2015 in der privaten Vollversicherung (Tarife für Angestellte bzw. PKV für Selbständige & Freiberufler) und beim Krankentagegeld im Neugeschäft. 

Anbieter*VollversicherungKrankentagegeldBAP gültig abmax. Garantie
Allianz2,74 Prozent1,3 Prozent01.01.201531.12.2015
Alte Oldenburger----
ARAG1,29 Prozent- 2,79 Prozent01.01.201531.12.2015
Barmenia0,74 Prozent-01.01.2015-
BBKK2,87 ProzentBeitragsgarantien-31.12.2015
Central0,3 Prozent- 2,89 Prozent01.01.2015-
Deutscher Ring0,42 Prozent1,83 Prozent01.01.201531.12.2015
Gothaer1,34 Prozent- 1,91 Prozent01.01.201531.12.2015
InterBeitragsgarantien6,2 Prozent01.01.201531.12.2015
LKH2,15 Prozent-01.01.2015-
LVM- 0,01 Prozent- 0,96 Prozent01.01.2015-
Mecklenburgische---
Münchener Verein- 0,38 Prozent- 1,58 Prozent01.01.2015-
Nürnberger0,78 Prozent-01.01.2015-
R+V**4,36 Prozent0,51 Prozent01.01.201531.12.2015
SDK0,63 Prozent-01.01.2015-
uniVersa0,51 Prozent- 1,5 Prozent01.01.201531.12.2015
Württembergische2,69 Prozent2,01 Prozent01.01.2015-

Quelle: BAP-Guide der Gewa-Comp GmbH. Alle Angaben gelten über alle Tarifgruppen nach Alter der Versicherten im Neugeschäft.

 * Auswahl der besonders häufig betroffenen und durch Versicherte nachgefragte Gesellschaften. Der Redaktion liegen die Daten für 40 Gesellschaften vor.

** Beitragsanpassungen noch ungenehmigt.

Kostenanpassungen für weitere Berufsgruppen (2015)

In speziellen Tarifen für Mediziner sowie für Beihilfeberechtigte (Beamte) und Studierende gibt es gesonderte Beitragsanpassungen. Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Anpassung zum Jahresbeginn 2015 bei den Tarifen der jeweiligen Berufsgruppe.

AnbieterMediziner/ZahnmedizinerBeihilfeberechtigte (Beamte)StudierendeMaximale Garantie
Allianz3,79 Prozent-3,13 Prozent31.12.2015
Alte Oldenburger----
Arag-2,11 Prozent-31.12.2015
Barmenia7,25 Prozent- 4,7 Prozent3,18 Prozent-
Deutscher Ring-2,07 Prozent5,61 Prozent31.12.2015
Gothaer-- 2,19 Prozent-31.12.2015
Inter1,82 Prozent0,56 ProzentBeitragsgarantien31.12.2015
LVM-- 0,23--
Münchener Verein-12,46 Prozent7,18 Prozent-
R+V*-0,140,87

31.12.2015

UKVBeitragsgarantienBeitragsgarantien0,8 Prozent31.12.2015
uniVersa0,1 Prozent3,51 Prozent1,29 Prozent31.12.2015

Quelle: BAP-Guide der Gewa-Comp GmbH. Alle Angaben gelten über alle Tarifgruppen nach Geschlecht und Alter der Versicherten im Neugeschäft (nur Mediziner-, Beihilfe- und Studierenden-Tarife).

 * Beitragsanpassungen noch ungenehmigt.

HUK Coburg & DKV: Beitragserhöhung zum April 2014

Um die Belastungen für ältere Versicherte noch besser abzufedern, planen die privaten Versicherer laut versicherungsmagazin.de moderate Beitragserhöhungen um etwa vier Prozent für alle Versicherten. Dies würde dann auch die Kunden der HUK betreffen. Über weitere, individuelle Erhöhungen bei der HUK für 2014 ist derzeit nichts bekannt.

Die DKV gibt in ihren Vollversicherungstarifen sowohl im Neu-, als auch im Bestandsgeschäft weitgehende Beitragsgarantien. Während sich die meisten Bestandskunden auch in den anderen Versicherungen über Garantien freuen können, sind für Neukunden Anpassungen beim Krankentagegeld geplant. Diese reichen von Beitragssenkungen bis zu 11 Prozent bis zu Beitragserhöhungen von 13 Prozent.

Bei der HUK steigt im Neugeschäft zum 1.3.2014 der Vollversicherungstarif Komfort3 für Erwachsene um 3 Prozent, während für Kinder die Tarife SelectPro3 (16 Prozent) und SelectPro2 (5 Prozent) sinken. Die Altersbeitragsentlastung steigt für Erwachsene in einigen Tarifen um ein bis zwei Prozent.

Die meisten Versicherer passen ihre Beiträge jährlich jeweils zum 1. Januar an. Einige wenige, wie die HUK, aber auch die DKV, nehmen ihre Beitragsanpassungen zum 01. April vor. 2014 geben viele Versicherer Beitragsgarantien.

Verzinsung der Rückstellungen

Auch die Nettoverzinsung der Altersrückstellungen spielt bei der Beitragserrechnung eine Rolle. Je höher die Altersrückstellungen verzinst werden können, desto geringer wird das Risiko für Beitragserhöhungen. Durch die momentan schwierige Lage an den Kapitalmärkten wird es für die Versicherer zunehmend schwerer, angemessene Zinsen auf die Altersrückstellungen zu erwirtschaften.

Beitragsentwicklungen für weitere Anbieter im Detail

Allianz Krankenversicherung

2015 gibt die Allianz für die meisten ihrer Vollversicherungs- und Zusatztarife Beitragsgarantien bis zum Jahresende. Die Vollversicherungstarife für Mediziner im Neugeschäft werden hingegen zum 1.1.2015 angepasst und steigen um durchschnittlich 3,79 Prozent. Die Beitragserhöhungen der Allianz liegen dabei zwischen 0 und 7 Prozent. Studentische Neukunden müssen mit durchschnittlich 3,2 Prozent höheren Kosten rechnen. Die Anpassungen bewegen sich zwischen einem Prozent Beitragssenkung und 13 Prozent Erhöhung. Die Pläne sind bislang ungenehmigt.

Alte Oldenburger

Kunden der Alten Oldenburger können sich bis 31.12.2014 über zahlreiche Beitragsgarantien in ausgewählten Tarifen freuen. Weitere Garantien oder Beitragserhöhungen der Alten Oldenburger sind bisher nicht bekannt.

ARAG

Die Arag bietet 2015 weitgehend stabile Beiträge mit Beitragsgarantien bis zum 31.12.2015. Diese gelten sowohl für Neu- als auch für Bestandskunden in zahlreichen Tarifen zur Vollversicherung für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler, aber auch für Beihilfeberechtigte (Beamte und Anwärter) sowie für die GKV-Ergänzungsversicherung. Sinken werden für Neukunden einige Tarife zum Krankentagegeld (durchschnittlich 2,79 Prozent) und zur GKV-Ergänzung (durchschnittlich 1,51 Prozent). Die Beiträge zu den Beihilfetarifen und die Vollversicherung für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler steigen für einige Neuversicherte (Beihilfe: durchschnittlich 2,11 Prozent, Vollversicherung Angestellte, Selbstständige, Freiberufler: durchschnittlich 1,29 Prozent). Beitragserhöhungen der ARAG

AXA

Die Axa hat für viele Versicherungen Beitragsgarantien bis zum 31.12.2015 ausgesprochen. Diese gelten sowohl im Neu- als auch im Bestandsgeschäft für viele Tarife der Vollversicherungen für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler, Mediziner, Beihilfberechtigte (Beamte und Anwärter) sowie für viele Zusatzversicherungen wie das Kranken- und Krankenhaustagegeld, die GKV-Ergänzungs sowie die Pflegezusatz-, Kurzusatz- und Anwartschaftsversicherung. Erhöht werden die Beiträge im Vollversicherungstarif ELBonus-U für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler für erwachsene Neukunden um 13 bis 16 Prozent, im Ausbildungs-Tarif ELBonus-UA für jüngere Erwachsene um 14 beziehungsweise 8 Prozent.

Beitragserhöhungen der AXA

Barmenia

Es soll 2015 im Neugeschäft nach bislang ungenehmigten Plänen umfassende Beitragsanpassungen bei der Barmenia geben. Dabei sollen die Vollversicherungstarife für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler um durchschnittlich 0,74 Prozent steigen, Mediziner sollen im Durchschnitt 7,25 Prozent höhere Beiträge zahlen. Beihilfeberechtigte können sich dagegen über Beitragssenkungen freuen: Diese betragen für Beamte im Schnitt 4,7 Prozent, für Anwärter sogar 9,79 Prozent. Studierende müssen hingegen durchschnittlich 3,18 Prozent mehr zahlen.Auch bei der Zusatzversicherung zur GKV-Ergänzung werden einige Tarife angepasst. Hier steigen die Beiträge im Durchschnitt um moderate 0,08 Prozent.

Central

Die Kunden der Central hatten in den vergangenen Jahren besonders massive Beitragssteigerungen zu verkraften. Stärkste Veränderungen waren in den Vollkostentarifen mit bis zu 40 Prozent zu verzeichnen. In einigen Zusatzversicherungen stiegen die Beiträge sogar um bis zu 50 Prozent. Allerdings gab es auch Beitragssenkungen, z.B. in der Krankentagegeldversicherung (bis zu 75%) oder in einigen Beamtentarifen (bis zu 10%).

2015 sind noch keine Beitragserhöhungen der Central bekannt.

Deutscher Ring

Versicherte des Deutschen Rings können sich 2015 im Neu- und Bestandsgeschäft über stabile Beiträge freuen. In vielen Tarifen beim Deutschen Ring gelten Beitragsgarantien bis bis zum 31.12.2015. Im Neugeschäft gibt es aber auch zahlreiche Beitragsanpassungen: Die Tarife für vollversicherte Angestellte steigen um 0,42 Prozent, für Studierende um 5,61 Prozent und für Beihilfeversicherte um 2,07 Prozent (jeweils im Durchschnitt). Für Anwärter sinken die Preise im Durchschnitt um 4,46 Prozent. Bei den Zusatzversicherungen im Neugeschäft steigt das Krankentagegeld um durchschnittlich 1,83 Prozent, während die Beiträge zur GKV-Ergänzungsversicherung mit durchschnittlich 13,37 Prozent deutlich sinken.

DKV

Als eine der wenigen privaten Krankenkassen gibt die DKV eine Beitragsgarantie für Vollversicherungen bis zum Frühjahr 2015 für Bestands- und Neukunden mit Ausnahme von Kindern. Vorangegangen waren starke Beitragsanpassungen bei der DKV. Für 2015 sind bisher keine Preissteigerungen bekannt.

Hallesche

Die Hallesche Private Krankenversicherung bietet in allen Vollversicherungstarifen (Angestellte, Selbständige, Freiberufler) eine Beitragsgarantie für Neu- und Bestandskunden bis zum 31.12.2014. Ob es danach Beitragserhöhungen für Hallesche-Tarife gibt, ist noch offen.

HanseMerkur

Die Versicherten der HanseMerkur werden 2015 mehrheitlich stabile Beiträge erwarten. Der Versicherer spricht für viele Tarife sowohl für Neu- als auch für Bestandskunden Beitragsgarantien bis zum 31.12.2015 aus. Betroffen sind Tarife zur Vollversicherung für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler sowie Studierende und Beihilfeberechtigte sowie zu den Zusatzversicherungen Kranken- und Krankenhaustagegeld, GKV-Ergänzung, Altersbeitragsentlastung und Pflegezusatzversicherung.

Signal

Die Signal Iduna bietet ihren Versicherten 2015 sowohl im Neu- als auch im Bestandsgeschäft weitgehend stabile Beiträge in vielen Tarifen zur Voll- und Zusatzversicherung. Erhöhungen gibt es für Kinder- und Jugendliche in einigen Beihilfetarifen und im Tarif EXCLUSIV 0 im Neugeschäft. In anderen Beihilfetarifen sinken die Beiträge für neuversicherte Kinder und Jugendliche. In einigen Zusatzversicherungen gibt es ebenfalls Beitragserhöhungen und -senkungen im Neugeschäft. Mit Beitragserhöhungen müssen zudem neu versicherte Anwärter rechnen.

Union Krankenversicherung UKV

Die UKV gibt ihren Kunden zahlreiche Beitragsgarantien bis zum 31.12.2015. Davon betroffen sind Tarife zur Vollversicherung von Angestellten, Selbstständigen und Freiberufler sowie Medizinern, Beihilfeberechtigte sowie Zusatzversicherungen zum Kranken- und Krankenhaustagegeld, zur GKV-Ergänzung und zur Pflegezusatzversicherung für Neu- und Bestandskunden.

Beitragsanpassungen der UKV im Überblick

Beitragsentwicklung der letzten Jahre

Wie das IGES-Institut ermittelt hat, sind die Beiträge für privat Versicherte von 1997 bis 2009 pro Kopf um etwa 55 Prozent gestiegen. Einen genauen, durchschnittlichen Wert für die Beitragsentwicklungen in der privaten Krankenversicherung zu erhalten ist jedoch sehr schwierig, da unterschiedliche Daten zu den jährlichen Beitragsanpassungen vorliegen. Folgende Statistiken pflegen die Versicherungsaufsicht Bafin und der PKV-Spitzenverband:

JahrBeitragserhöhungen nach BafinBeitragserhöhungen laut PKV-Branche
20107,27 Prozent3,73 Prozent
20093,37 Prozent4,61 Prozent
20083,93 Prozent6,72 Prozent
20073,69 Prozent6,05 Prozent
20064,92 Prozent3,13 Prozent
20053,89 Prozent4,53 Prozent
20047,50 Prozent4,79 Prozent
20037,63 Prozent3,87 Prozent

Quelle: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE
(Anfrage als PDF) – Drucksache 17/9227 – “Beitragssteigerungen bei privaten Krankenversicherungen" 

Morgen & Morgen haben darüber hinaus folgende Daten über die Beitragserhöhungen in den letzten zehn Jahren erhoben:  

Prozentuale Beitragserhöhung:

  • Männer: 0,7% bis 12,4%
  • Frauen: 0,5% bis 8,2%

Absolute Beitragserhöhung:

  • Männer: 272 Euro bis 4.096 Euro
  • Frauen:113 Euro bis 4.475 Euro

Quelle: Morgen & Morgen

Häufig gestellte Leser-Fragen (FAQ)

Wie und wann werde ich über eine Beitragsanpassung informiert?

Die private Krankenversicherung ist verpflichtet, den Kunden schriftlich über die geplante Beitragsanpassung zu informieren. Dies muss spätestens einen Monat vor der erstmaligen Fälligkeit des neuen Beitrags geschehen (VVG §40 Absatz 2).

Habe ich ein Sonderkündigungsrecht, wenn Beiträge erhöht werden?

Ja. Sobald Ihre Versicherung eine Beitragsanpassung ankündigt, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können den Tarifvertrag noch vor Ende der Vertragslaufzeit kündigen. Die Kündigung muss bis spätestens einen Tag vor Inkrafttreten des erhöhten Beitrags bei dem Versicherer eingegangen sein. Vorsicht: Für manche Tarife (z.B. das Krankengeld) gelten besondere Bedingungen.

Wann lohnt sich ein Tarifwechsel innerhalb Gesellschaft?

Ein Wechsel des Tarifs innerhalb einer privaten Krankenversicherung kann weitere Erhöhungen im bisherigen Alttarif vermeiden. Dieser Schritt lohnt insbesondere für langjährig privat Versicherte, deren Beitrag schon stark angestiegen ist. Erworbene Rechte und Altersrückstellungen können dann in den neuen Tarif transferiert werden.

Kann ich von der privaten zurück in eine gesetzliche Kasse wechseln?

Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist schwierig, aber möglich. Die Voraussetzung ist, dass das Einkommen des Betroffenen wieder unter die PKV-Einkommensgrenze fällt oder er seinen beruflichen Status ändert, z.B. von der Selbständigkeit zurück in ein Angestelltenverhältnis. Zudem gilt die Grenze von 55 Jahren.

Lohnt sich eine PKV überhaupt noch?

Fakt bleibt, dass die Belastung für Personen mit hohem Einkommen und für Selbständige in der GKV deutlich höher ist als in der privaten Krankenversicherung. In der gesetzlichen Vorsorge werden die Beiträge abhängig vom Einkommen berechnet, wodurch diese Berufsgruppen oftmals den Höchstbeitrag zahlen. In der PKV werden Beiträge hingegen individuell berechnet. Weiterhin bietet die PKV im Schnitt eine bessere Leistungsabdeckung und übernimmt Behandlungen, die im gesetzlichen Leistungskatalog nicht vorgesehen sind. Hinzu kommt, dass nicht nur in der PKV Beiträge anpasst werden. Auch die gesetzliche Krankenversicherung hat ihre Beiträge in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Beide Systeme leiden unter den Auswirkungen des demografischen Wandels und den steigenden Kosten im Gesundheitssystem.

Ist eine rückwirkende Beitragserhöhung möglich?

Nein. In der privaten Krankenversicherung ist eine nachträgliche Beitragserhöhung oder Kürzung der Leistungen ausgeschlossen. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist dies hingegen möglich (z.B. bei der Erhebung eines Zusatzbeitrags).

Kann die PKV die Beiträge jederzeit erhöhen?

Prinzipiell ja. Viele private Krankenversicherungen planen jedoch so, dass die Beiträge zum Anfang oder zur Mitte des Jahres angehoben werden. Die Beitragserhöhung darf nur durchgeführt werden, wenn diese zuvor durch einen unabhängigen Treuhänder für rechtens erklärt wurde.

Wie kann ich Widerspruch einlegen?

Wenden Sie sich am besten an den Ombudsmann der privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Dieser zeigt Wege auf, wie bei einem Widerspruch gegen die Beitragsanpassung vorgegangen werden kann. Eine aktive Rolle übernimmt der Ombudsmann jedoch nicht. Eine außergerichtliche Überprüfung der Unterlagen ist nahezu unmöglich, da die benötigten Schriftstücke dem Geschäftsgeheimnis unterliegen. Dementsprechend kann ein Gutachten immer nur über den Rechtsweg erstritten werden.

Was ist eine Beitragsgarantie?

Mit sogenannten Beitragsgarantien geben Versicherer das Versprechen, ihre Beiträge in einem festgelegten Zeitraum nicht zu erhöhen. Die Garantien gelten jedoch meist nur für bestimmte Tarife und einen relativ überschaubaren Zeitraum von rund einem Jahr.

Haben die neuen Unisex-Tarife für “versteckte” Beitragserhöhungen gesorgt?

Schon vor der Einführung der neuen gleichgeschlechtlichen Tarife befürchteten Branchenkenner flächendeckende Beitragserhöhungen. Erste Tests der neuen Produkte zeigen: Die Absicherung ist nicht nur für Männer teurer geworden, auch für Frauen gab es Erhöhungen, die vor allem mit Sicherheitszuschlägen der Versicherer zu tun haben. Auf der anderen Seite haben die Anbieter die Umstellung aber auch genutzt, um ihre Leistungen zu verbessern bzw. neue gesetzliche Bestimmungen umzusetzen.

Letzte Aktualisierung: 05.12.2014 - Alexander Bull