Gesetzliche oder private Krankenversicherung für Selbständige

- Die Krankenversicherung für Selbstständige bietet viele Optionen, insbesondere für Privatversicherte
Bei der Krankenversicherung für Selbständige gilt: Freiberufler und Unternehmer müssen für die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung (PKV) keine Einkommensgrenzen beachten. Zudem können sie von vielen Vorteilen gegenüber Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse profitieren.
Zu diesen Vorteilen gehört etwa die Kostenerstattung für Naturheilkunde und Zahnbehandlung, Krankentagegeld sowie eine zügige Behandlung beim Arzt.
Für PKV-Versicherte besteht eine freie Ärztewahl unter den niedergelassenen Medizinern, wenn es um die ambulante Versorgung geht. Der PKV-Verband bietet eine deutschlandweite Arzt-Suchmaschine.
Eine günstige Krankenversicherung für Selbstständige wird - je nach Tarif und den gewählten Leistungen - durch die individuelle Gestaltung des Beitrags möglich. Ein kostenloser Internet-Vergleich zeigt Testsieger, die bei Stiftung Warentest trotz eines umfangreichen Leistungskatalogs verhältnismäßig gering Beiträge erheben.
Krankenversicherungsschutz über das gesetzliche System
Beruflich selbständig Tätige können freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden. Durch die Gesundheitsreform und die Einführung des Gesundheitsfonds erhebt die Krankenkasse für Selbstständige einen Beitrag von 14,9 Prozent des Bruttoeinkommens (ohne Krankengeldbezug). Maximal wird die Berufsfeld übergreifende Beitragsobergrenze von 3.825,00 Euro im Monat zur Berechnung zugrunde gelegt, mindestens jedoch 1.968,75 Euro monatlich.
Jeder freiwillig gesetzlich versicherte Selbständige kann Anspruch auf Krankengeld anmelden. Hierfür ist es seit 01. August 2009 notwendig, einen Wahltarif abzuschließen oder den Normaltarif von 15,5 Prozent zu bezahlen. Sofern keine der beiden Möglichkeiten in Anspruch genommen wird, verfällt das Anrecht auf Krankengeld.
Private Krankenversicherung für Selbständige
Zu den Vorteilen, die die private Krankenversicherung Selbständigen bietet, gehören
zum Beispiel ein weiterer Leistungskatalog in der PKV und besser auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittene Tarife.
Zudem besitzen viele Selbständige oft ein überdurchschnittlich hohes Einkommen, wodurch eine private Krankenversicherung häufig günstigere Beiträge mit gleichzeitig umfassenderen Leistungen zu bieten hat als eine gesetzliche Krankenkasse für Selbständige.
Zu beachten ist: Haben sich selbständig Tätige vor dem Hintergrund der Entscheidung für eine private Krankenversicherung einmal von der GKV befreien lassen, gilt dies unwiderruflich. Eine Rückkehr in das gesetzliche System kann erst dann noch einmal möglich werden, wenn sich der Selbständige in ein Angestelltenverhältnis begibt. Dann sind die Regelungen zur Krankenversicherung für Angestellte zu beachten. Bei Arbeitslosigkeit greift in der Regel ebenfalls das gesetzliche System.
Krankenzusatzversicherungen bieten mehr Absicherung
Selbständige, die sich aus familiären Gründen für eine gesetzliche Versicherung entschieden haben, müssen aufgrund eines festgelegten Leistungsumfangs auf einige Leistungen verzichten, von denen privat Versicherte profitieren.
Vor diesem Hintergrund greifen viele Menschen zu einer Zusatzkrankenversicherung. Im Rahmen eines Baukastenprinzips kann der gesetzliche Leistungskatalog durch diverse Zusatzoptionen bedarfsgerecht erweitert werden.
Vor allem im Krankheitsfall sind Selbständige wirtschaftlich anfällig.Sie verdienen kein Geld, wenn es zum Arbeitsausfall kommt. Für die gesetzliche Krankenversicherung für Selbständige gilt: Ein finanzieller Ausgleich zur Absicherung (Krankengeld) steht nur unter bestimmten Bedingungen zur Verfügung.
Eine ausreichende private Krankentagegeldversicherung kann sich daher für viele selbständig Tätige als ausgesprochen sinnvoll erweisen. Zu beachten ist: Eine private Krankentagegeld-Versicherung endet bei Eintritt in die Berufsunfähigkeit. Die Absicherung des Berufsunfähigkeitsfalls kann zum Beispiel mit einer eigenen Zusatzversicherung erfolgen.
Checkliste: Das sollten Selbständige in der PKV beachten
Um ein optimales Preis-Leistungsverhältnis zu erreichen, empfehlen Experten einen aktuelle PKV-Tests zu berücksichtigen.
In diesen Test einbezogen werden aktuelle Berichte und Auswertungen von Stiftung Warentest und Finanztest. Mit der Kalkulation wird folgendes deutlich:
- Beiträge
- Tarifleistungen
- Serviceumfang
Die zweitgrößte Gruppe unter den Kunden der privaten Krankenversicherungen sind selbständige Berufstätige.
Die private Krankenversicherung für Selbständige bietet zahlreiche Tarife mit erheblichen Beitragsunterschieden an.
Wie groß die Unterschiede tatsächlich sind, hat nicht zuletzt die lang anhaltende Diskussion um die sogenannten Billigtarife der PKV deutlich gemacht.
Mit Hilfe folgender Checkliste kann jeder selbständig Tätige herausfinden, worauf bei der Wahl der Krankenversicherung besonders geachtet werden sollte. Auf dieser Grundlage kann die für die eigenen Bedürfnisse beste Wahl getroffen werden.
- Der künftige PKV-Tarif sollte mindestens das Leistungsniveau der GKV umfassen, denn eine spätere Aufstockung ist im Regelfall ausschließlich nach einer weiteren Gesundheitsprüfung und Zustimmung der PKV möglich.
- Bei Billigtarifen müssen deutliche Abstriche beim Versicherungsschutz gemacht werden, unter anderem in Bezug auf verschiedene Leistungen beim Arzt, bei Medikamenten und im Krankenhaus.
- Die Höhe der jährlichen Selbstbeteiligung sollte transparent sein und darf die finanziellen Möglichkeiten des Verbrauchers nicht übersteigen, denn im Falle einer Krankheit kann sie nicht nach unten korrigiert werden.
- Der Systemwechsel in die PKV sollte nur dann vollzogen werden, wenn die PKV-Beiträge, die sich bis zum Eintritt in das Rentenalter erhöhen, durch entsprechende Ersparnisse leistbar bleiben.
- Wer bereits Mitglied in der privaten Krankenversicherung ist und mit seinem bisherigen Tarif nicht mehr zufrieden ist, der hat die Möglichkeit der Tarifoptimierung. Die über mehrere Jahre angesparten Altersrückstellungen bleiben somit erhalten.
Handwerker
Handwerker sind häufig gesetzlich versichert. Freiberufliche oder selbständig Tätige der Handwerksbranche haben bei der Krankenversicherung mehrere Optionen.
Sofern Sie über ein hohes Einkommen verfügen, bietet sich ein Wechsel der Krankenversicherung von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung an.
Unternehmer
Selbstständige Unternehmer, die eine eigene Firma leiten, haben in der Regel die Möglichkeit, aus der gesetzlichen Krankenkasse auszutreten und in die PKV zu wechseln.
Die Rechtsform des Unternehmens ist mitentscheidend. In einer GmbH sind Unternehmer als geschäftsführende Inhaber nicht an die GKV gebunden.








