Unfallversicherung in Deutschland: Leistungen vergleichen

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Zusätzlich zur gesetzlichen sollte jeder eine private Unfallversicherung abschließen.

Die Unfallversicherung hat die Aufgabe, Arbeits- und Schulunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren abzusichern. Die gewerblichen Berufsgenossenschaften, die Unfallkassen und die Gemeindeunfallversicherungsverbände werden vom Spitzenverband “Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)” vertreten.

Eine Unfallversicherung muss regelmäßig an die aktuellen Verhältnisse angepasst werden, daher kann man bei Vertragsabschluss eine dynamische Versicherung vereinbaren. Dann wird die private dynamische Unfallversicherung jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz erhöht, dieser orientiert sich an der staatlichen Rentenversicherung.

 

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Unfall am Arbeitsplatz, in der Schule oder anderswo: Die Unfallversicherung bietet Schutz.

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Unfallfolgen effektiv verhüten: Die Unfallversicherung

Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen:
„Eine Unfallversicherung ist wichtig, wenn keine gesetzlichen Rentenansprüche bestehen (...)". (vbz NRW 01/2012)

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Gesetzliche Unfallversicherung: Leistungen im Versicherungsfall

Bestandteile der Heilbehandlung
  1. Erstversorgung
  2. ärztliche Behandlung
  3. zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz
  4. Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln
  5. häusliche Krankenpflege
  6. Behandlung in Krankenhäusern und Rehabilitätseinrichtungen
  7. Leistungen zur medizinischen Rehabilitation nach § 26 Abs. 2 Nr1 und 3 bis 7 und Abs. 3 des Neunten Buches zur Sozialgesetzgebung

Abgesichtert sind die Unfälle, die sich am Arbeitsplatz, auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg von der Arbeit nach Hause ereignen. Ist ein Versicherungsfall eingetreten, so hat der Versicherte bei der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) Anspruch auf folgende Leistungen:

  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft
  • Leistungen bei Pflegebedürftigkeit
  • Geldleistungen

Ist der Versicherte 26 Wochen nach einem Versicherungsfall immer noch erwerbsunfähig oder erwerbsgemindert, so hat er Anspruch auf eine Rente.

Im Falle des Todes oder der Invalidität bietet die Unfallversicherung vor allem finanzielle Mittel, dies kann eine festgelegte Summe oder eine Rente sein. Dazu zählen zum Beispiel auch Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, eine sofortige Zahlung bei einer schweren Verletzung oder eine lebenslange Rente.

Die meisten Arbeitnehmer in Deutschland sind aufgrund der Sozialversicherung auch gesetzlich unfallversichert. Dennoch bieten viele Krankenkassen eine zusätzliche freiwillige Unfallversicherung an, die den Versicherungsschutz deutlich erweitert.

Berufsunfähigkeitsversicherung im Überblick

Krankenversicherung in Deutschland

 
Checkliste
Das sollte eine gute Unfallversicherung enthalten
  • Der Mitwirkungsanteil durch Krankheiten oder Gebrechen sollte kleiner als 50 Prozent sein
  • Die Gliedertaxe einschließlich Milz und Nieren (Invaliditätsgrade bei Verlust, Teilverllust, Funktionsuntüchtigkeit oder Funktionsbeeinträchtigung eines Organs oder Körperteils)
  • Unfälle, die durch Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herz-Kreislaufstörungen verursacht werden
  • Knochen-, Bauch- oder Unterleibsbrüche und Schädigungen der Gliedmaßen oder der Wirbelsäule, die durch Eigenbewegungen verursacht wurden
  • Nahrungsmittelvergiftungen (auch bei Erwachsenen; keine Alkoholvergiftung)
  • Umschulungsmaßnahmen bei unfallbedingter Berufsunfähigkeit bis 6.000 Euro
  • Bergungskosten bis 1.000.000 Euro
  • typische Gesundheitskosten, die beim Tauchen entstehen, Druckkammerkosten
  • Gesundheitsschäden durch Erfrierungen
  • allergische Reaktionen durch Insektenstiche
  • Infektionen durch Haut- oder Schleimhautverletzungen
  • Beitragsbefreiung bei Arbeitslosigkeit (bis zu 12 Monate)

Das System der privaten Unfallversicherung

In der gesetzlichen Unfallversicherung sind nur Unfälle versichert, die auf der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder auf dem Weg nach Hause geschehen. Es können aber auch in der Freizeit Unfälle passieren. Die Rate für solche Unfälle ist sogar höher, wie die folgende Unfallstatistik zeigt:

UnfallkategorieArbeitVerkehrSchuleHaushaltFreizeitSonstigeGesamt
Tödliche Unfälle (absolut)5253.834127.5337.2381.10120.243
Tödliche Unfälle (prozentual)2,59%18,94%0,06%37,22%35,75%5,44%100%
Unfallverletzte in Millionen (absolut)1,140,371,382,732,6308,25
Unfallverletzte (prozentual)13,82%4,48%16,73%33,09%31,88%0100%

Unfallstatistik aus dem Jahr 2010; Quelle (absolute Werte): Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Daher sollte jeder, egal ob Kind oder Erwachsener, Rentner oder Arbeitnehmer, zusätzlich eine Unfallversicherung privat abschließen. Keinerlei Schutz für Arbeitslose ist in der gesetzlichen Unfallversicherung inbegriffen, daher sollten diese sich unbedingt privat unfallversichern.

Unfallversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Einige Unternehmen bieten auch Unfallversicherungen ohne Gesundheitsprüfung an. Diese sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden, denn dies kann dazu führen, dass erst im Leistungsfall Vorerkrankungen zu Kürzungen führen. Dennoch werden in den betroffenen Versicherungen nicht alle Antragsteller aufgenommen. So lehnen oft Unternhemen Personen ab, die älter als 59 Jahre sind, eine Pflegebedürftigkeit aufweisen oder Personen mit einer Behinderung von mehr als 30 Prozent. Einige Versicherer ohne Gesundheitsprüfungen kürzen die Leistungen nur, sofern die Erkrankung ursächlich mitverantwortlich für den Unfall ist (mindestens zu mindestens 50 Prozent).

Tarife mit Beitragsrückgewähr

Bei der privaten Unfallversicherung werden abhängig von den Leistungen die Beiträge berechnet. Die privaten Unfallversicherungen werben immer wieder mit Tarifen mit Beitragsrückgewähr und ähnlichem, wie in der folgenden Tabelle beschrieben. Aber bei solchen Verträgen sollte man genau durchrechnen, was in der persönlichen Situation sinnvoll ist.

Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

Ein Teil der geleisteten Beiträge oder auch die volle Summe wird nach Vertragsende an den Versicherten zurückgezahlt. (Vertragslaufzeit mindestens 20 Jahre)

Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung

Am Ende der Laufzeit werden die Beiträge zurückgezahlt.

Aber ACHTUNG!: Dies ist eine Kombination aus Risikoschutz und Kapitallebensversicherung. Versicherte erhalten dadurch Mehrleistungen, die entsprechend höhere Beiträge mit sich bringen.

Funktion der Progression für private Verträge

Wird bei Abschluss einer Unfallversicherung eine Progression vereinbart, so steigt im Falle der Invalidität die Invaliditätssumme an. Normalerweise liegt die Progression zwischen 300 und 500 Prozent. Die Progression beginnt aber erst ab einer Invalidität über 25 Prozent. Das folgende Beispiel zeigt, wie die Invaliditätsleistung bei unterschiedlichen Progressionen ansteigt (Invaliditäts-Grundsumme bei 100.000 Euro):

Invaliditätsgradohne ProgressionProgression 300 %Progression 500 %
20%20.00020.00020.000
30%30.00040.00040.000
50%50.000100.000100.000
70%70.000180.000260.000
90%90.000260.000420.000
100%100.000300.000500.000

Wichtige Fragen zur Unfallversicherung - FAQ

Gibt es eine Altersgrenze für den Abschluss einer Unfallversicherung?

Abhängig von der Versicherungsgesellschaft ist der Abschluss einer Unfallversicherung bis zum 65. oder auch 70. Lebensjahr begrenzt. Danach gibt es spezielle Seniorentarife, die Leistungen enthalten, die genau auf Menschen höheren Lebensalters zugeschnitten sind.

Was muss nach einem Unfall beachtet werden?

Nach einem Unfall sollte die Versicherung so schnell wie möglich darüber informiert werden. Dies geschieht über eine Unfallanzeige, die der Versicherte an die Versicherung schickt. Darin müssen Informationen über den Unfallhergang, die Verletzungen und die behandelnden Ärzte sowie Krankenhäuser gegeben werden. Ein tödlicher Unfall ist der Versicherung innerhalb von 48 Stunden zu melden.

Wer legt die Versicherungsleistungen und den Invaliditätsgrad fest?

Normalerweise bestimmt der behandelnde Arzt die Versicherungsleistungen, da er den Invaliditätsgrad festlegt. Oft stellen die Versicherungen aber auch einen eigenen Arzt, der den Invaliditätsgrad beurteilen soll. Wie hoch dann letztendlich die Leistungen aus der Unfallversicherung sind, wird anhand der sogenannten Gliedertaxe errechnet. Unter den vielen Anbietern der Unfallversicherung gibt es große Unterschiede in der Gliedertaxe.

Wieso sollte die Versicherungssumme bei Kindern höher sein?

Die Versicherungssumme bei Kindern in der Unfallversicherung sollte höher sein, da diese noch ihr ganzes Leben vor sich haben. Wenn diese einen Unfall erleiden, der ihnen später keine Arbeit ermöglicht, haben sie keinen Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Zudem ist auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung oft noch nicht möglich, da Kinder keine Arbeit ausüben.

Ist die Ausübung von Sport in der Unfallversicherung mitversichert?

Viele Versicherungen verlangen oft einen höheren Beitrag, wenn eine Sportart ausgeführt wird. Dies trifft aber oft nur bei den sogenannten Risiko-Sportarten, wie Fallschirmspringen, Drachenfliegen, Rennfahren oder auch Tauchen, zu. Beim Abschluss einer Unfallversicherung sollte der Vertrag daher genau gelesen werden, damit auch Sportunfälle mitversichert werden.

Welche Vorteile und Nachteile hat die sogenannte Progression?

Mit der Progression steigt die Leistungssumme an, je stärker die Verletzung des Versicherten ist. Die Vorteile dieser Regelung sind: Je höher der Invaliditätsgrad, umso höher ist die ausgezahlte Versicherungssumme. Außerdem kann die versicherte Invaliditätssumme niedrieger angesetzt werden und somit ist der Beitrag niedriger. Zu den Nachteilen gehört, dass die Progression erst bei Invaliditätsgraden über 25 Prozent greift. Wenn also eine niedrige Invaliditätsumme mit einer Progression gewählt wird, um  Beiträge zu sparen, erhält der Versicherte bei einem niedrigen Invailiditätsgrad entsprechend weniger Geld.

Was muss bei einem Berufswechsel beachtet werden?

Bei einem Berufswechsel kann sich die Gefahrenklasse ändern, was Einfluss auf die Beiträge für die Unfallversicherung hat. Der Versicherungsschutz muss sich immer an die veränderten Berufsbedingungen anpassen. Daher muss ein neuer Beruf der Versicherung direkt mitgeteilt werden. In den Verträgen sind Fristen für solche Fälle vermerkt.

Sind die Beiträge steuerlich absetzbar?

Beiträge zur privaten Unfallversicherung können als Sonderausgaben im Zusammenhang mit dem Höchstbeitrag für Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abgesetzt werden. Zudem kann man sie zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben aufteilen. Normalerweise können 50 Prozent der Beiträge als Werbungskosten abgesetzt werden.

Was ist der Unterschied zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine private Unfallversicherung bietet eine hohe Invaliditätssumme nach einem Unfall. Dazu gehören auch Kosten, die bei einem behindertengerechten Umbau der Wohnung entstehen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen zahlt dem Versicherten regelmäßige Renten nach einem Unfall oder auch nach einer schweren Krankheit, wenn der Versicherte dadurch seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Es ist empfehlenswert, beide Versicherungen abzuschließen.

Letzte Aktualisierung: 22.03.2013 - Antonia Hermann
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