Die private Rentenversicherung - individuell vorsorgen für das Alter

- Eine private Rente ist mittlerweile eine unverzichtbare Säule der Altersvorsorge geworden
Die private Rentenversicherung ist streng genommen eine Leistungsart der privaten Lebensversicherung. Arbeitnehmern dient sie neben der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und den Betriebsrenten als sinnvolle Ergänzung der Altersvorsorge. Für Selbständige und Freiberufler ist sie eine Möglichkeit, für das Alter Rentenansprüche zu erwerben. Anders als bei der Kapitallebensversicherung wird bei der privaten Rente kein Risikobeitrag für den Todesfallschutz erhoben.
Durch die demografische Alterung gerät das Konzept der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmend in Finanzierungsschwierigkeiten. Es ist mittlerweile davon auszugehen, dass die gesetzliche Absicherung in vielen Fällen nicht mehr ausreicht, um den notwendigen Lebensstandard zu halten. Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, zusätzlich fürs Alter zu sparen.
Private Rentenversicherung Vergleich und Rechner für Tarife
Richtige Vorsorge fürs Alter: Altersarmut verhindern und staatliche Rente aufstocken.
Umfassendere Leistungen als in der gesetzlichen Rentenversicherung sichern.
Stiftung Warentest: “Die private Rentenversicherung ist für viele Menschen ein wichtiger Teil ihrer Altersvorsorge: 19 Millionen Verträge gibt es in Deutschland." (9/2011)
Focus Money: “Die Ertragsaussichten (...) hängen maßgeblich davon ab, wie eine Gesellschaft das Geld ihrer Kunden am Kapitalmarkt anlegt." (focus.de)
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Formen der privaten Rentenvorsorge
- Riester-Rente: Die staatlich geförderte freiwillige Rente

Mit der Riester-Rente sollen die Kürzungen der gesetzlichen Rente und der Beamtenversorgung ausgeglichen werden. Obwohl vom Staat erfunden, handelt es sich bei Riester-Produkten aber um eine reine private Altersvorsorge.
- Rürup-Rente: Basisrente für Personen kurz vorm Rentenalter

Die Rürup-Rente existiert seit 2005 und wird von der Versicherungswirtschaft auch als Basisrente bezeichnet. Lukrativ ist sie besonders für Selbständige und gut verdienende Angestellte, die kurz vor ihrer Pension stehen.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Absicherung bei Krankheit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist essentiell für Personen, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Sie kann selbständig, aber auch zusätzlich zu einer Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen werden.
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV) über den Arbeitgeber

Eine betriebliche Altersvorsorge hat sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer einige Vorteile. Vor dem Vertragsabschluss ist einiges zu beachten. Unterschiedliche Formen der Betriebsrente im Überblick.
Aufgeschobene und sofort beginnende private Rentenversicherung
Folgende Arten werden bei der privaten Rentenversicherung unterschieden:
- Aufgeschobene Rentenversicherung (klassische Anlage) und
- Sofortrente oder auch sofort beginnende Rente
Bei der aufgeschobenen Rente werden regelmäßig über mehrere Jahre Beiträge eingezahlt. Zum Rentenbeginn bzw. Auszahlungszeitpunkt wird dann entweder eine monatlich garantierte Rente bis zum Lebensende oder eine einmalige Zahlung (Kapitalabfindung) ausgezahlt.
Dagegen wird bei der Sofortrente ein einmaliger Betrag eingezahlt. Als Gegenleistung erhält der Versicherte schließlich eine lebenslange monatliche Rente. Dies ist vor allem für ältere Personen interessant, die kurz vor ihrer Pensionierung stehen.
Fondsgebundene Rentenversicherung - “Rente mit viel Risiko”
Durch den zunehmenden Wettbewerb auf dem privaten Rentenversicherungsmarkt sind auch alternative Rentenversicherungen entstanden. Sogenannte Fondsgebundene Rentenversicherungen sind eine Kombination aus privater Rentenversicherung und Fondssparplan. Die Sparanteile der Beitragseinzahlungen legt der Fondsmanager in einem oder auch mehreren Investmentfonds an. Entscheidender Nachteil: Da die Wertentwicklung der Fonds nicht vorhersehbar ist, können die Anbieter die Rentenhöhe nicht garantieren. Der Stiftung Warentest Ableger “Finanztest” empfiehlt diese Form der Altersvorsorge daher in erster Linie nur besonders zahlungskräftigen Kunden.
Auszahlungsmodelle privater Rentenversicherungen
Für die Ausschüttung der Überschussbeteiligungen an die Privatrentner stellen die Versicherungsunternehmen meist drei Arten der Auszahlung zur Auswahl:
| Konstante Rente | Dynamische Rente | Teildynamische Rente |
|---|---|---|
|
Auszahlung lebenslang in gleicher Höhe |
Auszahlung lebenslang mit Steigerungen, deren Höhe von den erwirtschafteten Überschüssen des Versicherers abhängig ist |
Auszahlung oberhalb des Garantieniveaus, aber mit einem geringeren Anstieg als bei der dynamischen Rente |
Die private Rentenversicherung im Vergleich - Tipps für Versicherte
1. Entscheidung: Die private Rentenversicherung ist eine Altersvorsorge für kostenbewusste Versicherte mit etwas mehr Geld. Sie gilt als vergleichsweise sicher, ist aber relativ teuer. Sinnvoll ist ein privater Vertrag vor allem, wenn der Grundbedarf im Alter noch nicht ausreichend durch andere lebenslange Einkommensquellen gedeckt ist.
2. Flexibilität: Die meisten Versicherungen sind hinsichtlich Leistungen, Beitragszahlungen und Auszahlungen sehr starr und erlauben es nur selten, im Nachhinein Änderungen vorzunehmen. Auch ein Vertragsausstieg ist meist nur mit finanziellen Einbußen möglich. Achten Sie daher beim Vergleich der privaten Rentenversicherungen auch auf den Grad der Flexibilität.
3. Beitragsrückgewähr: Ratsam ist es, während der Sparphase eine Beitragsrückgewähr zu vereinbaren. Im Falle eines Todes vor dem Auszahlungstermin können die Rentenzahlungen so nicht verloren gehen, sondern an Hinterbliebene vererbt werden.
4. Rentengarantiezeit: Wird eine Rentengarantiezeit von 5,10 oder 15 Jahren mit dem Versicherer vereinbart, erfolgt die Auszahlung mindestens so lange, auch wenn der Versicherte vorher verstirbt.
5. Kapitalwahlrecht: Durch das Kapitalwahlrecht kann der Kunde am Ende der Einzahlung eine einmalige Summe statt einer Rente wählen. Wer in puncto Auszahlungsmodalitäten noch unentschlossen ist, sollte sich diese Möglichkeit auf jeden Fall offen halten.
6. Garantiezins: Bei der klassischen Variante gilt bei Neuverträgen ab 2012 eine Garantieverzinsung des Sparanteils im Beitrag von 1,75 Prozent.
7. Überschussbeteiligung: Überschüsse können u.a. entstehen, wenn der Anbieter am Kapitalmarkt erfolgreich ist. Der Kunde kann entscheiden, wie er von diesen Überschüssen profitiert (Verzinsliche Ansammlung oder Bonussystem).
8. Abruf- und Aufschubfunktion: Eine solche Vereinbarung ist sinnvoll. Mit einer Abruffunktion kann der Rentenbeginn vorgezogen werden, meist bis zu fünf Jahre. Mit einer Aufschubfunktion kann der Kunde die erste Auszahlung i.d.R. zwei bis fünf Jahre hinausschieben.
9. Berufunfähigkeitsschutz: Die Vereinbarung eines Berufunfähigkeitsschutzes bieten mittlerweile die meisten Versicherungsunternehmen an. Ist der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen gezwungen seinen Beruf aufzugeben, übernimmt der Versicherer in diesem Fall die Beitragszahlung für die Rentenversicherung.
10. Steuern: Da private Rentenversicherungen im Berufsleben mit Beiträgen aus versteuertem Einkommen finanziert werden, ist der größte Teil der Rentenzahlungen steuerfrei. Jüngere Menschen werden als Rentner aber mehr Steuern zahlen müssen als ältere. Versicherte sollten sich bei der Wahl der Vertragsbedingungen nach den jeweiligen Konditionen der Besteuerung erkundigen.
Information
Vor dem Abschluss einer privaten Altersvorsorge sollte sich Kunden stets ausreichend informieren und unbedingt begreifen, was die Vertragsbedingungen im Einzelnen bedeuten.
Zwar wurde das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) bereits mit strengeren Informationspflichten für die Versicherer versehen, dennoch ist weiterhin viel Eigeninitiative gefragt. Ein besonders wichtiger Hinweis: Kunden müssen meist Nachteile in Kauf nehmen, wenn sie in ihren Beitrag nicht jährlich, sondern monatlich überweisen.






