Das bietet die private Krankenversicherung für Familien und Kinder

Private Krankenversicherung Familie und Kinder
Für Familien mit hohem Einkommen kann es sogar günstiger sein, die Kinder privat zu versichern.

Wenn der Schwangerschaftstest endlich das richtige Ergebnis anzeigt, beginnt für die werdenden Eltern eine überaus spannende Zeit mit vielen Fragen.

Dabei sollten sie sich auch unbedingt Gedanken über sämtliche Themen machen, die in Verbindung mit Ihrer privaten Krankenversicherung stehen. Was ändert sich für Schwangere in der PKV, und macht ein Wechsel in die PKV zu diesem Zeitpunkt Sinn? Kinder können zwar privat mitversichert werden, doch es gelten besondere Regelungen für eine private Familienversicherung. Frisch gebackene Eltern haben Vorteile, wenn sie das Neugeborene sofort oder kurz nach der Geburt beim Vater oder bei der Mutter mitversichern. Informationen und Tipps für Familien.

Private Familienversicherung - Beiträge und Tarife

Da die Versicherungsunternehmen regelmäßig Bedarfsanalysen durchführen, ist in den vergangenen Jahren ein Tarifmodell in der PKV entstanden, das der gesetzlichen Familienversicherung sehr ähnlich ist. Zwar müssen in der privaten Krankenversicherung für jedes Kind Beiträge gezahlt werden, allerdings fallen die Kosten im Familientarif mittlerweile gering aus. Zudem beinhalten die Tarife oftmals besondere Optionen für einen Selbstbehalt sowie umfangreiche Leistungen. Einige Versicherungsunternehmen bieten außerdem einen Rabatt auf Beiträge für Kinder an.

Tipp

Wann sich eine private Krankenversicherung für Familien lohnt

Gerade bei gut verdienenden Personen kann sich eine private Versicherung für die Familie lohnen, denn unter bestimmten Bedingungen kann der Beitrag der gesetzlichen Familienversicherung höher ausfallen als der Familientarif der privaten Krankenversicherung.

Tarife für Familienversicherungen finden: Familien-Rechner zur PKV

Berechnung der Beiträge für den Nachwuchs

Der Beitrag für die Kinder in der privaten Krankenversicherung hängt zum einen von der gewählten Versicherungsgesellschaft ab. Allerdings dürfen die Eltern sich für ihr Kind kein neues Versicherungsunternehmen aussuchen: Das Kind muss in derselben Gesellschaft versichert werden, in der auch die Eltern versichert sind.

Weitere Faktoren zur Beitragserrechnung sind der gewählte Tarif, das Alter und der gesundheitliche Zustand des Kindes. Da Kinder aber in der Regel kaum oder gar keine Vorerkrankungen und ein geringeres Eintrittsalter haben, ist eine private Krankenversicherung im Gegensatz zum Beitrag der Eltern oft deutlich günstiger. Grundsätzlich sind die Leistungen für Kinder durch den elterlichen Tarif begrenzt. Zusätzliche Leistungen lassen sich durch private Zusatzversicherungen absichern. Ein Beitrag zur Pflegeversicherung wird nicht fällig.

Gesundheitsprüfung für Neugeborene nicht nötig

Wenn das Kind geboren ist, müssen sich die Eltern entscheiden, wie es versichert werden soll. Grundsätzlich gilt: Sind beide Elternteile in der privaten Krankenversicherung, muss auch das Baby privat versichert werden. Dabei ist es die freie Entscheidung der Eltern, bei wem der Nachwuchs mitversichert werden soll. Komplizierter ist es, wenn ein Elternteil gesetzlich und das andere privat versichert ist. Dann wird das Kind bei dem Elternteil mit dem höheren Einkommen versichert.

PKV Vergleich Familie & Kind

Eine Ausnahme besteht, sofern das privat versicherte Elternteil mit dem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze (2014: 4.462,50 Euro monatlich) liegt. Sollte das Einkommen eines Partners über der Versicherungspflichtgrenze liegen, so ist die Mitgliedschaft des Kindes nicht nur in der privaten, sondern auch in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenpflichtig. Sind die beiden Partner nicht verheiratet, darf frei darüber entschieden werden, bei wem das Kind versichert wird. Die sonst notwendige Gesundheitsprüfung in der PKV entfällt, wenn das Kind bis spätestens zwei Monate nach der Entbindung in einem PKV-Kindertarif untergebracht wird.

Checkliste

Kann mein Kind privat versichert werden?

Sie sind unsicher, ob Ihr Nachwuchs privat versichert werden kann? Folgende Checkliste kann eine Hilfestellung sein: 

  • Sind Mutter und Vater verheiratet?
  • Ist das Einkommen des privat versicherten Elternteils größer als das des gesetzlich versicherten Elternteils?
  • Hat das in der PKV versicherte Elternteil ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze (2014: 4.462,50 € im Monat)?  

Wenn alle drei Fragen mit Ja beantwortet werden können, ist eine kostenlose Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung für den Nachwuchs nicht möglich. Das Kind kann in der privaten Krankenversicherung versichert werden.

Das zahlt die PKV für Schwangere

Wer sich rechtzeitig vor der Schwangerschaft privat krankenversichert hat, muss seine Beiträge grundsätzlich auch während der Schwangerschaft entrichten. Dafür können Schwangere aber auf einen umfangreichen Leistungskatalog zurückgreifen:

  • in der Regel Erstattung von allen Leistungen, die auch von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen übernommen werden
  • meist erweiterter Leistungskatalog, der beispielsweise mehr Ultraschalluntersuchungen als die üblichen drei der gesetzlichen Kassen gewährt
  • Möglichkeit auf einen Tarif umzusteigen, der mit der Entbindungspauschale aus dem Krankentagegeld insgesamt circa neun Monate beitragsfrei ist (Wechsel nur unter Einhaltung einer bestimmten Frist zulässig)

Außerdem besteht für Schwangere in der PKV noch die Möglichkeit, durch sparsame Beiträge Rücklagen in Form von Altersrückstellungen für die Zeit nach der Entbindung zu bilden.

Statistik zu Schwangerschaftskosten

Ausgaben für Schwangerschaft und Geburt müssen Frauen seit Anfang 2008 nicht mehr allein tragen. Die privaten Krankenversicherer haben diese Kosten auf Männer und Frauen gleichermaßen verteilt. Dazu zählen Leistungen für eine Frau in dem Zeitraum von acht Monaten vor bis einen Monat nach der Geburt des Kindes. Laut eigenen Angaben geben die Unternehmen 300 bis 350 Millionen Euro jährlich dafür aus.

Tipp

Wechsel vor der Schwangerschaft durchziehen

Nach dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz dürfen Kosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft nicht zu unterschiedlichen Leistungen führen. Dennoch berichten Verbraucherschützer immer wieder davon, dass wechselwillige Schwangere von privaten Krankenversicherern abgewiesen oder nur gegen Risikozuschlag angenommen werden. Wer PKV-versichert sein will, sollte demnach vor einer Schwangerschaft wechseln.

Sie sind bereits privat versichert, aber Tarif bietet nicht genügend Leistungen? Es gibt eine günstige Möglichkeit zum Tarifwechsel innerhalb des Anbieters.

Mutterschaftsgeld beim Bundesversicherungsamt beantragen

Werdende Mütter, die sich im Angestelltenverhältnis befinden, haben Anspruch auf den Mutterschutz und Mutterschaftsgeld. Bei der privaten Krankenversicherung wird dieses Geld in der Regel einmalig gezahlt. Diese Leistung erfolgt jedoch nicht automatisch, sondern muss beim Bundesversicherungsamt (BVA) in Bonn beantragt werden. Dafür benötigen Schwangere eine Bescheinigung des Frauenarztes über den berechneten Geburtstermin.

Checkliste: Wann lohnt sich die PKV für Frauen mit Kinderwunsch?

Bevor Frauen mit Kinderwunsch in die private Krankenversicherung wechseln, sollten sie überlegen, ob das wirklich Sinn macht. Ein Wechsel kann sinnvoll sein:

  • wenn bis zur Schwangerschaft noch etwas Zeit ist und aus der Beitragsersparnis der PKV Rücklagen für die Zeit der Elternzeit aufgebaut werden können
  • wenn ein Tarif gewählt wird, bei dem während der Elternzeit Beitragsfreiheit gewährt wird
  • wenn die Mutter nicht die vollen drei Jahre Erziehungsurlaub nehmen möchte, sondern nach etwa einen Jahr wieder voll einsteigen will (bei Halbtagsarbeit besteht aufgrund des niedrigen Einkommens Gefahr auf Pflichtmitgliedschaft in der GKV)
  • wenn die Familienplanung bereits abgeschlossen ist

Mehr Infos zum privaten Krankenversicherungswechsel
Alle private Krankenkassen in einer Liste

Private Krankenversicherung während der Elternzeit

Auch für die Elternzeit, die sich für die meisten Mütter, aber auch immer mehr Väter an die Geburt anschließt, gelten einige Besonderheiten.

  • Der Arbeitgeberzuschuss für die Beiträge der privaten Krankenversicherung fällt in dieser Zeit weg.
  • Sinkt während der Elternzeit das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze, gilt wieder die reguläre Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Da es sich dabei oft um einen vorübergehenden Zustand handelt, kann eine PKV-Anwartschaftsversicherung abgeschlossen werden.
  • Selbiges gilt für Teilzeitarbeit während der Elternzeit.
  • Einige Versicherer bieten für bestimmte Tarife eine Beitragsbefreiung oder Reduzierung des Beitrages innerhalb eines gewissen Zeitraumes (meist 6 oder 12 Monate) an.
  • Ein Wechsel in eine gesetzliche Krankenkasse, um dort beitragsfrei versichertes Mitglied durch den Ehepartner oder Mitglied der freiwilligen Versicherung zu werden, ist nicht möglich. 

Die häufigsten Fragen unserer Leser im Überblick - FAQ

Wie funktioniert die private Familienversicherung genau?

Das Prinzip ist ähnlich der Regelung der gesetzlichen Krankenkassen. Kinder werden auch in der privaten Krankenversicherung über die Eltern mitversichert, und zwar bei derselben Gesellschaft. Auch die Leistungen sind an die elterliche Versicherung angelehnt. Beiträge für Kinder werden gesondert erhoben. Beamte können sogar die Beihilfe durch den Dienstherren auf Ehepartner und Kinder ausweiten.

Ist es egal, bei welchem Elternteil das Kind mitversichert wird?

Nur wenn beide Partner nicht verheiratet sind oder wenn beide privat versichert sind. In letztgenanntem Fall muss das Kind aber auch privat versichert werden. Ist ein Partner privat, der andere jedoch gesetzlich versichert, muss der Nachwuchs bei dem Elternteil versichert werden, der mehr verdient.

Ist das Kind auch in der PKV beitragsfrei mitversichert?

Nein, für jedes einzelne Kind werden in der PKV extra Beiträge fällig. Diese sind aber aufgrund des Eintrittsalters sowie des meist guten Gesundheitszustandes sehr gering. Für Kinder, die ab Geburt privat versichert werden, gelten weitere Vergünstigungen.

Muss ich während Schwangerschaft & Elternzeit PKV-Beiträge zahlen?

Während der Schwangerschaft und im Mutterschutz muss die Schwangere ihre Beiträge normal weiter bezahlen. Für die Elternzeit bieten manche Versicherer Beitragsfreiheit für einen gewissen Zeitraum an. Eine weitere Möglichkeit sind spezielle Beitragserstattungsoptionen durch das Krankentagegeld. Dabei werden die Beiträge zwar regulär weitergezahlt, aber durch die Beitragserstattung (über das Krankentagegeld im Tarif verankert) wird die Versicherung de facto beitragsfrei. Frauen, die Kinder planen, sollten solche Tarife deshalb in Erwägung ziehen.

Ich bin schon schwanger. Kann ich noch zur PKV wechseln?

Möglich ist es prinzipiell, allerdings ist es die Entscheidung der Versicherung, ob bereits schwangere Frauen versichert werden. Besser ist es, vor der Schwangerschaft in die private Versicherung einzutreten. Wer diesen Zeitpunkt verpasst hat, sollte in Erwägung ziehen, den Wechsel erst nach der Entbindung zu vollziehen. Ein guter Zeitpunkt ist der Eintritt oder Wiedereintritt ins Berufsleben.

Welche Leistungen übernimmt die PKV während der Schwangerschaft?

In dieser Zeit erstattet die PKV in der Regeln alle jene Leistungen, die auch von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen getragen werden. Viele Gesellschaften haben sogar einen erweiterten Leistungskatalog, dazu zählen z.B. mehr Ultraschalluntersuchungen.

Bekomme ich das Mutterschaftsgeld von meiner Krankenkasse?

Nein, als privat Versicherte haben Sie zwar Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Dieses muss aber beim Bundesversicherungsamt in Bonn mit der Bescheinigung Ihres Frauenarztes über den errechneten Geburtstermin beantragt werden. Die Höhe des Mutterschaftsgeldes für PKV-Versicherte ist dieselbe wie für Kassenpatientinnen.  

Letzte Aktualisierung: 31.03.2014 - Albert Gottelt
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