Private Krankenversicherungen (PKV) - Das System auf einen Blick

Aktuell: Einige private Krankenversicherungen haben zum Jahreswechsel 2013/2014 Beitragserhöhungen angekündigt. Die Steigerungsraten bewegen sich im Schnitt im niedrigen einstelligen Prozentbereich, können aber in einzelnen Tarifen bis zu 50% betragen. Neukunden sind stärker betroffen als Bestandskunden.

Private Krankenversicherung
Über die private Krankenversicherung lassen sich medizinische Komfortleistungen versichern

Derzeit sind rund 9 Millionen Menschen in Deutschland privat versichert. Wir zeigen, wann eine Privatversicherung lohnt, welche genauen Vorteile das System bietet und wer Zugang hat.

Nur bestimmte Berufsgruppen können sich versichern, sofern die Bedingungen für den Eintritt erfüllt sind. Für die Wahl des Unternehmens stellen wir Ihnen einen Beitrags-Rechner sowie einen Vergleich bekannter Anbieter zur Verfügung, damit Sie eine Tarifübersicht erhalten. Vorteile des Systems sind neben Mehrleistungen auch Beitragserstattungen, kurze Wartezeiten und eine schnelle Terminvergabe beim Arzt.

Video-Ratgeber: Für wen die private Krankenversicherung Vorteile bietet

Wichtige Vorteile im Überblick:

Viele Menschen entscheiden sich für eine Privatkasse wegen umfangreicher Leistungen*.

  • Umfassende Kostenerstattung für Zahnbehandlung
  • Alternative Behandlungsmethoden
  • Heilpraktiker und Psychotherapie
  • Komfortbehandlung, kurze Wartezeiten, kurzfristige Terminvergabe

* abhängig vom Vertrag individuell wählbar. Sie zahlen nur das, was sie wirklich benötigen.

Nutzen Sie eine PKV-Beratung, um den Versicherungsbedarf zu ermitteln.

Zugang für bestimmte Personengruppen

Angestellte

PKV Angestellte

Angestellte mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze können sich privat versichern. Sie erhalten einen Zuschuss vom Arbeitgeber.

PKV für Angestellte
Einkommensgrenze

Selbständige

PKV Selbständige

Selbständige profitieren von der Privaten vor allem, wenn Sie bei Eintritt jung sind und wenig Vorerkrankungen haben. Der Eintritt ist auch über 55 Jahre noch möglich.

PKV für Selbständige
KV für Existenzgründer

Beamte

PKV Beamte

Für Beamte sind private Krankenversicherungen besonders geeignet, da nur dort Anspruch auf Beihilfe durch den Dienstherren besteht.

PKV für Beamte
Beamtentarife im Test

Weitere Hintergrundinformationen zur Privatversicherung

Private Krankenversicherung - Angestellte, Beamte, Selbständige im Vergleich

Angestellte, Selbständige und Beamte sind die drei größten Gruppen der Privatversicherten. Doch das System steht weiteren Personengruppen ebenso offen, dazu zählen

  • Familien und deren Kinder
  • Studenten und Personen im Fernstudium
  • Rentner und Pensionäre

Weitere Berufsgruppen im Überblick

Selbst bei Arbeitslosigkeit ist eine private Krankenversicherung möglich, allerdings nur für Personen, die bereits vor der Arbeitslosigkeit hier versichert waren. Welche Versicherung generell am besten passt, kann über einen aktuellen PKV-Vergleich im Internet geprüft werden.

 
Checkliste

Das macht eine gute Privatversicherung aus

Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden und den Versicherungsvertrag unterzeichnen, können Sie mit einigen Merkmalen prüfen, ob die Versicherung Ihren Bedürfnissen entspricht.

  • Beitragsstabilität: Das Unternehmen bietet eine solide Finanzbasis und wirtschaftet erfolgreich am Markt. Das hat Einfluss auf die Beitragsberechnung, so dass Ihre Beiträge in guten Händen sind und damit auch langfristig stabil bleiben.
  • Tarifvielfalt: Die Versicherung hat mehrere Tarifvarianten zur Auswahl, aus denen Sie wählen können. So erhalten Sie sich auch langfristig ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Das Unternehmen bietet Beitragserstattungen, z.B. für nicht genutzte Leistungen.
  • Die Versicherung zahlt eingereichte Arzt-Rechnungen unbürokratisch und zügig
  • Das Unternehmen bietet sowohl Tarife, die schon lange auf dem Markt sind, als auch solche, die erst wenige Jahre verfügbar sind (10 Jahre oder weniger). Dann können Sie bei Bedarf später besser Ihren Tarif optimieren.
  • Servicequalität: Prüfen Sie, ob die Krankenversicherung gute Kontaktmöglichkeiten bietet. Dazu zählt auch eine möglichst kostenlose, mindestens Montag bis Freitag erreichbare Hotline.
  • Sofern Sie Wert darauf legen einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, prüfen Sie dies vorher.

Einige Aspekte sind für Außenstehende und Neukunden schwer einzuschätzen. Prüfen Sie daher aktuelle PKV-Testberichte und Rankings. Diese enthalten vielfach Informationen über Servicequalität oder die finanzielle Situation der Anbieter.

Preise mit PKV-Rechner prüfen: Faktoren für die Beitragsberechnung

Die Versicherungsprämien richten sich nach Alter und Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn. Außerdem wichtig: die gewählten Leistungen. Internet-Rechner sollten unbedingt all diese Kriterien abfragen, um passende Policen zu finden. Nur der Gesundheitszustand wird üblicherweise erst später ermittelt. Das Geschlecht wird seit Inkrafttreten der Unisex-Regelungen nicht mehr zur Kostenberechnung herangezogen.

Die meisten Tarife der privaten Krankenkassen lassen sich in drei Abstufungen einteilen:

  • Basisschutz (meist die günstigste Option, allerdings weniger Leistungen)
  • Standardschutz (oft recht gutes Preis-Leistungs-Verhältnis)
  • Komfortschutz (nicht ganz billige PKV-Policen, aber viele zusätzliche Leistungen)

Gute PKV-Beratung kann Kosten und Beiträge minimieren

Wichtig ist, Leistungen so zu wählen, dass weder eine Über- noch eine Unterversicherung entsteht. Als Versicherter können Sie nämlich genau die Leistungen versichern, die Sie tatsächlich benötigen. Wichtig: Stellen Sie die private Krankenversicherung im Vergleich genau gegenüber bzw. nutzen Sie die unabhängige PKV-Beratung. So zahlen Sie nur den Beitrag für Ihre Leistungen. 

Spezielle Beratung durch Fachleute

Vor einer Versicherungsberatung sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie eine kostenpflichtige oder kostenlose Beratung in Anspruch nehmen. Beides hat bestimmte Vorteile.

Kostenlose ProvisionsberatungKostenpflichtige Honorarberatung
  • durch Versicherungsvertreter (Vermittlung eines bestimmten Unternehmens) oder
  • durch Versicherungsmakler (Vermittlung mehrerer Unternehmen)

Vorteil: Beratung bleibt kostenlos, auch wenn Sie keinen Vertrag abschließen.

Nachteil: Makler oder Vertreter verdienen eine Provision, sobald ein Produkt verkauft wurde. Kritiker monieren, Neutralität sei beim Provisionsmodell nicht immer gewährleistet.

Tipp: Fragen Sie nach der Höhe der Provision. Sie sollten sich außerdem sicher sein, welche Versicherung Sie genau brauchen. Nehmen Sie sich im Zweifel nach dem Gespräch Bedenkzeit, bevor Sie einen Vertrag unterzeichnen.

Beratungsangebote einsehen

  • zugelassene Versicherungsberater
  • Verbraucherzentralen
  • Bund der Versicherten (nur für Mitglieder)
  • Spezialisierte Anwälte

Vorteil: Da das Honorar nicht an den Kauf eines Produktes gebunden ist, wird die Beratung oft als neutraler angesehen.

Nachteil: Kunde zahlt Beratungsleistung aus eigener Tasche. Üblich sind Stundensätze oder Pauschalen. Das Honorar ist aufwandsbasiert, auch wenn Sie keine Versicherung abschließen.

Tipp: Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor, damit Sie möglichst viele wertvolle Informationen für sich mitnehmen.

Beratung speziell zum Tarifwechsel

Günstige Angebote - Sind billige Einsteigertarife eine Option?

Viele Unternehmen öffnen regelmäßig neue Tarife zu sehr niedrigen Preisen. Dies sind vor allem für Neueinsteiger sehr attraktive Angebote. Allerdings gilt bei solchen Tarifen: Wer sich aus Kostengründen für die günstigste private Krankenversicherung entscheidet, sollte damit rechnen, dass die Leistungen eingeschränkt sind. Das geht auch aus unserem Online-Tarifrechner hervor. "Billigtarife" sind außerdem oft mit hohem Selbstbehalt verbunden. 

Es ist ratsam für alle Personen, die einen solchen Tarif wählen, während der Mitgliedschaft regelmäßig den Beitrag zu prüfen, und ob es beim selben Anbieter bessere Tarife gibt. Vor allem wenn es teurer wird (was bei solchen PKV im Vergleich zu anderen Tarifen schnell passiert), bietet sich ein Tarifwechsel an, um bessere Leistungen für weniger Geld zu bekommen.

Merkmale der privaten Krankenkassen im Überblick

MerkmaleErklärung

Prinzip

Das System funktioniert nach dem Prinzip der Kapitaledeckung. Leistungen werden mit den Beiträgen des Versicherten bezahlt. Jeder sorgt für sein Risiko innerhalb der Tarifgemeinschaft vor.

Mitgliedschaft

Gesundheitsprüfung zu Beginn notwendig (Ausnahme: Basistarif)

Familienversicherung

jedes Familienmitglied wird einzeln versichert

Abrechnung

Kostenerstattungsprinzip

privatärztliche Behandlung

freie Arztwahl, Behandlung durch Spezialisten, Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer oder Mehrbettzimmer

Unsere Leser fragen - wir antworten: Die beliebtesten FAQ

Kann ich sofort nach Überschreiten der Einkommensgrenze einsteigen?

Nein, das Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze ist nur eine Voraussetzung, um sich privat versichern lassen zu können. Seit 2011 schreibt der Gesetzgeber vor, mindestens ein Jahr lang über der Grenze liegen zu müssen. 2014 beträgt die Versicherungspflichtgrenze 53.550 Euro brutto im Jahr.

Ist der Eintritt in die Privatversicherung trotz Vorerkrankungen möglich?

Prinzipiell ist das System auch für bereits erkrankte Personen nicht ausgeschlossen. Die Versicherung darf jedoch Zuschläge für besondere Krankheitsrisiken verlangen oder in schweren Fällen den Versicherungsantrag ablehnen. Für Krankheiten, die nach Vertragsbeginn erstmals diagnostiziert werden, sind keine Zuschläge zu zahlen.

Können auch Kinder privat krankenversichert werden?

Natürlich können auch Kinder in die private Krankenversicherung aufgenommen werden. Der Beitrag ist i.d.R. deutlich niedriger als für Erwachsene, das zeigen Beitragsrechner im Internet, weil das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand entscheidende Faktoren sind.

Ist der Basistarif immer der günstigste Tarif?

Nein, der Basistarif ist brancheneinheitlich nach Art und Umfang der gesetzlichen Versicherung gestaltet, kostet aber den Maximalbeitrag von 627,75 Euro. Viele private Vollversicherungstarife kosten weniger und leisten mehr.

Erhöht die private Krankenkasse den Beitrag, sobald ich mehr verdiene?

Nein, nach einer Gehaltserhöhung darf die Versicherung die Monatsbeiträge nicht erhöhen, denn die Beiträge sind unabhängig vom Einkommen. Beitragserhöhungen sind dennoch möglich, etwa aufgrund steigender Kosten im Gesundheitswesen, die auf die Versicherten umgelegt werden (siehe Frage 1).

Wozu gibt es eine Selbstbeteiligung?

Die Selbstbeteiligung (auch Selbstbehalt) hilft, den Verwaltungsaufwand bei der Versicherung gering zu halten, da nur Rechnungen ab einer bestimmten Höhe eingereicht werden. Für Versicherte bringt eine Selbstbeteiligung mehr Eigenverantwortung und niedrigere Beiträge. Daher ist die Selbstbeteiligung besonders für Menschen geeignet, die Wert auf die günstigste Absicherung legen.

Gibt es einen Weg zurück in die gesetzliche Kasse?

Eine Rückkehr in das gesetzliche System ist nicht ausgeschlossen, allerdings sind hieran einige Bedingungen geknüpft. Dazu zählen das Unterschreiten der Einkommensgrenze oder Arbeitslosigkeit. Im letztgenannten Fall gelten die Versicherungsregeln für Arbeitslose. Weiterhin gilt eine Altersgrenze von 55 Jahren; darüber ist ein Systemwechsel in der Regel ausgeschlossen.

Wie kann ich verhindern, dass Beiträge im Alter steigen?

Beitragssteigerungen im Laufe mehrerer Jahre oder Jahrzehnte sind in der Krankenversicherung (gesetzlich und privat) Gang und Gäbe. Hauptgrund sind allgemeine Kostensteigerungen (Ärztehonorare, Krankenhauskosten, innovative Behandlungen etc.). Privatversicherte, deren Beiträge über das normale Maß hinaus steigen, haben jederzeit die Möglichkeit zur Tarifoptimierung bei ihrer Gesellschaft (gleiche Leistungen für weniger Geld).

Was verbirgt sich hinter den neuen Unisex-Tarifen?

Da Frauen statistisch gesehen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer und somit länger und mehr Leistungen beziehen, liegen die Beiträge für Frauen häufig über denen für Männer. Diese Regelung hat der Europäische Gerichtshof in einem Urteil gerügt und angeordnet, dass Versicherungsverträge ab Ende 2012 geschlechtsneutral (Unisex) sein müssen. Deshalb wird es künftig nur noch geschlechtsneutrale Unisex-Tarife geben. Die Beiträge für die private Krankenversicherung könnten sich daher für beide Geschlechter nach und nach angleichen.

Wie funktioniert die Kostenerstattung?

Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Leistungsträger (z.B. Arzt, Krankenhaus, Apotheke). Die Kosten werden zunächst vor Ort durch den Versicherten bezahlt. Über diesen Betrag erhalten Patienten eine Rechnung, die wiederum nach Einreichen bei der Versicherung erstattet wird. Vorteil dieses Systems ist, das Patienten Überblick über die in Anspruch genommenen Leistungen behalten. In manchen Tarifen mit Beitragserstattung ist es manchmal sogar günstiger, die Rechnungen allein zu tragen und dafür den Anspruch auf Beitragserstattung am Jahresende zu behalten.

Ist ein Tarifvergleich im Internet sinnvoll?

Um schnell und direkt einen Überblick über die Preise in den unterschiedlichen Krankenversicherungstarifen zu erhalten, ist ein Tarifvergleich im Internet zu empfehlen. Wir bieten einen Online-Vergleich, so dass Sie gleich am Bildschirm sehen, mit welchen Kosten Sie rechnen können. Wir empfehlen anschließend eine detaillierte, an der Lebenssituation orientiere Bedarfsanalyse.

Ist eine individuelle Bedarfsanalyse verbindlich und was kostet das?

Der persönliche Tarifvergleich legt nicht nur eine große Preisvielfalt offen, er ist für Sie auch absolut unverbindlich. Somit verpflichtet er nicht zum Abschluss eines Vertrages. Im Interesse der Verbraucher bieten wir diesen Tarif- und Preisvergleich kostenlos an. Als unabhängiges Verbraucherportal legen wir großen Wert darauf, dass unser Beitragsvergleich viele verschiedene Anbieter, darunter auch Testsieger von Stiftung Warentest oder Finanztest, einbezieht. Bei dem Vergleich wird kein bestimmtes Unternehmen bevorzugt. Sollten Sie dennoch aufgrund von Vorerfahrungen einen bestimmten Anbieter bevorzugen, kann dies in der Bedarfsanalyse berücksichtigt werden.

Welche Kriterien sind bei der Anbieterwahl besonders wichtig?

Wichtig ist, den Leistungskatalog genau zu überprüfen. In der privaten Krankenversicherung sollten zum Beispiel weder Leistungen fehlen (Unterversicherung), noch unnötige Risiken versichert werden (Überversicherung). Außerdem sollten Aspekte wie die Leistungen der Versicherung im Ausland, attraktive Präventionsangebote oder Optionen für Beitragsrückerstattung genügend Aufmerksamkeit erhalten. Dies gilt ebenso für mögliche Zusatzleistungen und den Service sowie die Beratung vor Ort.

Letzte Aktualisierung: 16.10.2014 - Albert Gottelt