Gesetzliche Rentenversicherung: Richtig abgesichert im Alter

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Gerade im Alter ist ein essentieller Versicherungsschutz von großer Bedeutung

Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) ist neben der Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung ein wichtiger Versicherungszweig innerhalb der deutschen Sozialversicherung. Aufgabe der Rentenversicherung ist die Altersversorgung der abhängig Beschäftigten sowie weiterer Personen, die der Rentenversicherungspflicht unterliegen oder auf freiwilliger Basis Beiträge einzahlen.

Aufgaben der Rentenversicherung werden durch die Bundes- und Regionalträger wahrgenommen. Solche Bundesträger sind der Deutsche Rentenversicherung Bund und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Trotz der zunehmenden Bedeutung der privaten Rentenversicherung ist die gesetzliche Rentenversicherung das bedeutendste System der Alters- und Erwerbssicherung in der Bundesrepublik Deutschland. Die deutsche GRV hat ihre Grundlage im Sechsten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB VI).

Leistungsumfang der gesetzlichen Rentenversicherung

Anders als in den anderen Sozialversicherungszweigen richten sich die gewährten Leistungen der Rentenversicherung nach der Höhe der eingezahlten Beiträge (Äquivalenzprinzip). Die versicherten Risiken der GRV sind:

  • das Alter (Altersrente)
  • die verminderte Erwerbstätigkeit
  • der Tod (Hinterbliebenenrente, darunter Witwenrente, Witwerrente, Waisenrente)
  • Leistungen im Rahmen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation

Rentenversicherungsbeitrag und aktuelle Bemessungswerte

Die Höhe des Beitragssatzes zur Rentenversicherung errechnet sich nach dem für alle Versicherten gleichen Beitragssatz und der Höhe des versicherungspflichtigen Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Der Beitragssatz beträgt 18,9 Prozent und wird paritätisch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt. Beide zahlen dementsprechend jeweils die Hälfte in die Rentenkasse ein.

Die aktuelle Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung 2014 beträgt:

Art der RentenversicherungMonat (West)Jahr (West)Jahr (Ost)Jahr (Ost)

allgemeine Rentenversicherung

5.950 €

 71.400 €

5.000 €

60.000 € 

knappschaftliche Rentenversicherung

7.300 €

87.600 €

6.150 €

73.800 €

* Seit 1.1. 2005 gliedert sich die Rentenversicherung organisatorisch in die Allgemeine Rentenversicherung (frühere Angestellten- und Arbeiterrentenversicherung) sowie in die knappschaftliche Rentenversicherung.

Der Rentenversicherung Beitragssatz wird stets durch die zuständige gesetzliche Krankenkasse erhoben und an den zuständigen Träger der Rentenversicherung gezahlt. Freiwillig Versicherte sowie versicherungspflichtige Selbständige tragen den vollen Beitrag allein.

Beiträge für SelbständigeWestOst

Mindestbeitrag

85,05 €

85,05 €

Regelbeitrag*

522,59 €

443,21 €

Halber Regelbeitrag

261,30 €

221,60 €

Höchstbeitrag

1.124,55 €

945,00 €

* Der Regelbeitrag berechnet sich aus der aktuellen Bezugsgröße der Renten- und Arbeitslosenversicherung (West: 2.765 €/ Ost: 2.345 €) und dem aktuellen Beitragssatz (18,9 %).

Grundsätzlich müssen rentenversicherungspflichtige Selbständige den einheitlichen Regelbeitrag entrichten. Lediglich Künstler, Publizisten und Hausgewerbetreibende teilen sich den Regelbeitrag mit ihrem jeweiligen Arbeitgeber bzw. mit der Künstlersozialkasse. Existenzgründer müssen in den ersten drei Jahren ihrer Selbständigkeit nur den halben Regelbeitrag zahlen. Ausnahmen gelten zudem für Hebammen mit Niederlassungserlaubnis.

Die knappschaftliche Rentenversicherung für Angestellte im Bergbau

Die knappschaftliche Rentenversicherung bezeichnet einen Teil der gesetzlichen Rentenversicherung, in der insbesondere im Bergbau beschäftigte Arbeitnehmer versichert sind. Zeiten der Versicherung unterliegen hier einer weitaus höheren Bewertung. Hintergrund ist die doppelte Aufgabe der knappschaftlichen Rentenversicherung: Neben dem Bereitstellen der gleichen Leistungen wie in der allgemeinen Rentenversicherung muss sie zusätzlich noch überbetriebliche Leistungen des Bergbaus erbringen. Aus diesem Tatbestand resultiert auch der höhere Gesamtbeitragssatz:

  • Beitragssatz: 25,1 Prozent
  • Arbeitnehmeranteil: 9,45 Prozent
  • Arbeitgeberanteil: 15,65 Prozent
Info
Rentenversicherungspflicht und freiwillig Versicherte

Die Rentenversicherungspflicht gilt generell für abhängig beschäftigte Arbeiter und Angestellte, sowie für:

  • arbeitnehmerähnliche Selbständige (nur für einen Arbeitgeber tätig und keine Beschäftigung eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmers)
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Studenten in entgeltlicher Beschäftigung
  • behinderte Menschen
  • Auszubildende
  • Mitglieder geistiger Genossenschaften

Selbständige und Freiberufler genießen Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung, können sich aber freiwillig für das System der GRV entscheiden. Ein Antrag auf freiwillige Versicherung ist allerdings unwiderruflich.

Auch geringfügig Beschäftigte sind in der Rentenversicherung grundsätzlich versicherungsfrei. Der jeweilige Arbeitgeber zahlt lediglich Pauschalbeträge für die sogenannten "Minijobber".

 

Weitere Formen der Rentenversicherung über Versorgungswerke

Neben der GRV, der relativ jungen Riester-Rente und der sogenannten Rürup-Rente (Basisrente) existieren aber auch noch weitere Systeme zur Altersversorgung: Besonders lukrativ sind dabei Betriebsrenten, d.h. freiwillige Zusatzleistungen des Arbeitgebers, die insbesondere von großen Unternehmen angeboten werden. Rund 17,5 Millionen Menschen in Deutschland können im Alter mit einer solchen Zusatzrente rechnen.

Die Berufständische Versorgung bezeichnet dagegen die Altersvorsorge speziell für kammerfähige freie Berufe wie beispielsweise Ärzte, Apotheker oder Rechtsanwälte. Die Art der Versorgung entspricht weitestgehend den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Darüber hinaus gibt es weitere Alterssicherungssysteme für Landwirte oder Beamte (Beamtenversorgung).

Regelaltersrente und Berechnung der Rentenhöhe

Die Altersgrenze für die Regelaltersrente wird in den Jahren zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 Jahren auf die Rente mit 67 angehoben. Beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1947 erfolgt die Anhebung ab 2012 zunächst in Ein-Monats-, ab 2024 dann in Zwei-Monats-Schritten, so dass schließlich für Versicherte ab dem Jahrgang 1964 die neue Grenze von 67 Jahren gilt.

Die Rentenhöhe bezeichnet den monatlich ausgezahlten Betrag der Rente. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der:

  • Bruttorente: Berechnung aus den eingezahlten Beiträgen und allen weiterhin zu bewertenden rentenrechtlichen Zeiten der gesamten Versicherungszeit
  • Nettorente: bei Kranken- und Pflegeversicherungspflichtigen werden die jeweiligen Beiträge einbehalten, der verbleibende Betrag ist dann die Nettorente

Einflussfaktoren der jeweiligen Rentenhöhe sind folglich insbesondere das geplante Renteneintrittsalter sowie die Summe der im Erwerbsleben eingezahlten Beiträge. Jeder spätere Rentenbeginn erhöht die Rente, jeder frühere mindert sie (jeweils um 0,3 Prozent pro Monat).

Hintergrund: Der Generationenvertrag und demografische Wandel

Der Begriff des “Generationenvertrages” geht auf den “Vater der dynamischen Rente” Wilfried Schreiber zurück. Er sprach 1957 im Rahmen der Rentenreform erstmals von einem fiktiven “Solidar-Vertrag zwischen den Generationen”. Bis heute basiert das gesetzliche Umlageverfahren auf dem Umstand, dass die heute Erwerbstätigen durch ihre Rentenbeiträge die Rente der Älteren finanzieren. Als Gegenleistung erwarten sie schließlich, dass die kommende Generation später die Renten gleichermaßen für sie aufbringt.

Aufgrund der demografischen Alterung aber wird die Finanzierung der Rentenversicherung heutigen Bildes immer problematischer. Prognosen zufolge müssen im Jahre 2040 rund 100 Arbeitnehmer für die Bezüge von rund 84 Rentnern aufkommen. Die Folge: Die Rentenauszahlungshöhe wird kleiner und der Startpunkt der eigenen Rente wird immer weiter nach hinten verschoben.

Letzte Aktualisierung: 31.03.2014 - Antonia Hermann
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