Gesetzliche Krankenversicherung - Die richtige Krankenkasse

Gesetzliche Krankenversicherung
Über die gesetzliche Krankenversicherung werden medizinische Leistungen abgesichert

Alle gesetzlich Versicherten haben in Deutschland Anspruch auf dieselben Versicherungsleistungen. Doch seit der Gesundheitsreform 2009 bietet auch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Möglichkeiten, den Gesundheitsschutz individuell zu gestalten.

Dafür bieten die Krankenkassen spezielle zusätzliche Leistungen, die separat mit der Kasse vereinbart werden können (z.B. Wahltarife oder Beitragsrückerstattung). Mit weiteren Bonusprogrammen können Versicherte zudem finanzielle Vorteile erzielen. Diese Angebote sind als Satzungsleistungen in den Kassen-Statuten  vermerkt. Lesen Sie, worauf beim Abschluss solcher Tarife zu achten ist und welche Möglichkeiten die Krankenkassen bereit stellen.

 

Krankenkassenvergleich 2014/2015: Günstige Tarife prüfen und wechseln

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Krankenkassenbeitrag und Leistungen

Krankenkassentarife mit vielen Zusatzleistungen im bundesweiten Online Vergleich.

Prämien und Tarife für Beitragserstattungen durch die gesetzliche Krankenversicherung.

Gesetzliche Krankenversicherung bei Stiftung Warentest:
“Die gesetz­lichen Kassen zahlen mehr, als viele Versicherte glauben.” (Finanztest 3/2012)

Kassen im Test bei Focus Money: “Kleinere Unterschiede bei den Kosten sind auch weiterhin denkbar.” (focus.de)

  • Zusätzliche Wahlleistungen
  • Attraktive Bonusprogramme
  • Angebote für Prävention
Tarife finden

Aktueller Beitragssatz und Einkommen als wichtigste Preis-Faktoren

Der Beitrag für gesetzlich Versicherte richtet sich grundsätzlich nach dem Bruttoeinkommen. Der Beitragssatz beträgt seit dem 01. Januar 2011 bundesweit einheitlich 15,5 Prozent und wird weitgehend paritätisch auf den Versicherten (8,2 Prozent), und den Arbeitgeber (7,3 Prozent) aufgeteilt. Mit unserem Krankenkassenrechner lassen sich die Euro-Beiträge genau ermitteln.

+++ AKTUELL: Ab 1.1.2015 gelten andere Beiträge. Dann setzt sich der Beitrag so zusammen:

7,3% (AN) + 7,3% (AG) + x% (AN) Zusatzbeitrag je nach Krankenkasse unterschiedlich

Das Bruttoeinkommen wird dabei anhand folgender beitragspflichtiger Einnahmen berechnet:

  • Arbeitsentgelt
  • gesetzliche Rentenzahlungen (auch Witwen- und Waisenrenten)
  • Versorgungsbezüge
  • Einnahmen aus Kapitalanlagen
  • Miet- und Pachteinnahmen

Weitere Kosten kann ein kasseninterner Zusatzbeitrag verursachen, der je nach Krankenkasse unterschiedlich hoch ausfällt und von der jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Kasse abhängt - aber auch Prämien sind möglich (Aktuelle Liste der Zusatzbeiträge und Prämien 2014).

Anders als bei den Krankenkassenbeiträgen beteiligt sich der Arbeitgeber nicht an der Zahlung des Zusatzbeiträge. Diese muss der Arbeitnehmer vollkommen selbständig zahlen. Lediglich die Durchführung des Sozialausgleichs wird vom Arbeitgeber übernommen.

Mindestbeitrag und Höchstbeitrag im gesetzlichen System

Grenze zur Berechnung der Beiträge

Die absolute Höhe des Versicherungsbeitrags ist durch die jährlich festgesetzte Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Diese Grenze liegt derzeit bei bundeseinheitlich 4.050 Euro monatlich und 48.600 Euro jährlich. Bei darüberliegendem Einkommen wird auch bei unserem Online-Rechner nur dieser Betrag zugrunde gelegt.

Der allgemeine Beitragssatz besteht dabei für versicherungspflichtig Beschäftigte, die bei Arbeitsunfähigkeit für mindestens sechs Wochen Anspruch auf Krankengeld haben. Besteht dieser Anspruch auf Entgeltfortzahlung nicht, gilt ein ermäßigter Beitragssatz von 14,9 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Freiwillig versicherte Selbständige und Freiberufler haben dagegen prinzipiell die Wahl zwischen dem allgemeinem (Krankentagegeld ab 43.Tag) und dem reduziertem (kein Krankentagegeld) Beitragssatz.

Leistungsumfang

Krankenkassen Leistungsumfang

Trotz gesetzlicher Vorgaben unterscheiden sich die Krankenkassen hinsichtlich ihrer Leistungen und Zusatzleistungen.

Leistungen Überblick
Wahltarife
Krankengeldzahlung

Personengruppen

Gesetzliche Krankenversicherung Personen

Die Mehrheit der Angestellten ist gesetzlich pflichtversichert, doch auch für andere Personengruppen ist das System lukrativ.

Freiwillige Versicherung
Familienversicherung
Speziell für Studenten

Neuregelungen

Krankenkassen Neuregelungen

Die Reformen der letzten Jahre haben einige Veränderungen mit sich gebracht. Wichtige Neuerungen im Überblick.

Versicherungspflicht
Zusatzbeitrag
Gesundheitskarte eGK

Weitere Themen im Überblick

 
Checkliste
So finden Sie die richtige Krankenkasse

1. Leistungen: Gesetzliche Krankenkassen bieten über den gesetzlichen Leistungskatalog hinaus Extraleistungen in verschiedenen Bereichen an. Bei Interesse informieren Sie sich am besten über unseren Leistungsvergleich der Krankenkassen. Sparen Sie, indem Sie die Leistungen Ihrer Kasse besser nutzen oder gegebenfalls in eine andere Kasse mit lukrativeren Angeboten wechseln.

2. Service: Besonders für Personen, die sehr häufig Kontakt mit Ihrer Krankenkasse haben, sind Service und Kundenorientierung mindestens genauso wichtig wie die Leistungen. Wer eine persönliche Beratung vor Ort wünscht, sollte prüfen, ob die gewünschte Kasse auch eine Geschäftstelle in der Nähe hat.

3. Zusatzbeitrag: Erhebt Ihre Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht ihn, haben Sie grundsätzlich das Recht auf eine außerordentliche Kündigung.

4. Einsparpotenzial: Vor allem mit Selbstbehalttarifen lassen sich Beiträge einsparen. In Kombination mit Prämienmodellen und Hausarzttarifen können sich die Einsparungen auf mehrere hundert Euro jährlich belaufen. Unser Online-Preisvergleich zeigt, wo Sie sparen können.

5. Wechsel: Wer gleich in mehreren Punkten unzufrieden mit seiner Krankenkasse ist, sollte über einen Krankenkassenwechsel nachdenken. Trifft dies nicht zu, sollten Sie aber nicht leichtfertig wechseln, auch wenn Ihre Kasse einen Zusatzbeitrag erhebt. Wollen Sie wegen eines bestimmten Extras wechseln, fragen Sie vorher bei Ihrer Kasse nach, ob sie in naher Zukunft etwas an ihrem Angebot ändern will.

Zuzahlung für Krankenkassenmitglieder

Kassenpatienten müssen in beinahe allen Bereichen der Versicherung Zuzahlungen leisten (§ 61 SGB V ff ). Das betrifft beispielsweise:

  • ambulante Arzt- oder Zahnarztbesuche
  • Heil- und Hilfsmittel
  • Medikamente
  • Reha-Maßnahmen und Krankenhausaufenthalte
  • häusliche Krankenpflege

Die Höhe des Eigenanteils ist auf zehn Prozent der Kosten festgelegt (Belastungsgrenze: zwei Prozent des Familienjahresbruttoeinkommens für Familien, bzw. ein Prozent für chronisch Kranke), wobei mindestens fünf und maximal zehn Euro vom Versicherten verlangt werden dürfen. Die Eigenbeteiligung liegt niemals über dem Ausgabepreis des Medikaments. Ausnahmen gelten in diesem Zusammenhang für alternative Heilmittel und für die häusliche Pflege. Hier werden zusätzlich zehn Euro je Verordnung fällig.

Grundsätzlich kann es auch eine Befreiung von den Zuzahlungen geben, etwa für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (Ausnahmen: Fahrkosten, Kieferorthopädie, Zahnersatz). Weitere Zuzahlungsbefreiungen gelten für die Voruntersuchungen während der Schwangerschaft, die Krebsfrüherkennung, für den Gesundheit-Check ab 35 (alle zwei Jahre), für Schutzimpfungen, für die Zahnvorsorge (einmal je Halbjahr) sowie für einige Arzneimittel.

Häufige Fragen und Antworten - FAQ

Ist es richtig, dass jeder eine Krankenversicherung haben muss?

Ja, seit 1. Januar 2009 muss jede Person krankenversichert sein. Dabei ist es egal, ob man eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung hat. Wer keine Versicherung hat, wird der Gesellschaft zugeordnet, bei der er zuletzt versichert war. Private Versicherungsgesellschaften dürfen deshalb niemanden mehr abweisen.

Woran sollte ich mich bei der Wahl der Krankenkasse orientieren?

Mit der Vereinheitlichung des Beitragssatzes unterscheiden sich die Kassen hauptsächlich im Umfang des Zusatzangebots. Dieses kann stark variieren, sodass der Krankenkassenmarkt mit einer Vielzahl von möglichen Zusatztarifen für den Verbraucher oft schwer überschaubar ist. Es kommt bei der Wahl der Kasse v.a. auf die individuelle Lebenssituation an, weshalb Information und Beratung unabdingbar geworden sind.

Warum gibt es einen allgemeinen gesetzlichen Beitragssatz?

Zum 1. Januar 2009 wurden die Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geändert. Seitdem erhalten die Krankenkassen die Beiträge ihrer Versicherten nicht mehr direkt, sondern aus dem Gesundheitsfonds zugewiesen. In diesen zahlen alle Versicherten im gesetzlichen Krankenversicherungssystem gleichermaßen, mit derzeit 15,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens, ein. Die Zuweisung an die Kasse erfolgt dann nach einem bestimmten Verteilerschlüssel für jeden Versicherten inklusive Risikozuschläge.

Stimmt es, dass nur noch wenige Kassen einen Zusatzbeitrag erheben?

Ja. Da sich die finanzielle Situation der Krankenkassen verbessert hat, haben viele Kassen von ihrem Zusatzbeitrag abgesehen. Allgemein sind die gesetzlichen Krankenkassen darum bemüht den Extrabeitrag zu vermeiden, da viele Betroffene nach dessen Einführung die Kasse gewechselt hatten. Grundsätzlich dürfen Krankenkassen, die mit den zugewiesenen Mitteln aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen, ihren Mehrbedarf aber über zusätzliche Beiträge ausgleichen. Auch wenn sich die Lage jetzt stabilisiert hat, rechnen Experten schon in den nächsten Jahren mit neuen und höheren Zusatzbeiträgen.

Darf ich kündigen, wenn meine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt?

Ja, die Kasse muss Sie sogar auf dieses Sonderkündigungsrecht explizit hinweisen. Wer von diesem Recht Gebrauch macht, muss allerdings einiges beachten. Sie müssen spätestens bis zur ersten Fälligkeit des Zusatzbeitrages die Kündigung einreichen und bereits die Zusage einer neuen Versicherung vorweisen können.

Können die Krankenkassen auch Prämien ausschütten?

Grundsätzlich ja, und zwar unter folgenden Bedingungen: Die Kasse erwirtschaftet ein Plus aus den Zuweisungen des Gesundheitsfonds und der Pflicht zur Auffüllung der gesetzlichen Rücklagen wird entsprochen.

Kann ich mich von der Zahlung der Praxisgebühr befreien lassen?

Die Praxisgebühr gibt es seit Ende 2012 nicht mehr. Eine gesonderte Befreiung ist daher nicht mehr erforderlich. Die Gebühr war eine Form der Zuzahlung und grundsätzlich von jedem Versicherten zu leisten. Allerdings gibt es nach wie vor Zuzahlungen, begrenzt auf maximal zwei Prozent (ein Prozent für chronisch Kranke) des Bruttoeinkommens

Wann ist es sinnvoll eine private Zusatzversicherung abzuschließen?

Auch für gesetzlich Versicherte kann es sinnvoll sein, eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Das gilt vor allem dann, wenn der gesetzliche Versicherungsschutz nicht mehr als ausreichend eingeschätzt wird. Vor allem die Zahnersatzversicherung oder die Krankenhauszusatzversicherung machen auch für gesetzlich Versicherte Sinn.

Wie lange gilt die studentische Krankenversicherung?

In der Regel endet die studentische Krankenversicherung nach dem Studium, spätestens aber mit der Vollendung des 30. Lebensjahres oder dem 14. Fachsemester. Allerdings ist es möglich, eine Verlängerung zu beantragen, wenn „studienverlängernde“ Umstände nachgewiesen werden können. Das kann der Wehrdienst, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder auch Elternzeit sein. Die studentische Versicherung verlängert sich dann um den entsprechenden Zeitraum.

Welche Bedeutung hat der Gesundheitsfonds bei der Finanzierung?

Seit 2009 wird die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung über den staatlichen Gesundheitsfonds und den Risikostrukturausgleich durch das Bundesversicherungsamt überwacht und geregelt. Der Gesundheitsfonds setzt sich zusammen aus den Beitragszahlungen aller Versicherten sowie Steuerzuschüssen des Bundes. Aus ihm erhalten die Krankenkassen schließlich Zuweisungen pauschal pro Versichertem und in Abhängigkeit von Alter und Gesundheitszustand ihrer Versicherten. Erwirtschaften die Kassen einen Überschuss, können sie Prämien an ihre Versicherten ausschütten. Werden ihre Ausgaben nicht gedeckt, müssen die Versicherten einen Zusatzbeitrag leisten.

Letzte Aktualisierung: 18.12.2014 - Carolin Fink