Ratgeber Augenlaser

LASIK - Volle Sehkraft ohne Brille durch Augen-OP

Dienstag, 01. Mär 2011, 08:00
Das menschliche Auge ist ein wichtiges und kompliziertes Sinnesorgan, das für Störungen und Fehlbildungen anfällig ist. Rund 50 Prozent aller Deutschen sehen nicht optimal. Brillen oder Kontaktlinsen können Fehlsichtigkeit zwar ausgleichen, doch viele fühlen sich mit der Brille nicht wohl oder vertragen die Kontaktlinsen nicht.
Nach der Augenlaser-OP können viele wieder ohne Brille gut sehen

Nach der Augenlaser-OP können viele wieder ohne Brille gut sehen

Brillen sind oft hinderlich. Vor allem sehr dicke Gläser sind schon rein optisch nicht gerade vorteilhaft. Kontaktlinsen verträgt nicht jeder, und der Aufwand für Pflege und die Instandhaltung der optischen Linsen ist groß. Es ist auch eine Tatsache, dass so mancher kein “Brillengesicht” hat und mit dem eigenen Spiegelbild unzufrieden ist. Solche Konstellationen können sogar zu ernsthaften psychischen Problemen führen. Der Augenlaser kann dabei helfen, solche Schwierigkeiten zu beheben. Der Laser kann Sehfehler nachhaltig und dauerhaft beseitigen oder zumindest abmildern. Bei Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit und Stabsichtigkeit kann eine Augenlaser-Operation durchgeführt werden. Diese Verfahren werden als Refraktive Chirurgie bezeichnet. Das bekannteste und am häufigsten angewandte Verfahren nennt man LASIK.

LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) ist eine Methode zur Veränderung der Brechkraft des Auges. Dabei wird ein Teil der Hornhaut entfernt und damit die Fehlsichtigkeit gemildert oder ganz behoben. Die LASIK-Methode kann bei folgenden Fehlsichtigkeiten angewandt werden:

FehlsichtigkeitErklärung

Kurzsichtigkeit - Myopie

LASIK bis -10 Dioptrien

Das Auge ist in Relation zur Brechkraft der Hornhaut zu lang. Die Lichtstrahlen können nicht auf einem Punkt der Netzhaut gebündelt werden. In der Nähe sieht ein Kurzsichtiger scharf, von einer bestimmten Entfernung an unscharf. 

Weitsichtigkeit - Hyperopie. Hypermetropie

LASIK bis +4 Dioptrien

Das Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zu kurz. Auch hier gibt es keine Zusammenführung der Lichtstrahlen auf der Netzhaut. Alles in der Nähe sieht der Weitsichtige verschwommen, von einer bestimmten Entfernung an aber scharf.

Stabsichtigkeit - Astigmatismus, Hornhautverkrümmung

LASIK bis 5 Dioptrien

Die Wölbung der Hornhaut ist in eine Richtung stärker ausgeprägt. Die Lichtstrahlen bilden keinen Punkt auf der Netzhaut, sondern eine Linie. Die Betroffenen sehen verschwommen und verzogen. Stabsichtigkeit gibt es häufig zusammen mit Kurz- oder Weitsichtigkeit  

Vorbereitung der Operation

Eine Augenoperation mit der Methode LASIK beginnt mit einem Beratungsgespräch und einer grundsätzlichen Untersuchung. Dabei wird festgestellt, ob eine LASIK-Behandlung überhaupt möglich ist. Die Art der Fehlsichtigkeit und ihr Ausmaß werden festgestellt, die Dicke der Hornhaut wird gemessen und der Augenhintergrund auf Fehlbildungen oder Schwachstellen untersucht. Zusätzlich wird der Patient nach seinen persönlichen Gegebenheiten befragt und danach die Behandlungsmethode festgelegt. Bei sehr dünner Hornhaut oder krankhaften Veränderungen kann ein anderes Verfahren besser geeignet sein. Der Arzt wird auch Empfehlungen aussprechen. So ist es besser, einige Wochen vor der Behandlung keine Kontaktlinsen zu tragen, weil diese Linsen die Hornhaut beeinflussen.

Der Ablauf der LASIK-Operation

Zum Operationstermin darf niemand geschminkt oder parfümiert erscheinen. Nach Desinfektionsmaßnahmen, die unbedingt notwendig sind, wird das Auge mit Tropfen betäubt. Der operierende Arzt installiert einen Lidsperrer, damit das Auge während der Operation geöffnet bleibt. Mit dem sogenannten Mikrokeratom, einem sehr präzisen, elektronisch gesteuerten Hornhauthobel, wird eine Gewebescheibe (Flap) geschnitten, die das Hornhautgewebe freilegt. Das mikrochirurgische Skalpell besteht aus zwei Teilen: Ein Saugring fixiert den Augapfel, der Schneidekopf bewegt sich über dem Auge und schneidet die Lamelle.

Das Aufsetzen des Saugringes kann unangenehm sein. Vorübergehend geht dem behandelten Auge die Sehfähigkeit verloren. Der Augeninnendruck wird stark erhöht und drückt massiv auf den Sehnerv. Die Ausführung des Schnittes dauert nur wenigen Sekunden. Danach kehrt die Sehfähigkeit des Auges sofort zurück. Der Schnitt geschieht völlig ohne Schmerzen.

Nach diesem Schnitt wird der Flap zurückgeklappt und die eigentliche Behandlung beginnt. Das Gewebe unter der abgetrennten Scheibe wird nun nach den vorhergehenden Berechnungen mit dem Laser behandelt. Die Behandlung dauert in der Regel weniger als 30 Sekunden. Ist die Hornhaut abgeschliffen, wird der Flap wieder zurückgeklappt, der gesamte Bereich wird gründlich gespült. Der Arzt prüft die richtige Position des Flaps und entfernt den Lidsperrer. Das Deckgewebe heilt am Rand des ausgeschnittenen Deckels innerhalb von ein bis zwei Tagen. Die Heilung der gesamten Schnittfläche kann aber mehrere Wochen oder sogar einige Monate dauern.

Alle Patienten können in den ersten 12 bis 14 Stunden nach der Operation nur verschwommen sehen. In den folgenden Tagen verbessert sich das aber zunehmend. Von einer Stabilisierung kann man frühestens nach sechs Monaten ausgehen. Das Ziel der Operation ist es, die Fehlsichtigkeit auf einem sicheren Weg deutlich zu verringern. Seriöse Anbieter versprechen nicht, dass man nach der Operation völlig auf Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen verzichten kann. Die Abhängigkeit von solchen Mitteln kann aber auf jeden Fall reduziert werden.

Wann der Augenlaser ausgeschlossen ist

Nicht bei jeder Fehlsichtigkeit kann die Methode LASIK angewandt werden. Bei einigen Gegebenheiten oder vorliegenden Krankheiten kann diese Form der Korrektur nicht eingesetzt werden.

  • Personen unter 18 Jahren werden nicht behandelt
  • Schwangere sowie stillende Frauen sind ebenfalls von der Behandlung ausgeschlossen
  • Die Hornhaut des Auges ist zu dünn, die Hornhaut ist nicht normal ausgebildet
  • Glaukom (Grüner Star)
  • Chronische Entzündung der Augen
  • Trockene Augen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Menschen mit Herzschrittmachern werden nicht behandelt
  • Diabetes
  • Netzhauterkrankungen

Die Vorteile der Augen-Behandlung

Die Behandlung ist nahezu schmerzfrei. Auch nach der Operation spüren die Patienten kaum Schmerzen. Die Erholungsphase ist sehr kurz, das Ergebnis der Operation kann sofort “gesehen” werden. Das Risiko von Infektionen ist relativ gering. Durch die große Zahl der bisher auf der Welt durchgeführten Operationen gibt es breite Erfahrungswerte, auf die man sich stützen kann.

Die Risiken der Augenoperation

Jeder Eingriff birgt Gefahren, auch wenn er noch so kurz oder einfach erscheint. Bei jeder Art der Refraktiven Chirurgie können sich Einschränkungen des Sehens bei Nacht und in der Dämmerung einstellen. Auch Über- oder Unterkorrekturen konnten festgestellt werden. Die nach der OP eingestellte beste Art des Sehens kann sich verschlechtern. Auch Infektionen sind möglich, die aber medikamentös gut behandelbar sind. 

Speziell Beim LASIK-Verfahren können folgende Probleme auftreten:

  • Trockene Augen in der ersten Zeit nach der Operation
  • Auswirkungen durch einen unregelmäßigen Schnitt des Flaps
  • Einwuchs von Gewebe
  • Destabilisierung der Hornhaut
  • Missempfindungen in dem behandelten Gebiet

Die trockenen Augen kommen in 15 bis 20 Prozent der Fälle vor, Komplikationen durch eine destabilisierte Hornhaut und durch den Flap liegen im Bereich von 0,05 Prozent der Fälle.

Erfahrungen mit der LASIK-Behandlung

Langzeitstudien und ältere Berichte können nur eingeschränkt zu einer generellen Aussage über die Erfolge der Methode herangezogen werden. Die Technik hat sich ständig weiterentwickelt, so dass ältere Aussagen und Erfahrungsberichte auf anderen Grundlagen basieren.

Der Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und refraktive Chirurgie (VSDAR) bestätigt aber die große Zufriedenheit mit der LASIK-Behandlung. Die überwiegende Mehrheit der Patienten kann nach der Operation mit dem Laser sehr gut sehen und ist nicht mehr von Sehhilfen abhängig. Zumindest konnte die Sehfähigkeit der Patienten deutlich verbessert werden. Generelle Angaben und Zahlen sind kaum möglich. Der Erfolg ist von vielen Komponenten, dem Ausmaß der Fehlsichtigkeit sowie der Qualität von Arzt und Klinik abhängig.

Trotz dieser positiven Ergebnisse und Erfahrungen ist die Korrektur von Fehlsichtigkeit bei den Deutschen kaum ein Thema. Nur jeder Zehnte denkt über eine Behandlung mit dem Laser nach. Das ergab eine Umfrage der "Apotheken Umschau", bei der 1.031 Männer und Frauen befragt wurden. Rund 47 Prozent der Befragten hatten Befürchtungen, dass irreparable Schäden zurückbleiben könnten. Nur rund vier Prozent der Befragungsteilnehmer hatten sich einer Laser-Behandlung unterzogen und waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Für Augenlaserzentren wurde seit 2006 der LASIK-TÜV aufgebaut. Dieser TÜV überprüft in Zusammenarbeit mit Experten, Kliniken und Berufsverbänden die Qualität der Zentren. Untersucht werden die Qualifikation der Ärzte und des Personals, die technische Einrichtung, die hygienischen Standards sowie die Ergebnisse der Behandlung und die Zufriedenheit der behandelten Patienten. Entspricht die Qualität des Laser-Zentrums den Anforderungen, erhält die Klinik ein Zertifikat.    

Kosten der LASIK-Behandlung

In Deutschland liegen die Kosten für die LASIK-Behandlung zwischen 800 und 2.000 Euro pro Auge. Die Kostenhöhe variiert von Klinik zu Klinik sehr stark. Im Ausland sind die Kosten für eine entsprechende Operation oft wesentlich geringer, belaufen sich oft nur auf die Hälfte der Preise, die in Deutschland verlangt werden. Die Gründe dafür liegen zum einen bei den unterschiedlichen Gehaltshöhen. Auch versuchen die ausländischen Laserzentren so viele Patienten wie möglich zu behandeln. So könnten ausführliche Beratungsgespräche auf der Strecke bleiben. Die Geräte im Ausland sind qualitativ auf dem gleichen Stand wie in Deutschland. Anders sieht es manchmal nach Berichten von Betroffenen mit der Hygiene im Operationssaal aus. Eine genaue Erkundigung und Analyse der Verhältnisse ist deshalb unerlässlich.    

Kosten: Gesetzliche Krankenkassen

Grundsätzlich zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Laser-Behandlung nicht. Sogar wenn ein Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung Brillen oder Kontaktlinsen nicht verträgt, werden die Kosten für eine Laser-Operation nicht übernommen. Auch Vor- und Nachuntersuchungen stehen nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen und werden nicht gezahlt. Doch wie immer gibt es Ausnahmen. Gültige Regeln kann man nicht aufstellen. In solchen Fällen ist die Nachfrage bei der Krankenkasse nötig. Man sollte sich die Begründungen für eine LASIK-Behandlung vorher gut überlegen.

Kosten: Private Krankenversicherung

Grundsätzlich zahlen auch die privaten Krankenversicherer eine LASIK-Behandlung nicht. In der privaten Krankenversicherung geht es immer um die medizinische Notwendigkeit einer Behandlung. Ein entsprechendes Urteil hat festgesetzt, dass ohne medizinische Indikation auch keine Kosten übernommen werden.

Die gegenteilige Ansicht vertrat im Jahr 2006 das Landgericht Dortmund. Diese widersprüchliche Rechtssprechung ist noch nicht ganz geklärt. Rechtsexperten gehen aber davon aus, dass sich auf lange Sicht die Ansicht durchsetzen wird, dass die privaten Krankenversicherungen die Laser-Behandlungen am Auge zahlen müssen. Wer Mitglied einer privaten Krankenversicherung ist, sollte sich also bei seiner Krankenversicherung erkundigen, wie die Dinge stehen.

Inzwischen gewähren aber einige private Krankenversicherungen Zusatzpolicen zur Augenvorsorge. Neben den Kosten für Sehhilfen gibt es auch Zuschüsse für Augenkorrekturen mit dem Laser. Die genauen Bedingungen sowie Wartezeiten sollten genau überprüft werden.

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