Selbstbeteiligung für die private Krankenversicherung

- Durch eine Selbstbeteiligung in der PKV können Versicherte ihre Beiträge senken
Eine Selbstbeteiligung wird häufig bei den sogenannten Hundert-Prozent-Tarifen in der privaten Krankenversicherung angeboten. Diese Policen zeichnen sich durch einen hohen Leistungsstandard aus und stellen daher faktisch die klassische private Vollversicherung dar.
Je nach gewählten Leistungen gestaltet sich die Monatsprämie individuell. Durch eine frei gewählte Selbstbeteiligung können PKV-Versicherte ihren regulären PKV-Beitrag senken, ohne dabei Leistungen einsparen zu müssen. Deshalb sind Selbstbeteiligungen und Selbstbehalte eine Möglichkeit der Kostenreduzierung.
Durch Eigenbeteiligung Geld sparen
Eine Selbstbeteiligung lohnt sich deshalb vor allem für Personen, die gesund sind und selten zum Arzt gehen. Häufig nehmen deshalb junge Menschen diese Möglichkeit der Beitragssenkung wahr. Allerdings sollte man die Höhe der Selbstbeteiligung gut abwägen. Jeder sollte sich überlegen, in welcher Höhe ein Eigenanteil an den Gesundheitskosten finanzierbar ist, sobald mehr Arztbesuche nötig werden sollten.
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Mehr Kostenbewusstsein durch Selbstbehalt
Die Kosten für die private Krankenversicherung werden bis zu einer festen Grenze vom Versicherten allein getragen. Das senkt nicht nur die direkten Kosten für eine Behandlung, sondern bringt zudem erhebliche Einsparungen bei den Verwaltungskosten. Ein Selbstbehalt stärkt die Eigenverantwortung der Versicherten, da Bagatellschäden und deren Leistungsübernahme in der PKV deutlich reduziert werden. Das trägt zur Beitragsstabilität der Tarife bei.
Ein Rechenbeispiel
| jährliche SB | Monatsbeitrag | Ersparnis | Effektiv gespart* |
|---|---|---|---|
| Keine SB | 113,01 € | - | - |
| 300,00 € | 73,56 € | 39,45 € | 14,45 € |
| 600,00 € | 53,01 € | 60,00 € | 10,00 € |
* Übrige Ersparnis, wenn Selbstbeteiligung in voller Höhe gezahlt wurde
Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto geringer fällt die effektive Ersparnis bei Fälligkeit der vollen Selbstbeteiligung im Krankheitsfall aus. Vor allem niedrige Selbstbeteiligungen können sich lohnen. Höhere Summen ab 1.000 Euro bewirken zwar einen deutlich niedrigeren Monatsbeitrag, bringen aber im Krankheitsfall und bei Ausnutzung der vollen Selbstbeteiligung womöglich kaum noch oder gar keinen Spareffekt.
Die optimale Selbstbeteiligung
Die Selbstbeteiligung sollte grundsätzlich von der individuellen Situation des Versicherten abhängig gemacht werden. Eine optimale Selbstbeteiligung richtet sich daher nach den folgenden Faktoren:
- Berufliche Tätigkeit
- Finanzielle Situation
- Persönliche Risikoeinschätzung des Kunden
Für Selbstständige kann eine höhere Selbstbeteiligung sinnvoll sein, für Angestellte hingegen eine niedrige Selbstbeteiligung. Was die optimale Selbstbeteiligung für den einzelnen Versicherungsnehmer ist, kann ein Fachmann der privaten Krankenversicherung feststellen.
Formen der Selbstbeteiligung
Ein festgelegter Euro-Betrag ist die am häufigsten genutzte Form der Selbstbeteiligung. Außerdem kann man eine Beteiligung pro Fall (beispielsweise 15 Euro pro Fall), einen prozentualen Jahresanteil oder eine Deckelungsgrenze vereinbaren (zum Beispiel alle Kosten über 1.500 Euro). Auch Staffelungen sind denkbar, zum Beispiel im ersten Jahr werden Kosten bis 500 Euro erstattet, im zweiten Jahr bis 1.000 Euro und so weiter. Auch eine Kombination verschiedener Formen ist möglich (zum Beispiel Sehhilfe wird bis 90% und bis max. 750 Euro erstattet). Testberichte zur privaten Krankenversicherung fassen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Formen der Selbstbeteiligung zusammen.
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