Private Krankenversicherung (PKV) - Das System auf einen Blick

- Über die private Krankenversicherung lassen sich medizinische Komfortleistungen versichern
Derzeit sind rund 9 Millionen Menschen in Deutschland privat versichert. Erfahren Sie alles über den Markt der privaten Krankenversicherung (PKV).
Wann lohnt die private Krankenversicherung? Welche Berufsgruppen können sich privat versichern und welche Bedingungen müssen für den Eintritt erfüllt sein? Diese Informationen sowie ein Vergleich bekannter Anbieter helfen dabei, einen Überblick über verschiedene Tarife und Anbieter auf dem PKV-Markt sowie die Vorteile einer privaten Krankenversicherung zu erhalten. Hierzu gehören neben Mehrleistungen auch Beitragserstattungen, kurze Wartezeiten und eine schnelle Terminvergabe beim Arzt. In unserer Checkliste finden Sie Kriterien für eine gute private Krankenversicherung.
Private Krankenversicherung Vergleich - Tarife mit dem PKV Rechner finden
Sichern Sie Ihre Gesundheit ab, bei hoher Beitragsflexibilität und attraktiven Leistungen.
Günstige Tarife auf Ihren Bedarf zuschneiden - Bezahlen Sie nur das, was sie wirklich benötigen.
Verbraucherzentrale Hessen:
„Vor der Entscheidung (...) sollte man die Tarifbedingungen genau prüfen.” (vbz Hessen, 05/2011)
Die private Krankenversicherung getestet bei Focus Money:
“Private Versicherungen zahlen selbst die teuersten Spezialisten.” (focus.de)
- Günstige Top-Tarife
- Testsieger im Vergleich
- Erstklassig versichert
Gute Beratung kann Kosten und Beiträge minimieren
Insbesondere Angestellte, Selbständige und Beamte profitieren von den Vorteilen der privaten Krankenversicherung. Wichtig ist, Leistungen so zu wählen, dass weder eine Über- noch eine Unterversicherung entsteht. Als Versicherter können Sie nämlich genau die Risiken versichern, die Sie tatsächlich benötigen. So zahlen Sie nur Beiträge für Ihre individuellen Leistungen. Außerdem erhalten Sie als Privatpatient:
- Umfangreichere Leistungen als in der gesetzlichen Kasse, z.B. für Zahnarztleistungen
- Individuelle Beiträge, die sich unabhängig vom Einkommen berechnen
- Freie Wahl des Arztes und des Krankenhauses, ohne Praxisgebühr
- Zügige Behandlung beim Arzt und Facharzt, tarifabhängig sogar Vorzugsbehandlung
Besondere Vorteile ergeben sich für Personen, die sich frühzeitig für eine private Krankenkasse entscheiden, denn PKV-Beiträge berechnen sich abhängig vom Eintrittsalter bei Versicherungsbeginn. Je eher der Wechsel geschieht, desto günstiger die Beiträge. Insbesondere Männer profitieren aufgrund der Unisex-Tarife noch 2012 vom aktuellen PKV-Angebot.
Das macht eine gute PKV aus
Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden und den Versicherungsvertrag unterzeichnen, können Sie mit einigen Merkmalen prüfen, ob die Versicherung Ihren Bedürfnissen entspricht.
- Beitragsstabilität: Das Unternehmen bietet eine solide Finanzbasis und wirtschaftet erfolgreich am Markt. Dann sind Ihre Beiträge in guten Händen und auch langfristig stabil.
- Tarifvielfalt: Die Versicherung hat mehrere Tarifvarianten zur Auswahl, aus denen Sie wählen können. So erhalten Sie sich auch langfristig ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Das Unternehmen bietet Beitragserstattungen, z.B. für nicht genutzte Leistungen.
- Die Versicherung zahlt eingereichte Arzt-Rechnungen unbürokratisch und zügig
- Das Unternehmen bietet sowohl Tarife, die schon lange auf dem Markt sind, als auch solche, die erst wenige Jahre verfügbar sind (10 Jahre oder weniger). Dann können Sie bei Bedarf später besser Ihren Tarif optimieren.
- Servicequalität: Prüfen Sie, ob die Krankenversicherung gute Kontaktmöglichkeiten bietet. Dazu zählt auch eine möglichst kostenlose, mindestens Montag bis Freitag erreichbare Hotline.
- Sofern Sie Wert darauf legen einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, prüfen Sie dies vorher.
Einige Aspekte sind für Außenstehende und Neukunden schwer einzuschätzen. Prüfen Sie daher aktuelle PKV-Testberichte und Rankings. Diese enthalten vielfach Informationen über Servicequalität oder die finanzielle Situation der Anbieter.
Diesen Personengruppen steht die private Krankenversicherung offen
Angestellte
Angestellte mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze können sich privat versichern. Sie erhalten einen Zuschuss vom Arbeitgeber.
Selbständige
Selbständige profitieren von der Privaten vor allem, wenn Sie bei Eintritt jung sind und wenig Vorerkrankungen haben. Der Eintritt ist bis 55 Jahre möglich.
Beamte
Für Beamte ist die private Krankenversicherung besonders geeignet, da nur in der PKV Anspruch auf Beihilfe durch den Dienstherren besteht.
Angestellte, Selbständige und Beamte sind die drei größten Gruppen der Privatversicherten. Doch das private System steht weiteren Personen ebenso offen, dazu zählen
- Familien und deren Kinder
- Studenten und Personen im Fernstudium
- Rentner und Pensionäre
- Weitere Berufsgruppen im Überblick
Selbst bei Arbeitslosigkeit ist eine private Krankenversicherung möglich, allerdings nur für Personen, die bereits vor der Arbeitslosigkeit privat versichert waren. Ob das jedoch überhaupt lohnt, kann ein Preisvergleich zeigen.
Günstige Angebote - Sind billige Einsteigertarife eine Option?
Viele private Krankenversicherungen öffnen regelmäßig neue Tarife zu sehr günstigen Preisen. Dies sind vor allem für Neueinsteiger sehr attraktive Angebote. Wer sich aus Kostengründen für einen solchen Tarif entscheidet, sollte allerdings bedenken, dass die Leistungen eingeschränkt sind. Das geht auch aus unserem Online-Tarifrechner hervor. Außerdem sind "Billigtarife" oft mit einem hohen Selbstbehalt verbunden.
Es ist ratsam für alle Personen, die einen solchen Tarif wählen, während der Mitgliedschaft regelmäßig die Beiträge zu prüfen, und ob es beim selben Anbieter bessere Tarife gibt. Vor allem wenn der Tarif teurer wird, bietet sich ein Tarifwechsel an, um bessere Leistungen für weniger Geld zu bekommen.
Merkmale der privaten Krankenversicherungen für 2012
Private Krankenkassen waren ursprünglich vor allem für Beamte konzipiert, später auch für selbständige Unternehmer. Mittlerweile können unter bestimmten Voraussetzungen aber auch Angestellte eintreten. Durch die Gesundheitsreform 2009 ist es zudem für jeden Nichtversicherten möglich in den Basistarif der privaten Krankenversicherung einzusteigen. Neben der Vollversicherung bietet die PKV auch private Krankenzusatzversicherungen, die für jedermann offen stehen, unabhängig von Alter, Einkommen und Berufsstand. Mittlerweile gibt es mehr Versicherte mit Zusatzpolicen als mit Vollversicherung.
Die private ist das Gegenstück zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die einzelnen Merkmale und Prinzipien des privaten Systems im Überblick:
| Merkmale | Erklärung |
|---|---|
|
Prinzip |
Versicherungsprämien richten sich nach Geschlecht sowie Alter und Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn (individuelles statistisches Gesundheitsrisiko ist maßgeblich) |
|
Mitgliedschaft |
Gesundheitsprüfung zu Beginn notwendig (Ausnahme: Basistarif) |
|
Familienversicherung |
jedes Familienmitglied wird einzeln versichert |
|
Abrechnung |
Kostenerstattungsprinzip |
|
privatärztliche Behandlung |
freie Arztwahl, Behandlung durch Spezialisten, Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer |
Die 10 häufigsten Fragen zur privaten Krankenversicherung - FAQ
Ist die PKV sofort nach Überschreiten der Einkommensgrenze zugänglich?
Nein, das Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze ist nur eine Voraussetzung, um sich privat versichern lassen zu können. Seit 2011 schreibt der Gesetzgeber vor, mindestens ein Jahr lang über der Grenze liegen zu müssen. 2012 beträgt die Versicherungspflichtgrenze 50.850 Euro brutto im Jahr.
Ist der Eintritt in die PKV trotz Vorerkrankungen möglich?
Prinzipiell ist die private Krankenversicherung auch für bereits erkrankte Personen nicht ausgeschlossen. Die Versicherung darf jedoch Zuschläge für besondere Krankheitsrisiken verlangen oder in schweren Fällen den Versicherungsantrag ablehnen. Für Krankheiten, die nach Vertragsbeginn erstmals diagnostiziert werden, sind keine Zuschläge zu zahlen.
Können auch Kinder privat krankenversichert werden?
Natürlich können auch Kinder in die private Krankenversicherung aufgenommen werden. Die Beiträge sind i.d.R. deutlich niedriger als für Erwachsene, das zeigen Beitragsrechner im Internet, weil das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand entscheidende Faktoren sind.
Ist der Basistarif immer der günstigste Tarif?
Nein, der Basistarif ist brancheneinheitlich nach Art und Umfang der gesetzlichen Versicherung gestaltet, kostet aber den Maximalbeitrag von 592,88 Euro. Viele PKV-Vollversicherungstarife kosten weniger und leisten mehr.
Erhöht die private Krankenkasse die Beiträge, sobald ich mehr verdiene?
Nein, nach einer Gehaltserhöhung darf die Versicherung die Monatsbeiträge nicht erhöhen, denn die Beiträge sind unabhängig vom Einkommen. Beitragserhöhungen sind dennoch möglich, etwa aufgrund steigender Kosten im Gesundheitswesen, die auf die Versicherten umgelegt werden (siehe Frage 1).
Wozu gibt es eine Selbstbeteiligung?
Die Selbstbeteiligung (auch Selbstbehalt) hilft, den Verwaltungsaufwand bei der Versicherung gering zu halten, da nur Rechnungen ab einer bestimmten Höhe eingereicht werden. Für Versicherte bringt eine Selbstbeteiligung mehr Eigenverantwortung und niedrigere Beiträge.
Gibt es für Privatpatienten einen Weg zurück in die gesetzliche Kasse?
Eine Rückkehr in das gesetzliche System ist nicht ausgeschlossen, allerdings sind hieran einige Bedingungen geknüpft. Dazu zählen das Unterschreiten der Einkommensgrenze oder Arbeitslosigkeit.Weiterhin gilt eine Altersgrenze von 55 Jahren; darüber ist ein Systemwechsel in der Regel ausgeschlossen.
Wie kann ich verhindern, dass Beiträge im Alter steigen?
Beitragssteigerungen im Laufe mehrerer Jahre oder Jahrzente sind in der Krankenversicherung (gesetzlich und privat) Gang und Gäbe. Hauptgrund sind allgemeine Kostensteigerungen (Ärztehonorare, Krankenhauskosten, innovative Behandlungen etc.). Privatversicherte, deren Beiträge über das normale Maß hinaus steigen, haben jederzeit die Möglichkeit zur Tarifoptimierung bei ihrer Gesellschaft (gleiche Leistungen für weniger Geld).
Was verbirgt sich hinter den neuen Unisex-Tarifen?
Da Frauen statistisch gesehen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer und somit länger und mehr Leistungen aus der PKV beziehen, liegen PKV-Beiträge für Frauen häufig über denen für Männer. Diese Regelung hat der Europäische Gerichtshof in einem Urteil gerügt und angeordnet, dass Versicherungsverträge ab Ende 2012 geschlechtsneutral (Unisex) mehr über das Thema) sein müssen. Deshalb wird es künftig nur noch geschlechtsneutrale Unisex-Tarife geben. Die Beiträge für die private Krankenversicherung könnten sich daher für beide Geschlechter nach und nach angleichen.
Wie funktioniert die Kostenerstattung für Privatpatienten?
Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Leistungsträger (z.B. Arzt, Krankenhaus, Apotheke). Die Kosten werden zunächst vor Ort durch den Versicherten bezahlt. Über diesen Betrag erhalten Patienten eine Rechnung, die wiederum nach Einreichen bei der Versicherung erstattet wird. Vorteil dieses Systems ist, das Patienten Überblick über die in Anspruch genommenen Leistungen behalten. In manchen Tarifen mit Beitragserstattung ist es manchmal sogar günstiger, die Rechnungen allein zu tragen und dafür den Anspruch auf Beitragserstattung am Jahresende zu behalten.
Tarifoptionen
Die meisten Tarife der privaten Krankenkassen lassen sich in drei Abstufungen einteilen:
- Basisschutz
- Standardschutz
- Komfortschutz.
Während der Basisschutz eher preisbewusste Menschen anspricht, richtet sich der Komfortschutz mit sehr umfangreichen Zusatzleistungen an Personen mit hohen Ansprüchen. Der Standardschutz bildet die Mitte. Diese Tarife zeichnen sich häufig durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
Viele Menschen entscheiden sich für das private System aufgrund der umfangreichen Leistungen. Wichtige Leistungen im Überblick:*
- Umfassende Kostenerstattung für Zahnbehandlung
- Alternative Behandlungsmethoden
- Heilpraktiker und Psychotherapie
- Komfortbehandlung, z.B. Chefarzt und 1-Bettzimmer
* Leistungen sind abhängig vom Tarif und daher individuell wählbar. Sie zahlen nur das, was sie wirklich benötigen.
Tarifoptimierung
Privatversicherte haben verschiedene Möglichkeiten bestehende Tarife in Leistungsumfang anzupassen und auch die Beiträge zu reduzieren. Je nach verstrichener Laufzeit des bestehenden Tarifs lohnen entweder Selbstbeteiligungen, Anbieterwechsel oder ein Tarifwechsel.
Test
Insbesondere große Gesellschaften wie Debeka oder DKV haben viele unterschiedliche Tarife im Angebot. Wichtig ist darauf zu achten, das Leistungen und Kosten der Tarife gut aufeinander abgestimmt sind.
Daher sollten Sie verschiedene PKV im Test z.b. bei Stiftung Warentest und anderen Testagenturen vergleichen.
Vorteile & Nachteile
Bedenken Sie vor der Wahl der Krankenversicherung die Vorteile und Nachteile, die für Sie entstehen können. Je nach der individuellen Lebenssituation und -planung sind hier die Kriterien wie Kostenerstattung, Kostenberechnung, Familientarif wichtig.
Ob sich ein Wechsel lohnt, lesen Sie auf unseren Tipps zum PKV-Wechsel.
Hintergrund
Häufige Irrtümer
5 häufige Irrtümer über die private Krankenversicherung
1. Nur Gutverdiener sind privat versichert...
Stimmt nicht, gutverdienende Angestellte machen gerade 13 Prozent aller Privatpatienten aus. Alle anderen sind unabhängig vom Einkommen versichert.
2. Wer oft krank wird, muss wie in anderen Versicherungen mehr Beitrag zahlen...
Stimmt nicht. Kosten für Krankheiten, die nach Vertragsbeginn erstmals auftreten, werden übernommen. Beiträge ändern sich nicht.
3. Für Familien mit Kindern lohnt die private Versicherung grundsätzlich nicht...
Das kann man nicht pauschalisieren. Gerade für Beamte ist die Private trotz Kindern meist die günstigere Alternative. Auch für gutverdienende Angestellte und Selbständige kann die private Familienversicherung günstiger sein. Jeder sollte das für sich durchrechnen.
4. Steigende Beiträge sind ein typisches Problem der privaten Kassen...
Stimmt nicht. Auch in der GKV steigen die Beiträge seit Jahren an. Dagegen wird die private Pflegeversicherung wird im Laufe der Jahre in der Tendenz sogar günstiger.
5. Das private System ist unsozial...
Es trägt immer eine ganze Tarifgruppe das Krankheitsrisiko dieser Gruppe, anstatt wie in der GKV, alle jungen das Risiko aller Älteren tragen. Angesichts der Demographieentwicklung wird das private System von vielen Experten sogar als vorteilhaft für die Zukunft angesehen.
- Liste aller Privaten Krankenversicherungen (PKV) (558.69 kB)
PKV
Überblick
|
Anzahl der Anbieter |
46 |
|
PKV-Versicherte |
rund 9 Mio. |
|
Pflegeversicherte |
9,7 Mio. |
|
Zusatzversicherungen |
22,1 Mio. |
|
Gezahlte Leistungen |
21,9 Mrd. € |
|
Einnahmen |
33,3 Mrd. € |
|
Gesparte Rückstellungen |
158 Mrd. € |
Quelle: PKV-Verband.
Weitere Zahlen und Statistiken im Überblick.
Details
Derzeit gibt es 46 private Krankenversicherungen in Deutschland, die mit einem Hauptsitz über ein dichtes Netz von Filialen im Bundesgebiet vertreten sind, beispielsweise die Allianz (München), DKV (Köln) oder Hanse Merkur (Hamburg).
Rund 9 Millionen Menschen sind in der PKV versichert, Tendenz steigend. Laut PKV-Verband sind im Jahr 2011 235.700 Menschen zur PKV gewechselt. 159.400 Personen verließen das System.
Der Verband der privaten Krankenversicherung ist in Bonn und Berlin ansässig. Daneben gibt es als Schlichtungsstelle den PKV Ombudsmann, um Streit zwischen Kunden und PKV-Unternehmen außergerichtlich beizulegen.







