Zusatzbeiträge

Zusatzbeiträge: Verteuerung der Pflegeversicherung droht

Dienstag, 09. Feb 2010, 15:01
Die Pflegeversicherung wurde vor 15 Jahren eingeführt und ist an den gesetzlichen Beitrag zur Krankenkasse angegliedert. Die momentan gezahlten Beiträge sollen Berechnungen zufolge allerdings nur noch bis 2014 finanzielle Stabilität gewährleisten.
Pflegeversicherung soll privatisiert werden.

Pflegeversicherung soll privatisiert werden.

Nachdem seit Beginn des Jahres einige Krankenkassen einen Zusatzbeitrag angekündigt haben, muss auch in der Pflegeversicherung in den nächsten Jahren mit einer Steigerung des Beitragssatzes gerechnet werden. Im Oktober 2009 haben CDU/CSU und FDP einen Koalitionsvertrag unterzeichnet, in dem der Anstieg der Beiträge im Bereich Kranken- und Pflegeversicherung festgehalten wurde. Somit wurde für das kommende Jahr ein Wechsel im Gesundheitssystem angekündigt. 2010 bleibe es demnach noch beim einheitlichen Beitragssatz von 14,9 Prozent vom Bruttolohn für die gesetzliche Krankenversicherung, während 2011 der Arbeitgeberanteil von 7,9 Prozent eingefroren werden soll. Beitragssteigerungen würden dann ausschließlich zu Lasten der Arbeitnehmer gehen.

Privatisierung der Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung wurde bisher nur aus Beitragseinnahmen finanziert. Geplant ist in der Zukunft eine zweite Säule, die aus Kapitaleinnahmen bezahlt wird. Hierzu wäre eine private Pflegevorsorge zwingend und mit staatlichen Förderungen wird derzeit nicht gerechnet. Experten arbeiten derzeit an dem neuen Plan der Regierung. Allerdings sei nach Ansicht von Fachleuten mit einer zusätzlichen finanziellen Belastung von 20 Euro im Monat zu rechnen.

Diese neue Finanzierungsmethode soll neue Möglichkeiten eröffnen, zumal die Zahl der Pflegefälle aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland steigt. Somit sollen nicht mehr nur körperliche Beschwerden unter dem Begriff Pflegebedürftigkeit fallen, sondern auch geistige Erkrankungen wie zum Beispiel Altersdemenz. Einer Umfrage zufolge würden die Deutschen aber lieber in eine private Pflegepolice wechseln, bevor sie einen höheren Beitrag in die Pflegeversicherung zahlen.

Mehr Geld für Pflegebedürftige

Im Rahmen der von der großen Koalition beschlossenen Pflegereform steigt das Pflegegeld für Pflegebedürftige um zehn bis 60 Euro pro Pflegestufe. Demnach erhalten Patienten, um die sich Angehörige kümmern, zehn Euro mehr pro Monat. Patienten, die eine professionelle Betreuung in Anspruch nehmen, erhalten abhängig von ihrer Pflegestufe bis zu 60 Euro monatlich zusätzlich.

Anhebung der Pflegesätze 2012

Eine nächste Anhebung der Pflegesätze soll 2012 und ab dann immer im Abstand von drei Jahren erfolgen. Der momentan gezahlte Beitrag von 1,95 Prozent (2,2 Prozent für Kinderlose) an die Pflegeversicherung kann den finanziellen Bedarf voraussichtlich nicht mehr lange decken. Mit der Reform der Pflegeversicherung vom 1. Juli 2008 war der Beitrag, den Erwerbstätige von ihrem Bruttoeinkommen zahlen, von zuletzt 1,7 Prozent auf 1,95 Prozent bzw. 2,2 Prozent für Kinderlose gestiegen.




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