Verstecktes Koffein kann Kinder gefährden
Samstag, 09. Jan 2010, 09:06
Verstecktes Koffein kann Kinder gefährden, warnen Kinderärzte.
Verstecktes Koffein kann Kinder gefährdenKinder sollten keinen schwarzen, grünen oder Mate-Tee sowie Colagetränke oder Energydrinks bekommen, rät Monika Niehaus, Jugendärztin in Weimar und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Thüringen. Geringe Mengen könnten schon zu Herzrasen, Nervosität, Bauchbeschwerden, Schlafstörungen und Kopfschmerzen der Kinder führen, so die Ärztin. Darüber hinaus wirke das Koffein harntreibend, so dass der Körper zu viel Flüssigkeit verlieren könne, sagte Monika Niehaus.
Koffein wirkt stimulierend
Bei reinem Koffein handelt es sich um ein weißes, kristallines geruchloses Pulver mit bitterem Geschmack. Es gehört zu den psychoaktiven Drogen und bewirkt daher eine Anregung des Bewusstseins. Das Wirkungsspektrum von Koffein ist relativ groß: Es regt das Zentralnervensystem an, erhöht die Herztätigkeit und steigert den Puls sowie den Blutdruck. Zudem werden die Bronchien erweitert und die Peristaltik und Darmtätigkeit angeregt. Koffein ist ein wesentlicher Bestandteil zahlreicher Genussmittel, dazu gehören beispielsweise Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guaraná oder Energy-Drinks.
Keine Grenzwerte für Koffein
US-Forscher fanden heraus, dass bereits kleine Mengen der Substanz Koffein den Schlaf von Kindern beeinträchtigen können, sodass diese am nächsten Tag deutlich unkonzentrierter und müde sind. In Kanada dürfen Kinder daher bis zum sechsten Lebensjahr nicht mehr als 45 Milligramm Koffein täglich zu sich nehmen.
In Deutschland existieren solche Grenzwerte nicht. Empfohlen wird hingegen, Kindern möglichst gar kein Koffein zu verabreichen. Eine Tasse grüner bzw. schwarzer Tee kann je nach Zubereitung jedoch schon ca. 20 bis 50 Milligramm Koffein enthalten, ein Dose Cola etwa 40 Milligramm. Ebenso kann Kakao Spuren von Koffein aufweisen, eine Tasse Kakao ist hingegen aber unbedenklich. Vor allem für Kinder sind die Mengen an Koffein in Genussmitteln problematisch: Durch das geringe Körpergewicht wirkt Koffein bereits in kleinen Mengen und verursacht dadurch schnell starkes Herzklopfen und Schlaflosigkeit.
Vorsicht bei Getränken und Medikamenten
Dr. Monika Niehaus machte darauf aufmerksam, dass Eltern bei der Wahl von Eistee vorsichtig sein sollten. Industriell hergestellter Eistee basiere meist auf Schwarzteeextrakt, was ihn als Durstlöscher ungeeignet mache, sagte Niehaus. Eltern sollten daher eher auf zuckerfreie Getränke zurückgreifen. Besonders achtsam sollten Eltern auch den Beipackzettel bei rezeptfreien Erkältungsmitteln lesen, in denen sich oft auch Koffein verbergen kann. Zur Sicherheit sollten Eltern ausschließlich verschriebene Medikamente vom Kinder- und Jugendarzt für ihre Kinder nutzten.






