Neue Influenza

Schweinegrippe: WHO stellt sich externer Prüfung

Donnerstag, 14. Jan 2010, 12:23
Die Weltgesundheitsorganisation hat angekündigt, ihr Vorgehen bei der Schweinegrippe-Pandemie von einer externen Kommission untersuchen zu lassen. In der Vergangenheit wurden der WHO Verbindungen zur Pharmaindustrie vorgeworfen. Wann die Prüfung stattfindet, blieb unklar.
WHO stellt sich externer Prüfung zur Schweinegrippe Pandemie.

WHO stellt sich externer Prüfung zur Schweinegrippe Pandemie.

Im Zuge der Schweinegrippe-Pandemie sind gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer wieder Vorwürfe der Verzahnung mit der Pharmaindustrie laut geworden. Daneben gab es des öfteren Kritik am Pandemiemanagement der WHO. Nun will sich die Organisation einer externen Prüfung unterziehen, um die Vorwürfe zu prüfen und eventuelle Lehren aus den Ergebnissen zu ziehen. Eine Sprecherin bezeichnete dies als Chance zur Diskussion. Gleichzeitig blieb der Beginn der Untersuchung offen. Vor dem Ende der Schweinegrippe-Pandemie werde es jedoch eine solche Prüfung nicht geben.

WHO-Umgang mit der Schweinegrippe

Fadela Chaïb, Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation in Genf, wies darauf hin, dass die Ergebnisse der Untersuchung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. Der Beginn der Untersuchung sei aber nicht vor dem Ende der Pandemie geplant. Demnach könnte es einige Monate aber auch wenige Jahre dauern, bis die WHO ihren Umgang mit der Schweinegrippe unter die Lupe nehmen lässt.

Der am schwersten wiegende Vorwurf ist die zu starke Verzahnung der WHO mit der Industrie. Kritiker behaupten, die Ausrufung der höchsten Pandemiestufe sei auf Druck der Hersteller von Impfstoffen geschehen. Mit der höchsten Warnstufe traten die nationalen Pandemiepläne in Kraft, so auch in Deutschland, in deren Folge Schweinegrippe-Impfstoff geordert wurden.

Verzahnung mit der Industrie

Bereits Anfang Dezember hatte die WHO erklärt, aus guten Gründen stets mit Vertretern von Pharmafirmen zusammengearbeitet zu haben. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung sei weltweit eng verknüpft mit verfügbaren Impfstoffen, Diagnose- und Behandlungsmethoden sowie Medikamenten. Besonders im Zusammenhang mit der Schweinegrippe-Pandemie spielten die Hersteller daher eine wichtige Rolle bei der Erreichung der WHO-Ziele.

Laut WHO-Erklärung sei nicht auszuschließen, dass Entscheidungsträger der Organisation und beratende Experten in Interessenkonflikte durch die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen geraten können. Die WHO betont jedoch, dass es Sicherungsmechanismen gebe, die die Entscheidungsfindung innerhalb der Organisation von diesen Konflikten frei halte. Dazu müssten die Betroffenen eine Interessenkonflikterklärung abgeben, in der die bestehenden Konflikte benannt und entsprechende Maßnahmen zur Interessenwahrung der WHO definiert werden.

Europarat: „Gefälschte Pandemien“

Der Europarat hat zu dem Thema bereits eine Anhörung für den 26. Januar anberaumt. Daran werden neben WHO-Mitgliedern auch Vertreter der Pharmahersteller und Fachleute teilnehmen. Die Anhörung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Gleichzeitig hat der Europarat eine Plenarsitzung unter dem Titel „Gesundheitsgefahr durch gefälschte Pandemien„ für Ende Januar angesetzt.

Molly Grue meint:

am 15. Jan 2010 um 09:16

Na klar. Und im Untersuchungsausschuss sitzen dann wahrscheinlich auch wieder Vertreter der Pharmaindustrie, die die WHO natürlich promt vom üblen Geruch des Betrugs reinwaschen.

Unglaublich, wie schwerfällig auf einen solchen Skandal reagiert wird! Hier gehören die Staatsanwaltschaften aller betroffenen Länder her und kein Wischi-Waschi-Ausschuss!

Andrea Schulz meint:

am 15. Jan 2010 um 10:55

Alle schimpfen und meckern immer, und sprechen Verdächtigungen aus. Was wiederum dazu führt, das beim nächsten Mal (und das nächstemal wird kommen!) die WHO etc. sich zurückhalten wird, aus Angst sie würden dann wieder an den Pranger gestellt werden. Und dann wirds richtig gefährlich.
Aber der Mensch hat ja schon immer dazu geneigt, sich sein Grab selber zu schaufeln. Wir werden uns wohl nie ändern. Die einen sind nur "Meckertanten" und die anderen sind nur "Geldscheffler". Wer zu wem gehört, wird man meist nie erfahren, aber das ist auch egal, denn untergehen werden wir alle zusammen.




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