Kritik an der Bürgerversicherung

PKV-Verband: Private Krankenversicherung nachhaltiger als GKV

Donnerstag, 23. Feb 2012, 10:48
Mit der Einführung der Bürgerversicherung will die Opposition die PKV aus ihrem Kerngeschäft zurückdrängen. In einem Interview verkündet der PKV-Direktor Volker Leienbach jedoch, weiter an der Vollversicherung festzuhalten. Die Bürgerversicherung schwäche dagegen das Gesundheitswesen.
Die PKV will ihr Geschäft mit privaten Vollversicherungen noch weiter ausbauen

Die PKV will ihr Geschäft mit privaten Vollversicherungen noch weiter ausbauen

Angesichts wachsender Prämien und zunehmender Zahlungsprobleme einiger Versicherungsnehmer gerät das System der privaten Krankenversicherung (PKV) verstärkt in die Kritik. Als Antwort auf die Finanzierungsnöte des deutschen Gesundheitssystems haben SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie Die Linke daher das Modell der Bürgerversicherung in ihr Wahlprogramm integriert. Ihrer Meinung nach kann die medizinische Versorgung auf Dauer nur in Form dieser Einheitsversicherung, in die auch Beamte und Selbständige einzahlen, in ausreichender Qualität gewährt werden. Die privaten Anbieter müssten dafür ihre Vollversicherungspolicen aufgeben und könnten sich dann nur noch auf das Geschäft mit Zusatzversicherungen konzentrieren. In den Augen des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV) eine reine Illusion. Eine Reduktion auf Krankenzusatzversicherungen sei keine Option, erklärte ihr Direktor aktuell in einem Zeitungsinterview.

Leienbach: Keine Nachhaltigkeit der Bürgerversicherung

Das erklärte Ziel der Befürworter, mit der Bürgerversicherung die beginnende Zwei-Klassen-Medizin abzuschaffen, hält Leienbach für nicht umsetzbar. Das Konzept werde weder die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sanieren, noch eine bessere medizinische Versorgung bringen, gibt er zu bedenken. Ganz im Gegenteil: Die Bürgerversicherung würde die Nachhaltigkeit des gesamten Gesundheitssystems schwächen. 

Ziel: Erweiterung der privaten Vollversicherung

Nur die PKV sei in der Lage, die nötige Vorsorge für den demografischen Wandel zu treffen, versichert der gelernte Betriebswirt weiter. Im privaten System sorge jeder Versicherte eigenständig für seine höheren Kosten im Alter, während die gesetzliche Alternative die steigenden Gesundheitsausgaben den “kleiner werdenden künftigen Generationen” überlasse. Die private Versicherungswirtschaft kämpfe daher nicht nur für das weitere Bestehen, sondern auch für die Erweiterung ihres Kerngeschäfts mit den privaten Vollversicherungen. Für die privaten Krankenkassen spreche nach Ansicht des Verbandsdirektors außerdem, dass der Großteil der aktuell 8,95 Millionen Vollversicherten und der rund 22 Millionen Versicherten in privaten Zusatzversicherungen durchaus zufrieden mit ihrer Versicherung seien.

Preiswertere Alternative durch einen Tarifwechsel

Den rund 140.000 Versicherten, die laut Medienberichten ihre PKV-Beiträge nicht mehr aufbringen können, sichert der PKV-Direktor zudem die Unterstützung der privaten Krankenversicherung zu. Diese Hilfe solle “unbürokratisch, versichertenfreundlich und innerhalb des Systems” erfolgen. Dank des gesetzlich verankerten Tarifwechsels gebe es für die betroffenen Rentner schon jetzt preiswertere Alternativen innerhalb der PKV, so das Fazit Leienbachs.

1A Krankenversicherung - Twitter Kanal
Was erwarten Sie von Ihrer Krankenversicherung?
Günstige Beiträge
Hohe Leistungen
Positive Testergebnisse
Beratung vor Ort