Nur 275 Gramm: Leichtester Junge der Welt geboren
Freitag, 05. Mär 2010, 11:16
In Göttingen wurde der leichteste Junge der Welt geboren. Dank moderner Medizin hat er überlebt.
Die Mutter des kleinen Jungen aus Nordthüringen war im Juni 2009 aufgrund von gesundheitlichen Problemen in die Frauenheilkunde der Uniklinik Göttingen eingewiesen worden. Nachdem die Ärzte die Entbindung noch zwei Tage lang hinauszögern konnten, musste die Geburt wegen Komplikationen schließlich doch eingeleitet werden. Das Baby kam in der 25. Schwangerschaftswoche, also 15 Wochen zu früh zur Welt und wog gerade einmal 275 Gramm. Auch wenn die Chancen des Kindes als gering eingeschätzt worden waren, hatte der Junge überlebt und ist damit der leichteste Junge der Welt, sowie das insgesamt viertleichteste Kind weltweit. Nach sechs Monaten auf der Intensivstation konnte der Junge im Dezember mit einem Gewicht von 3700 Gramm nach Hause entlassen werden. Er ist wohlauf und steht weiterhin unter medizinischer Beobachtung.
Bereits zweite spektakuläre Frühgeburt in Göttingen
Die Entbindung des Jungen ist bereits die zweite spektakuläre Frühchen-Geburt am Universitätsklinikum Göttingen. Vor drei Jahren war bereits Kimberley mit einem Geburtsgewicht von nur 300 Gramm zur Welt gekommen. Auch Kimberley war schon in der 25. Schwangerschaftswoche geboren worden und hatte überlebt. Laut Sprecher des Klinikums, Stefan Weller, sei das Mädchen wohlbehalten und gut entwickelt.
Trotz geringer Chancen überlebt
Ärzte gehen im Normalfall davon aus, dass Babys mit einem Geburtsgewicht von unter 350 Gramm nicht überlebensfähig sind. Laut Annahme der Mediziner müssten Kinder in der 25. Schwangerschaftswoche etwa 550 bis 750 Gramm wiegen. Babys mit einem geringeren Gewicht haben laut Medizinern meist geringere Überlebenschancen.
Der Junge aus Thüringen hatte jedoch nur 275 Gramm gewogen und dennoch überlebt, obwohl bei zu früh geborenen Jungen eine bis zu 25 Prozent höhere Sterblichkeitsrate als bei Mädchen zu verzeichnen ist. Dr. Stephan Seeliger, Oberarzt der Pädiatrie des Göttinger Universitätsklinikums sagte, es seien glücklicherweise keine schwerwiegenden Komplikationen, wie eine Hirnblutung oder lebensbedrohliche Infektion bei dem Kind aufgetreten.
Weiterhin unter medizinische Beobachtung
Dank der intensiven medizinischen Versorgung und Pflege habe der Junge die ersten Monate gut überstanden, so dass er im Dezember mit einem Gewicht von 3700 Gramm nach Hause entlassen werden konnte, erklärte Dr. Stephan Seeliger. Er stehe aber weiterhin unter regelmäßiger medizinischer Kontrolle und erhalte eine intensive Förderung, damit er sich weiterhin motorisch und neurologisch gut entwickeln könne, so der Mediziner.
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