Beitragssteigerungen in der PKV

Immer mehr privat Versicherte wechseln in die GKV

Montag, 09. Jan 2012, 13:25
Die Finanzkrise ist auch an der privaten Krankenversicherung nicht spurlos vorbei gegangen. Bereits im letzten Jahr erhöhten viele private Krankenversicherungen ihre Beiträge und drängten einige Versicherten zum Wechsel in das gesetzliche Versicherungssystem. Auch in diesem Jahr sollen die Beiträge weiter steigen.
Immer mehr Privatpatienten wechseln in die gesetzliche Krankenversicherung

Immer mehr Privatpatienten wechseln in die gesetzliche Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung lockt mit individuellen Leistungen und bietet eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die Versicherte in Anspruch nehmen können. Doch Exklusivität hat eben auch seinen Preis. Zum 1. Januar dieses Jahres sind die Beiträge zahlreicher privater Krankenversicherungen gestiegen  - offenbar eine Folge der anhaltenden Finanzprobleme im deutschen Gesundheitssystem, aber auch der PKV selbst. Mit einer Steigerung bis zum zweistelligen Prozentbereich versuchen die privaten Versicherer ihren hohen Standard zu halten. Wie ein Bericht des Spiegels jetzt allerdings zeigt, sind im vergangenen Jahr vergleichsweise massenhaft Privatpatienten in das gesetzliche Versicherungssystem zurückgekehrt.

Tendenz wechselnder Privatpatienten steigt

So versicherte beispielsweise die Barmer GEK im vergangenen Jahr knapp 27.600 ehemalige Privatpatienten, das sind neun Prozent mehr als 2010. Auch die Techniker Krankenkasse berichtet von ungewöhnlich vielen wechselwilligen Privatpatienten. Etwa 68.000 ehemals Privatversicherte ließen sich im letzten Jahr bei dieser Krankenkasse versichern, knapp zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Erschwerte Bedingungen für Rückkehr in GKV

Dieser Anstieg geht vor allem auf die Beitragssteigerungen der privaten Versicherungsunternehmen zurück. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Beiträge der privaten Krankenversicherung deutlich gestiegen und drängten viele Versicherte unfreiwillig zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Dabei ist eine Rückkehr in das gesetzliche Versicherungssystem nur noch erschwerten Bedingungen möglich. Lediglich in Ausnahmefällen wie beispielsweise dem dauerhaften Absinken des Einkommens unter die Versicherungspflichtgrenze erlaubt der Gesetzgeber den Wechsel.

Verband der PKV weist Verlust der Mitglieder zurück

Der Verband der privaten Krankenversicherung hingegen weist Berichte über den Mitgliederschwund zurück. Verbandssprecher Stefan Reker betont, dass jährlich immer noch mehr Versicherte von der gesetzlichen in die privaten Krankenversicherung wechseln würden als umgekehrt. Gleichzeitig erklärt er, dass die Zahlen der wechselnden Privatenpatienten sehr viel höher sein müssten, um dem privaten Versicherungssystem zu schaden. Tatsache scheint jedenfalls zu sein, dass die Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung für immer mehr Versicherte finanziell nicht mehr tragbar sind und eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung unumgänglich machen.




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