Politik

FDP: Wechsel in die private Krankenversicherung erleichtern

Mittwoch, 21. Jul 2010, 11:32
Bereits längere Zeit ist bekannt, dass das FDP-geführte Gesundheitsministerium eine Verkürzung der dreijährigen Wartefrist plant. Damit würde ein Wechsel in die private Krankenversicherung wieder deutlich erleichtert. SPD und Grüne kritisieren diese Pläne heftig. Rot-Grün hatte die Frist 2007 eingeführt.
Die dreijährige Wechselfrist soll abgeschafft werden

Die dreijährige Wechselfrist soll abgeschafft werden

Drei Jahre müssen viele Wechselwillige seit 2007 warten, bevor sie von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln können. Solange muss das Einkommen von Angestellten über der Versicherungspflichtgrenze liegen, um von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreit werden zu können. Rot-Grün hatte diesen Zeitraum von einem Jahr auf drei Jahre angehoben, um den gesetzlichen Krankenkassen viele gutverdienende Mitglieder zu erhalten. Die FDP will die Wartefrist wieder auf ein Jahr verkürzen. SPD und Grüne werfen der FDP Klientelpolitik vor und befürchten eine Abwanderung vieler Mitglieder der Krankenkassen.

Regelung wird Wechsel erleichtern

Mit der Wiedereinführung der Ein-Jahres-Regel wird der Wechsel für gesetzlich versicherte Angestellte künftig schon nach einem Jahr in die private Krankenversicherung möglich, sofern ihr Bruttoeinkommen in diesem Zeitraum die Versicherungspflichtgrenze von derzeit 4.162,50 Euro monatlich überschreitet.

Berufseinsteiger werden ebenfalls profitieren. Geplant ist, dass gut verdienende Angestellte wie Akademiker nach dem Studium, sofort in die private Krankenversicherung wechseln können. Die Wartefrist gilt für sie nicht. Voraussetzung ist, dass sie sich sofort nach dem Berufseinsteig für die private Krankenversicherung

Kürzere Wartefrist kritisiert

Die Verkürzung der Wartefrist wird womöglich einen vermehrten Wechsel gutverdienender gesetzlich Versicherter in die private Krankenversicherung mit sich bringen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht daher die Geringverdiener im Nachteil, sollte die Drei-Jahres-Regelung von der FDP gekippt werden. Im Angestelltenverhältnis steht ihnen der Wechsel nicht offen. Vielmehr müssten sie künftige Mehrkosten allein tragen.

Weniger Wahltarife der Krankenkassen

Weiterhin soll geplant sein, die Wahltarife und andere Zusatzleistungen der gesetzlichen Krankenkassen auf den Prüfstand zu bringen. Mit Wahltarifen haben die Krankenkassen seit 2007 die Möglichkeit, ihren Versicherten in speziellen Tarifmodellen individuelle Leistungen anzubieten. Darunter fallen Wahltarife für alternative Heilmethoden, Beitragserstattungen und andere Prämienmodelle.

Nach dem Willen der FDP sollen sich die Krankenkassen aber wieder verstärkt der Grundversorgung nach dem Sozialgesetzbuch widmen. Zusatzleistungen, wie in den Wahltarifen angeboten, könnten dann gekürzt und über private Zusatzversicherungen realisiert werden. Dies ist bereits jetzt eine gängige Praxis. Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten Zusatzleistungen in Kooperation mit privaten Krankenversicherungen an. Beide Seiten und die Versicherten profitieren von diesem Modell, weshalb es inzwischen sehr häufig genutzt wird.




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