Zusatzbeiträge

Drei Krankenkassen erheben Zusatzbeitrag über acht Euro

Mittwoch, 03. Feb 2010, 12:07
Erstmals haben nun einige Krankenkassen einen Zusatzbeitrag über acht Euro angekündigt. Dies könnte der Dammbruch bei der sich offenbar weiter drehenden Kostenspirale sein. Bisher haben die Krankenkassen höhere Zusatzbeiträge aufgrund des vermehrten Verwaltungsaufwandes vermieden.
Zusatzbeiträge jetzt auch über 8 Euro.

Zusatzbeiträge jetzt auch über 8 Euro.

Mehrere Krankenkassen haben bereits im Januar Zusatzbeiträge angekündigt. Die Beiträge betrugen in der Regel maximal acht Euro. Jenseits dieser Grenze muss die Krankenkasse eine Einkommensprüfung vornehmen. Außerdem sind bei höheren Beträgen Wettbewerbsnachteile zu befürchten. Nun planen gleich drei Krankenkassen, diese Grenze zu überschreiten. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Krankenkassen folgen werden. In den kommenden Wochen erwarten viele Versicherer erst die Abschlussberichte aus 2009, auf deren Grundlage die Entscheidung über einen Zusatzbeitrag getroffen wird.

Krankenkassen einig

Mit der BKK für Heilberufe und der Gemeinsamen BKK Köln haben zwei Krankenkassen erstmals angekündigt, das gesetzlich fixierte Maximum von ein Prozent des monatlichen Bruttolohns auszuschöpfen. Die BKK Westfalen-Lippe kündigte parallel eine Pauschale von zwölf Euro monatlich an. Für alle Versicherten dieser Kassen wird eine Einkommensprüfung fällig. Bestimmte Personengruppen sind in diesen Fällen von der Zahlung befreit. Dies betrifft unter anderem Versicherte in Elternzeit und Zivil- und Wehrdienstleistende.

Kassen-Chef: Höherer Beitrag gerecht

Willi Tomberge, Vorstandschef der BKK Westfalen-Lippe, äußerte gegenüber der Bild-Zeitung, dass höhere Zusatzbeiträge, die mit einer Einkommensprüfung verbunden sind, sozial gerechter seien. Die Mitglieder leisten ihren Beitrag dann abhängig nach ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Bei einem Zusatzbeitrag von zwölf Euro bedeutet dies, dass bei einem Bruttoeinkommen unter 1.200 Euro monatlich entsprechend der Ein-Prozent-Regelung nach unten korrigiert wird.
Zusatzbeiträge zahlen oder in die Private wechseln?

Pauschale maximal 8 Euro

Das Gesetz sieht vor, dass bis zu acht Euro monatlich ohne Prüfung der Einkommensverhältnisse erhoben werden dürfen. Dann sind sozial schwache Mitglieder verpflichtet, denselben Beitrag zu leisten wie Gutverdiener. Die Entscheidung, wie lange der Zusatzbeitrag fällig ist, obliegt den jeweiligen Krankenkassen. Sobald die Krankenkasse ihren Finanzbedarf wieder aus den Mittelzuweisungen aus dem Gesundheitsfonds decken kann, wird der Zusatzbeitrag entsprechend reduziert oder ganz gestrichen.

Krankenkassenwechsel

Derzeit ist strittig, ob ein Wechsel der Krankenkasse sinnvoll ist. Grundsätzlich planen die meisten Krankenkassen derzeit zwar keinen Zusatzbeitrag. Gesundheitsminister Philipp Rösler wies die Versicherten daher auf ihre Marktmacht und das bestehende Sonderkündigungsrecht hin. Doch schon im Laufe der nächsten Monte könnte sich die Situation ändern. Gesundheitsökonomen rechnen damit, dass die meisten Krankenkassen spätestens Ende 2010 oder 2011 einen zusätzlichen Beitrag erheben werden. Immer mehr gesetzlich Versicherte prüfen daher, ob die private Krankenversicherung eine Alternative sein könnte. Doch der Zugang zur privaten Krankenkasse wird nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt.




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