Deutsche Angestellten Krankenkasse

DAK: Wirbel um Zusatzbeitrag

Montag, 15. Mär 2010, 15:21
Laut Medienberichten kommt die Deutsche Angestellten Krankenkasse nicht mit dem Zusatzbeitrag von acht Euro monatlich aus und soll bald gezwungen sein, diesen auf 15 Euro zu erhöhen. Sowohl die DAK als auch der im Spiegel-Bericht zitierte Verband der Ersatzkassen dementieren das.
Der vdek dementiert einen höheren Zusatzbeitrag der DAK.

Der vdek dementiert einen höheren Zusatzbeitrag der DAK.

Die Öffentlichkeit ist bei dem Thema Zusatzbeiträge der Krankenkassen stark sensibilisiert. Beinahe täglich gibt es neue Meldungen. Nun wird ein Bericht im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitiert, wonach die DAK ihren Zusatzbeitrag von derzeit acht Euro auf 15 Euro erhöhen muss. Grund soll die weiterhin schwierige Finanzlage der viertgrößten Krankenkasse sein. Nur eine Erhöhung des Zusatzbeitrages könne weitere Verluste verhindern, so der Bericht. Der Spiegel beruft sich dabei auf Zahlen des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Dort heißt es auf Anfrage von 1A Krankenversicherung allerdings, dass intern keine derartigen Zahlen bekannt seien.

DAK rechnet mit Plus

Die DAK wies den Bericht des Spiegels bereits heute morgen als Spekulation zurück. DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz ließ in einer Mitteilung verlauten, das Bundesversicherungsamt habe den Haushalt der Kasse geprüft und genehmigt. Weiterhin heißt es, dass die DAK keine Erhöhung des Zusatzbeitrages plane. Für das laufende Jahr rechnet die Krankenkasse mit einem ausgeglichenen Haushalt.

Verband dementiert

Der Bericht des Spiegels beruft sich auf Zahlen des Ersatzkassenverbandes. Daraus gehe hervor, dass die DAK ohne eine Erhöhung des Zusatzbeitrages keine Rücklagen in gesetzlich vorgegebener Höhe bilden könne. Doch der Verband der Ersatzkassen dementierte inzwischen die Veröffentlichung solcher Informationen. Laut vdek-Sprecherin Manuela-Andrea Pohl liegen derartige Zahlen, die eine Erhöhung des DAK-Zusatzbeitrages notwendig erscheinen lassen, weder dem Verband noch der DAK selbst vor.

Zusatzbeiträge trotz Finanz-Plus

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Jahr 2009 mit einem Plus von 1,1 Milliarden Euro abgeschlossen. Die Einnahmen betrugen 171,9 Milliarden Euro. Dem standen Ausgaben in Höhe von 170,8 Milliarden gegenüber. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Erstmals sei wieder der Aufbau von Rücklagen möglich. Allerdings sind die finanziellen Reserven der Krankenkassen sehr unterschiedlich verteilt. Außerdem muss das Plus der Krankenkassen dem Defizit des Gesundheitsfonds gegenübergestellt werden. In der Differenz ergibt sich dann ein Minus von 1,4 Milliarden Euro im Gesundheitsbereich. Endgültige Zahlen sind nicht vor Mitte 2010 zu erwarten.

Regierung: Kassen sollen sparen

Die Bundesregierung stellt für 2010 weitere Finanzmittel bereit, um das für 2010 zu erwartende Defizit einzudämmen. Angesichts des Defizits im Gesundheitsfonds steigt dieser Steuerzuschuss stärker als geplant auf insgesamt 11,8 Milliarden Euro. Dank dieser hohen Steuerzuwendungen seien nach Ansicht des Ministeriums keine Zusatzbeiträge über acht Euro notwendig. Das Gesundheitsministerium fordert die Kassen daher auf, ihre Wirtschaftlichkeitsreserven auszuschöpfen.

Günny Auerbach meint:

am 15. Mär 2010 um 15:41

Es hieß ja auch einmal es solle keine Mauer gebaut werden!
Quasi am nächsten Tag stand diese.

Wenn es jetzt bereits Gerüchte über eine Erhöhung gibt,
ist dort sicher auch was dranne.

Ich selber bin zufriedener AOK Versicherter und sehr zufrieden.
Und dieses Jahr wird auch kein Zusatzbeitrag erhoben, das wird sogar garantiert.

DAK Versicherte würde ich zum wechsel raten...

Knuddi meint:

am 15. Mär 2010 um 18:29

@ Günny Auerbach
Als AOK-Mitarbeiter hätte mein Kommentar genauso ausgesehen. Etwas mehr Objektivität bei diesem Thema täte allen Beteiligten sehr gut... .

Paul Gerber meint:

am 15. Mär 2010 um 20:52

DAK-Chef Herbert Rebscher hat ein Jahreseinkommen von rund 235 000 Euro. Da würden die 8 Euro sicher nichts ausmachen - vermutlich ist Rebscher aber privat versichert?

Die Krankenkassen werden erst lernen, wirksam Kosten zu sparen, wenn sie mit den Mitteln der freien Marktwirtschaft dazu gezwungen werden. Ansonsten wird die Geldverschwendung inklusive Unterhalt des bürokratischem Überbaus munter weitergehen. Wenn das Geld ausgeht, müssen die Mitglieder halt nachschießen. Herr Rebscher wird sicher keine Einbußen hinnehmen (Erhöhung des Salärs im vorigen Jahr: 4000 Euro)

Der Wechsel zu einer Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag ist das Mittel, das wir Versicherten haben. Wir sollten es nutzen.

Theo Williams meint:

am 15. Mär 2010 um 23:58

Die sollten diesen Koloss mal um den ganzen Wasserkopf und die unnötige Bürokratie abspecken. Allein die Pensionsrückstellungen sind schon gigantisch.
Die Produktivität der Angestellten kann ich nicht beurteilen, aber diese Dienstleistung "Krankenkasse" sollte auch effizienter machbar sein. Man muss sich nur von alten Strukturen lösen und mit dem Besen ran.
Ab einer gewissen Größenordnung "erstickt" jedes Unternehmen mehr und mehr an Tätigkeiten, die nichts mehr mit dem eigentlichen Unternehmenszweck zu tun haben.
Und diesen Kostenüberhang dann einfach dem Versicherten und zusätzlich auch noch dem Steuerzahler aufzudrücken, ist schon befremdlich.
Man sollte nebenbei einfach einführen, dass Ärzte nur dann abrechnen können, wenn der Patient die Leistung per Unterschrift bestätigt hat. Sozusagen den "Lieferschein" in der Praxis abgezeichnet hat. Ohne Lieferschein keine Rechnung. So einfach ist das überall. Warum nicht im Gesundheitswesen? Spart ne Menge Aufwand bei Kontrollen und nutzlosen und kostenintensiven Bemühungen, die Kosten in den Griff zu kriegen. Nur mal so als Beispiel. Ok, dann wären vielleicht einige Arbeitslose mehr, aber warum sollten diese dann überflüssigen Arbeitsplätze von den Versicherten und dem Steuerzahler alimentiert werden? Frage ich mich.

Andreas Michael meint:

am 16. Mär 2010 um 19:55

Tja, ich weiß gar nicht, was Ihr alle wollt. Am Ende des nächsten Jahres wird sich der Vorstand wieder mit unserem Geld die Taschen gefüllt haben und die Versorgung wird trotzdem nicht besser werden. Gönnt den "armen" Vielverdienern auch etwas. Alles nach dem Motto: "Kleinvieh macht auch Mist" reicht es doch, von jedem Zusatzbeitragszahler einen Euro abzuzweigen und das Leben wird schön - Wird das Geld am Ende in 5.- Euro-Scheinen ausgezahlt, damit man genügend "Kohle" für das Höllenfeuer hat und nicht frieren muß?

Hugo Paul meint:

am 17. Mär 2010 um 10:36

Ich denke ein Hauptproblem liegt daran, dass der überwiegende Teil der Versicherten schlichtweg zu ungebildet und teilweise auch zu faul sind. Würden alle oder zumindest ein so großer Teil wechseln, der den betreffenden Krankassen weh täte, würden diese sich auch über Sparpotentiale etc. Gedanken machen. Aber wieso sollen die das tun?? Die wissen schon aus Erfahrung, dass die Leute zwar erst Schimpfen und Meckern, dann aber doch ganz brav die Euros aus der Tasche holen.

Wenn man sich die Struktur der gesetzlichen Versicherung anschaut, hat diese sowohl Stärken als auch Schwächen. Zum Wohle der Allgemeinheit und des sozialen Gleichgewichts finde ich diese Regelung aber sehr wichtig! Wenn man das System reformieren will, sollte man damit beginnen, dass alle Mitglied in der gesetzlichen Kassen sein müssten. Wie soll ein System funktionieren, dass darauf baut, dass Besserverdiener mehr bezahlen, und Geringverdiener weniger, wenn man dann die Besserverdiener außen vor lässt?? Da braucht man sich am Ende nicht wundern, wenn den Kassen das Geld ausgeht.
Dazu kommt dann auch noch, dass der überwiegende Teil der „gebildeten“ Bevölkerung weggeht und sich das Gleichgewicht massiv in den zurückbleibenden „ungebildeten“ Teil verschiebt. Fazit: Die marktwirtschaftlichen Mechanismen werden außer Kraft gesetzt, es entsteht kein Wettbewerb und die Beiträge steigen, Zusatzbeiträge kommen und werden höher und wer arbeit zahlt die Zeche!!!
Ein hoch auf den Deutschen Michel!




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