Private Krankenversicherung

Beitragserhöhung in der PKV 2012: Möglichkeiten zum Wechsel

Freitag, 02. Dez 2011, 13:17
Ab 1. Januar 2012 müssen viele Privatversicherte wieder mehr Beiträge für ihre Krankenversicherung aufbringen. Wer von einer Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung (PKV) betroffen ist, sollte sich in jedem Fall über Alternativen für einen Wechsel informieren und die verschiedenen Angebote ausführlich miteinander vergleichen.
Versicherte müssen 2012 mit höheren PKV-Beiträgen rechnen

Versicherte müssen 2012 mit höheren PKV-Beiträgen rechnen

Wer in diesen Tagen Post von seiner privaten Krankenversicherung erhält, kann fest davon ausgehen, dass es sich um die Benachrichtigung über Beitragsanpassungen im jeweils gewählten Tarif handelt. Betroffene sollten diese Kostensteigerungen allerdings nicht still hinnehmen, sondern Wechselmöglichkeiten prüfen. Innerhalb von einem Monat nach Eingang der Beitragserhöhung hat der Versicherungsnehmer grundsätzlich das Recht seine Versicherung zu kündigen. Nach der Inanspruchnahme dieses Sonderkündigungsrechts ist dann ein PKV-Tarifwechsel oder ein Wechsel des Anbieters möglich. Vor einer Wechselentscheidung sollten jedoch die entstehenden Vor- und Nachteile genauestens abgewogen und einige wichtige Regeln beachtet werden. Eine Mitnahme der bereits angesparten Altersrückstellungen ist beispielsweise nicht bei jedem Wechsel möglich.

Höhere Beiträge 2012: Optionen für Versicherte

Im kommenden Jahr haben bereits einige Krankenversicherer höhere Beiträge in ausgewählten Tarifen angekündigt. Versicherten drohen nun zum Teil 30 bis 40 Prozent Beitragssteigerungen. Grundsätzlich besteht nach § 204 Absatz 1 des Versicherungsvertragsgesetzes für Versicherte das Recht auf einen Tarifwechsel beim selben Anbieter. Voraussetzung ist lediglich, dass der neu gewählte Tarif einen gleichartigen Versicherungsschutz bietet. Angesparte Rückstellungen können in den meisten Fällen übertragen werden und auch eine Gesundheitsprüfung ist meist nicht notwendig.

Prüfen Sie den alternativen Tarifwechsel bei Ihrer Versicherung

Bedingungen für einen Wechsel des Anbieters

Problematischer ist dagegen ein Wechsel der PKV. Da es sich um einen komplett neuen Versicherungsvertrag handelt, nimmt das Versicherungsunternehmen hier stets eine erneute Gesundheitsprüfung zur Risikokalkulation vor. In Bezug auf die Altersrückstellung ist deren Mitnahme in einigen Fällen nur begrenzt oder gar nicht möglich. Ist der Versicherungsnehmer schon vor dem 01.01.2009 Mitglied in einer PKV gewesen, verbleiben die Rückstellungen vollständig beim bisherigen Versicherer. Versicherte, deren Vertrag erst nach diesem Datum abgeschlossen wurde, haben dagegen die Möglichkeit die angesammelten Altersrückstellungen in Höhe des Basistarifs zum neuen Anbieter mitzunehmen. Eine solcher Wechsel ist daher nur lohnenswert, wenn die Ersparnisse durch den neuen Tarif höher sind als die Summe, die durch den Verlust der Altersrückstellungen entstanden ist.

Reduzierung von Versicherungsleistungen

Eine andere Möglichkeit, um Prämien sofort einzusparen, ist die Reduzierung von Versicherungsleistungen und die Erhöhung des Selbstbehalts. Allerdings warnen Verbraucherschützer vor finanziellen Verwerfungen, wenn im Folgejahr wieder vermehrt ärztliche Leistungen in Anspruch genommen werden müssen. Sind die Beiträge dennoch nicht aufzubringen, bleibt letztendlich die Option zum Wechsel in den Basistarif.

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