Private Pflegeversicherung

Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung werden gesenkt

Mittwoch, 08. Feb 2012, 13:52
Wenn die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung zum nächsten Jahr Realität wird, müssen die Versicherten höhere Beiträge für die Absicherung im Pflegefall zahlen. Mitglieder der privaten Pflegepflichtversicherung können sich dagegen zum Anfang des Jahres 2012 über eine finanzielle Entlastung freuen.
Die Beiträge der privaten Pflegeversicherung werden von Fachleuten sehr genau kalkuliert

Die Beiträge der privaten Pflegeversicherung werden von Fachleuten sehr genau kalkuliert

Seit 1995 ist die Pflegeversicherung für jeden Bürger in Deutschland eine Pflichtversicherung. Die Träger der Pflegeversicherung sind die Pflegekassen. Sie gehören als selbständige Unternehmen zu den entsprechenden Krankenkassen. Für die Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung führt der Arbeitgeber die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an die Krankenkasse ab. Privat Krankenversicherte zahlen für die Absicherung zur Pflege ihre Beiträge an die private Krankenversicherung. Beide Absicherungen sind lediglich eine Grundversorgung, die aber auf jeden Fall für jeden Bundesbürger ein wichtiger Grundpfeiler ist. Die privaten Krankenversicherungen (PKV) haben nun mitgeteilt, dass die Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung gesenkt werden konnten. "Je nach Alter zahlen Privatversicherte künftig zwischen zwei und zehn Prozent weniger für ihre Pflegepflichtversicherung", erklärt Volker Leienbach, der Direktor des PKV-Verbandes.

Geringere Beiträge als zum Start der Pflegeversicherung

Nach seinen Ausführungen sinkt damit der Beitrag zur Pflegepflichtversicherung "zum wiederholten Mal". Die Versicherten in der privaten Pflegeversicherung müssen zum jetzigen Zeitpunkt in der Regel weniger zahlen als bei der Einführung der verpflichtenden Pflegeversicherung vor 17 Jahren. Leienbach führt ein Beispiel an: "Bezahlte 1995 beispielsweise ein damals 35-jähriger Versicherter 26,41 Euro im Monat, werden für ihn heute im Alter von 52 Jahren nur noch 23,23 Euro fällig." Vor allem sei diese Senkung der Kosten bemerkenswert, weil in dieser Zeit die Leistungen ausgeweitet wurden.

Kapitaldeckung ist zukunftssicher

Beide Systeme sind zur gleichen Zeit und mit den gleichen Voraussetzungen gestartet. Doch auch die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung wird wohl keine Beitragserhöhungen zur Folge haben. Es sei durchaus möglich, dass es auch 2013 eine moderate Senkung der Beiträge geben werde, wenn gleichzeitig die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung ansteigen werden. "In der kapitalgedeckten privaten Pflegeversicherung sind die Beiträge mehrfach gesenkt worden, in der umlagefinanzierten gesetzlichen Pflegeversicherung steigen sie", macht der PKV-Direktor klar. Für ihn zeigt sich an dieser Entwicklung, dass das System der kapitalgedeckten Versicherung weit überlegen ist und seinen Zweck hervorragend erfüllt. "Es ist generationengerechter und auf Dauer günstiger,  also gut für die Zukunft aufgestellt."

Bessere Grundstruktur der privaten Pflegeversicherung  

Volker Leienbach begrüßt es deshalb auch, dass die Bundesregierung den Aufbau einer privaten Zusatzversicherung für den Pflegefall unterstützen will. Nach dem Willen der Regierung soll es steuerliche Vorteile für den Aufbau einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung geben. Wer privat vorsorgt, soll die Beiträge von der Steuer absetzen können. Geringverdiener sollen Zuschüsse erhalten, damit sich auch dieser Personenkreis absichern kann. Bisher kann die private Pflegepflichtversicherung besser agieren, weil die Struktur ihrer Versicherten deutlich günstiger ist. Das Verhältnis von Pflegebedürftigen und Beitragszahlern ist wesentlich vorteilhafter als in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Zahl der Empfänger von Leistungen ist im Verhältnis zu den Beitragszahlern bei der privaten Pflegeversicherung deutlich höher. 

Durch Förderung soll Vorsorge verbessert werden

Die Branche hofft natürlich darauf, dass durch die staatliche Unterstützung recht viele Bürger eine ergänzende private Pflegeversicherung abschließen werden. Es sei zu hoffen, dass sich die Bereitschaft zu privater Vorsorge deutlich erhöhen werde. Der PKV-Verband ist ziemlich sicher, dass der zusätzliche Versicherungsschutz mit Kapitaldeckung recht schnell, sicher und vor allem auch mit "überschaubaren Beiträgen" etabliert werden kann.

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