Änderungen in GKV und PKV im kommenden Jahr
Mittwoch, 21. Dez 2011, 13:59
Im nächsten Jahr kommen auf Versicherte einige Neuerungen zu
Die gesetzliche Krankenversicherung hat sich nach Medienberichten ein bequemes finanzielles Polster erwirtschaften können. Von finanziellen Nöten kann aktuell keine Rede sein. Doch die Versicherten profitieren von diesen guten Finanzen nicht direkt. Die Beiträge zur GKV werden nicht gesenkt. Gesundheitsminister Daniel Bahr will das Finanzpolster erhalten. "Ich will nicht eine Planung haben, die auf Kante genäht ist", sagte er in Berlin. Es sei immer möglich, dass man in eine konjunkturell schwierige Lage kommt und dann auf den finanziellen Rückhalt angewiesen ist. Doch immerhin wird 2012 das Jahr der zurückgenommenen Zusatzbeiträge sein. Von den elf Krankenkassen mit Zusatzbeitrag werden neun diesen zusätzlichen Beitrag wieder abschaffen. Die Beitragsbemessungsgrenze für die GKV wird im nächsten Jahr von 44.500 Euro jährlich auf 45.900 Euro angehoben. Für die PKV ist dieser Beitrag nur für den Basistarif relevant. Die Beiträge werden nach dem Höchstbeitrag zur GKV berechnet.
Erhöhung der Wechselgrenze zur PKV
Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) oder auch die Versicherungspflichtgrenze wird im kommenden Jahr von 49.500 Euro auf 50.850 Euro angehoben. Für Arbeitnehmer, die von der GKV in ein Unternehmen der PKV wechseln wollen, bedeutet das eine leichte Erhöhung der Wechselhürde. Denn nur ein Arbeitnehmer, der mit seinen Einkünften über dieser Grenze liegt, kann in die private Krankenversicherung wechseln. Doch die Versicherer erwarten trotz dieser recht moderaten Erhöhung weiter viele neue Kunden.
PKV im Aufwind
Die Nachfrage nach den Vollversicherungen der PKV sowie nach Zusatzversicherungen ist ungebrochen. Auch wenn viele Versicherte in den letzten Wochen Post von ihren privaten Versicherern mit der Ankündigung von Beitragserhöhungen erhalten haben, so zieht es doch die Versicherten in die PKV. Sie versprechen sich bessere Leistungen und exzellenten Service. Auch gibt es viele Möglichkeiten, den Beitragserhöhungen aus dem Weg zu gehen. Der Wechsel des Tarifs oder auch der Wechsel des Unternehmens sind möglich, müssen aber sehr genau überlegt und vorbereitet werden. Allgemein gesehen aber werden die Angebote der PKV günstiger und sind den individuellen Anforderungen der Versicherten besser angepasst. Auch werden negative Entwicklungen wie zum Beispiel die Billigtarife überdacht und sind von vielen Anbietern inzwischen abgeschafft worden.
Unisex-Tarife sorgen für neue Grundlagen
Es wäre möglich, dass sie Beiträge im Verlauf des kommenden Jahres noch einmal anziehen. Spätestens bis Ende 2012 müssen die privaten Krankenversicherer Unisex-Tarife eingeführt haben, also Tarife mit gleichen Beiträgen für Mann und Frau. Bisher musste Frauen oft höhere Beiträge zahlen. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) aber ist eine derartige Praxis gegen das Gebot der gleichen Behandlung von Männern und Frauen gerichtet. Deshalb muss die PKV ihre Beiträge neu kalkulieren, damit das BGH-Urteil umgesetzt werden kann.
Genaue Anpassungen noch in der Schwebe
Die Auswirkungen der Unisex-Tarife sind noch nicht absehbar. Es ist noch nicht geklärt, ob diese Tarife nur für neue Kunden gelten sollen oder ob Frauen in günstigere Tarife wechseln können. Ob dann wieder neue Gesundheitsprüfungen fällig werden und ob die Altersrückstellungen in irgendeiner Form an gepasst werden, lässt sich noch nicht sagen.
GKV
PKV
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