Fit im Alltag

Zu wenig Schlaf macht krank

Montag, 02. Aug 2010, 09:23
Schlaf ist gesund und erholsam. In dieser Ruhephase wird das täglich Erlebte verarbeitet, Körper und Muskeln entspannen sich. Eine amerikanische Studie untersuchte kürzlich den Zusammenhang zwischen Schlafdauer und dem Herzinfarktrisiko. Doch nicht nur zu wenig Schlaf kann der Gesundheit schaden, auch Langschläfer gefährden ihr Wohlbefinden.
Ausreichend Erholung und Schlaf im Alltag fördern die Gesundheit.

Ausreichend Erholung und Schlaf im Alltag fördern die Gesundheit.

Für unseren Körper und unseren Geist ist Schlaf lebensnotwendig. Schon lange ist bekannt, dass zu wenig Schlaf Übergewicht und Diabetes fördert und zudem das Immunsystem schwächt. Wer übermüdet ist, kann sich nicht konzentrieren oder leidet unter Stimmungsschwankungen, die im schlimmsten Fall Depressionen auslösen können. Doch auch unser Herz-Kreislauf-System kann durch chronischen Schlafmangel erkranken. Wissenschaftler der Universität West Virginia haben das Schlafverhalten von 30.000 Erwachsenen untersucht und versucht, einen Bezug zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen herzustellen. Auch das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, stand im Fokus der Forscher. Die Gefahr an derartigen Beschwerden zu erkranken, war bei Menschen mit sieben Stunden Schlaf am geringsten. Mehr als doppelt so hoch ist das Risiko allerdings bei Personen, die weniger als fünf Stunden täglich schlafen. Doch auch Langschläfer schaden mit zu viel Nachtruhe ihrer Gesundheit. Der Studie zufolge war das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bei mehr als neun Stunden Schlaf eineinhalb mal so hoch wie bei Sieben-Stunden-Schläfern.

Weitere Folgen von Schlafmangel

Die Wissenschaftler suchen nun nach Gründen für ihre Ergebnisse. Sie vermuten, dass die Schlafdauer einen Einfluss auf sämtliche Stoffwechselabläufe haben könnte. Außerdem kann es durch die geringe Erholungszeit des Körpers zu Bluthochdruck kommen. Dabei kommt es dann zu einer Verengung der Arterien, was die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Beschwerden fördert. Dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte können zudem die Organe schädigen und im schlimmsten Fall zum Organversagen führen. Für genauere Ergebnisse bei der Ursachenforschung müssten die Forscher jedoch weitere Untersuchungen anstellen.

Schlaf kann nachgeholt werden

Wer dauerhaft an Schlafmangel leidet, muss nicht unbedingt seinen ganzen Tagesablauf ändern. Eine weitere Studie eines Forscherteams der Universität von Pennsylvania in Philadelphia hat nun ergeben, dass ein längerer Erholungsschlaf die fehlende Nachtruhe ausgleichen kann. Besonders bei Menschen, die in Schichten arbeiten, baut sich bereits nach wenigen Wochen ein enormes Schlafdefizit auf. Experimente an 159 Probanden zeigten jedoch, dass selbst ein erheblicher Schlafmangel durch mehrere Nächte ausgedehnter Ruhe ausgeglichen werden kann.

Erholung ist wichtig

Die tägliche Nachtruhe ist ein unabdingbarer Bestandteil für die Erhaltung unserer Gesundheit. Zusammen mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung kann schlimmen Erkrankungen vorgebeugt werden. Die Ergebnisse beider Studien verdeutlichen erneut, wie wichtig Erholung für den Körper und den Geist wirklich ist. Nur wer sich erholt und sich öfter eine Pause gönnt, ist im Alltag und auf Arbeit ausgeglichener und leistungsfähiger.

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