Bericht vom Robert-Koch-Institut

Volkskrankheit Krebs: Neuerkrankungen nehmen stark zu

Mittwoch, 22. Feb 2012, 14:42
Es ist eine Diagnose, die das Leben für ungewisse Zeit auf den Kopf stellt: Krebs ist in den vergangenen Jahres zu einer regelrechten Volkskrankheit geworden. Leider ist die Krankheit mit fast einer halben Million Neuerkrankungen jährlich weiterhin auf dem Vormarsch, wie nun auch ein Bericht des Robert-Koch-Instituts zeigt.
Trotz besserer Medizin: Die Krebs-Neuerkrankungen steigen in Deutschland Jahr für Jahr an

Trotz besserer Medizin: Die Krebs-Neuerkrankungen steigen in Deutschland Jahr für Jahr an

Es ist eine Krankheit, die ihren Betroffenen viel Lebensmut und Geduld abverlangt. Krebs gehört mittlerweile zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland, trotzdem steigt die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr weiter an. Einer Hochrechnung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge wird in diesem Jahr mit etwa 490.000 Krebsneuerkrankungen gerechnet. Das ist eine erschreckend hohe Zahl, denn 1998 lag diese Zahl noch bei knapp 390.000. Die Experten sehen den Grund für diese Entwicklung aber vor allem im demografischen Wandel unserer Gesellschaft, denn mit steigendem Alter steigt auch das Risiko einer Krebserkrankung. Derzeit leben etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland, denen in den vergangenen fünf Jahren die Diagnose Krebs gestellt wurde.

Leben mit dem Krebs

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Die Chancen, den Krebs zu überleben sind heutzutage sehr viel höher, als noch vor einigen Jahren. So starben 1980 noch mehr als zwei Drittel aller Krebspatienten, während heute weit mehr als die Hälfte die Krankheit überlebt. Zwar kann die Krankheit nicht immer vollständig geheilt werden, aber mithilfe von Medikamenten können die Betroffenen lange Zeit ohne Beschwerden damit leben. Den Berichten zufolge gibt es fast zwei Millionen Menschen in Deutschland, deren Krebsdiagnose bereits zehn Jahre zurückliegt.

Bessere Technik und bessere Medikamente

Ein weiterer Grund für die höheren Überlebenschancen ist die verbesserte Technik, mit deren Hilfe sich eine Krebserkrankung frühzeitig erkennen lässt. Jeder Patient weiß, dass sich die Aussicht auf Heilung erhöht, je eher der Krebs behandelt werden kann. Bei wenigen Tumoren ist eine Heilung sogar noch im fortgeschrittenen Stadium möglich. Gleichzeitig ist die Krebsforschung mittlerweile viel weiter als noch vor zehn Jahren. Dadurch lassen sich heutzutage Formen von Krebs heilen, die vor einigen Jahren noch als unheilbar galten. Trotzdem sollte jeder zu Gunsten der eigenen Gesundheit regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen besuchen, die teilweise sogar von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

Häufigste Form: Brustkrebs und Prostatakrebs

Alle zwei Jahre erstellen das Robert-Koch-Institut und die Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) den Bericht “Krebs in Deutschland”. Anhand der bundesweit gemeldeten Daten im Zentrum für Krebsregisterdaten lassen sich ein Großteil der jährlichen Krebsneuerkrankungen festhalten. Da eine flächendeckende Übermittlung aller Bundesländer bislang nicht vollständig möglich ist, müssen die Experten die Zahl weiterhin schätzen. Nach Angaben der Experten ist Brustkrebs mit einem Drittel aller Erkrankungen die häufigste Krebsform bei den Frauen, während Prostatakrebs bei fast 25 Prozent der Männer die häufigste Krebsart ist.

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