Sport für Gesundheit

Studie: Trotz schlechter Gene schlank durch Bewegung

Freitag, 03. Sep 2010, 12:33
Wissenschaftler haben untersucht, wie genetische Faktoren und der eigene Lebensstil das Gewicht des Menschen tatsächlich beeinflussen. Dem Ergebnis der Studie zufolge gilt künftig die Ausrede, eine Veranlagung zum Dickwerden zu haben, nicht mehr. Zudem fanden die Forscher heraus, welche Rolle Sport für das Gewicht spielt.
Mit Bewegung erfolgreich gegen schlechte Gene

Mit Bewegung erfolgreich gegen schlechte Gene

Viele Menschen geben ihren schlechten Genen und der daraus resultierenden Veranlagung zum Dickwerden die Schuld, mit Sport keinen Erfolg erzielen zu können. Daraus ergeben sich wiederum Unzufriedenheit und Frust, die es verhindern, das Problem des Übergewichts überhaupt anzugehen. Das Forschungsteam von Ruth Loss vom Medical Research Council aus Cambridge (Großbritannien) fand nun heraus, dass ungünstige genetische Faktoren ein Übergewicht keinesfalls zum Schicksal machen. Vielmehr stellten sie fest, dass sich durch einen aktiven Lebensstil, ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung die genetischen Einflüsse bis zu 40 Prozent ausmerzen lassen. Damit wird belegt, dass sich auch Personen mit schlechter figurlicher Veranlagung künftig nicht von ihren Genen entmutigen zu lassen brauchen und erfolgversprechend auf ihr Übergewicht Einfluss nehmen können. Die Ergebnisse der Studie wurden am Dienstag im Fachmagazin Plos Medicine veröffentlicht.

Studie gibt Aufschluss über Einfluss der Gene

Die britischen Forscher untersuchten den tatsächlichen Einfluss genetischer Anlagen auf das Körpergewicht. Dazu wurden für die Epic-Norfolk-Studie Informationen von 20.430 Teilnehmern verglichen und das Zusammenspiel von Ernährung, Bewegung, allgemeiner Lebensstil und die genetischen Faktoren ausgewertet. Das Forschungsteam um Ruth Loos, Leiterin der Untersuchung, stellte dabei zwölf verschiedene Genvarianten fest, die Übergewicht begünstigen. Diese Gene wurden als Werte auf einer Veranlagungsskala angeordnet und mithilfe eines Statistikmodells errechnet, welchen Einfluss sie auf den Body-Mass-Index (BMI) haben. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass ein Veranlagungsgen das Gewicht eines Menschen mit einer Größe von 1,70 Meter um 592 Gramm erhöhen kann.

Mit Sport erfolgreich gegen die schlechten Gene

Trotz eines bewiesenen Einflusses der genetischen Faktoren auf das Körpergewicht, konnte auch belegt werden, dass trotz Veranlagung zu Übergewicht die Gewichtszunahme bei Menschen mit aktivem Lebensstil statt 592 Gramm nur 379 Gramm beträgt. Damit ist es möglich, auch mit schlechter Veranlagung, das Zunahmerisiko durch eine aktive Lebensweise, ausreichende Bewegung und eine gesunde Ernährung um fast 40 Prozent zu verringern. Übergewichtige müssen sich damit künftig nicht mehr mit ihrem Schicksal abfinden, sondern können mit guten Erfolgschancen aktiv an einem gesunden Körpergewicht arbeiten.

Veränderter Lebensstil unterstützt Tendenz zu Übergewicht

Nicht nur die sogenannten Dickmacher-Gene nehmen Einfluss auf das menschliche Körpergewicht, sondern auch der vollzogene Wandel des Lebenstils der Menschen verstärkt das Risiko dick zu werden. Der Alltag der Menschen ist bekanntlich mehr und mehr von Stress und Eile geprägt, was das berufliche und private Leben, aber auch die Ernährung betrifft. Zeitmangel führt dann häufig zur Angewohnheit schnell etwas zu essen, wobei kaum noch auf die Qualität der Ernährung geachtet wird. Häufig bedeutet das zu viele Kalorien durch Fett und Kohlenhydrate für den Körper. Hinzu kommen die mangelnde Bewegung und ein weiterer Risikofaktor für Übergewicht ist perfekt. Weitere Volkskrankheiten wie Diabetes werden durch die Lebensweise ebenfalls begünstigt. Um seine Gesundheit zu erhalten ist jedoch jede Person selbst seines eigenen Glückes Schmied, die Risikofaktoren für Übergewicht so gering wie möglich zu halten. 

Uwe Schöne meint:

am 4. Sep 2010 um 21:13

"...mit aktivem Lebensstil statt 592 Gramm nur 379 Gramm beträgt. Damit ist es möglich, auch mit schlechter Veranlagung, das Zunahmerisiko durch eine aktive Lebensweise, ausreichende Bewegung und eine gesunde Ernährung um fast 40 Prozent zu verringern...."

Das ist so ziemlich das dümmste, dass ich je zum Thema gelesen habe.

[Anmerkung d. Redaktion: Die Ergebnisse der Studie sind auf der Webseite der Public Library of Science (PloS) für Jedermann einsehbar: http://www.plosmedicine.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pmed.1000332 .]

Klaus Deman meint:

am 5. Sep 2010 um 12:14

Das zählt definitiv zum Besten, was je zu diesem Thema veröffentlicht wurde und passt perfekt in die gegenwärtig laufende Gen- und Rassismusdebatte.

Gene sind nix weiter als ein Programm, welches erst im Zusammenwirken mit sozialen Faktoren voll zur Geltung kommt.

In den meisten Fällen essen wir nicht zuviel, sondern verbrauchen zu wenig. Eine Mischung aus Ignoranz, Faulheit und Bequemlichkeit lässt dann die Pfunde wachsen - und perspektivisch die Gesundheitskosten explodieren.

Die kommenden 10 bis 20 Jahre werden diesbezüglich sehr interessant. Danach dürfte im Gesundheitssystem kein Stein mehr auf dem anderen sein.

Aber bald ist wieder Fasching - und dann singen wir alle schön gemeinsam: "Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? ...."

Die aktiv und gesund Lebenden. Wer sonst?




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