Alzheimer und Demenz

Studie: Männer haben häufiger ein geistiges Problem

Dienstag, 07. Sep 2010, 12:34
Mit zunehmendem Alter leiden Senioren häufig unter Gedächtnisproblemen, die bis hin zu Alzheimer und Demenz reichen können. Eine amerikanische Studie hat nun gezeigt, dass es bei der geistigen Leistungsfähigkeit einen erheblichen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt. Im Schnitt sind Männer öfter von leichten Beschwerden betroffen.
Männer leiden schneller unter ersten Gedächtnisproblemen.

Männer leiden schneller unter ersten Gedächtnisproblemen.

Es beginnt mit einer leichten Gedächtnisschwäche und sorgt dafür, dass die Betroffen ihren Alltag früher oder später nicht mehr alleine bewältigen können. An Alzheimer und Demenz sind in Deutschland mittlerweile mehr als eine Million Menschen erkrankt. Amerikanische Forscher von der Mayo Clinic in Rochester untersuchten in diesem Zusammenhang die geistige Leistungsfähigkeit von Männern und Frauen im Alter von 70 bis 89 Jahren. Neben Fragen zum eigenen Gesundheitszustand mussten die Senioren Denkaufgaben lösen und verschiedene Gedächtnistests bewältigen. Das Ergebnis zeigt, dass Männer häufiger mit Gedächtnisproblemen zu kämpfen haben als Frauen. Derartige milde Störungen sind oft eine Vorstufe von Alzheimer, weshalb eine Früherkennung dieser Probleme so wichtig ist.

Frauen sind seltener von leichten Beschwerden betroffen

Insgesamt 19 Prozent der männlichen Testpersonen weisen leichte geistige Beeinträchtigungen auf, während der Anteil der Frauen bei nur 14 Prozent liegt. Das Team um Ronald Petersen konnte mit dieser Studie einen geschlechtsspezifischen Zusammenhang bei altersbedingten Gedächtnisstörungen nachweisen. Allerdings zeigten sich die Forscher erstaunt, dass Frauen seltener an geistigen Beschwerden leiden als Männer. Da sich aus diesen ersten leichteren Störungen oftmals Alzheimer entwickeln kann, widerspricht es der Tatsache, das Frauen im Schnitt häufiger an Alzheimer und Demenz leiden. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass die Entwicklung dieser Erkrankungen bei Männern und Frauen unterschiedlich abläuft. Möglicherweise erfolgt der Übergang von einer leichten Gedächtnisschwäche hin zu Alzheimer oder Demenz bei Frauen schneller als bei Männern.

Bildung und Familie verzögern erste Symptome

Ein weiterer, interessanter Zusammenhang zeigte sich zwischen dem Bildungsstand und der familiären Situation der Befragten. Die Rentner, die nie verheiratet waren oder eine schlechtere Bildung erhalten haben, litten häufiger unter nachlassenden kognitiven Fähigkeiten. Von den 2.000 befragten Senioren waren den Ergebnissen zufolge bereits zehn Prozent an Demenz erkrankt.

Insgesamt konnten die Wissenschaftler 76 Prozent der Probanden als geistig gesund einstufen. Um die Ergebnisse der Forschung zu vertiefen, seien aber weitere Tests notwendig. Dabei soll unter anderem die unterschiedliche Herausbildung von Demenz bei Männern und Frauen im Vordergrund stehen. Aber auch die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten und Diagnoseverfahren sei von großer Bedeutung, besonders in Anbetracht der steigenden Zahl der Erkrankungen.




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