Gefährliche Schmerzmittel

Paracetamol und Aspirin können die Gesundheit schädigen

Samstag, 21. Jan 2012, 12:34
Wenn Rücken, Kopf oder Zähne schmerzen, greifen knapp 4 Millionen Deutsche in jedem Jahr zu frei verkäuflichen Schmerzmitteln wie Aspirin oder Paracetamol. Was schon Großmutter geholfen hat, kann heute nicht schlecht sein. Doch Fachleute warnen vor diesen Mitteln. Sie können schwere gesundheitliche Folgen haben.
Die frei verkäuflichen Schmerzmittel sind auf keinen Fall völlig unbedenklich und harmlos

Die frei verkäuflichen Schmerzmittel sind auf keinen Fall völlig unbedenklich und harmlos

Es ist bequem, preiswert und schnell. Die Pillen aus der Apotheke sind ohne Rezept zu haben und wirken schnell. Doch der allzu nachlässige und sorglose Umgang mit den Schmerztabletten kann ungeahnte Folgen haben. Durch die Werbung und die Beispiele aus der Umgebung werden diese Mittel nicht mehr als Arzneimittel betrachtet, sondern gehören zu einem bequemen und freien Leben einfach dazu. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" machen gerade die angeblich so harmlosen Schmerzmittel den Experten Probleme. "Paracetamol würde heute nicht mehr zugelassen werden, auch nicht auf Rezept", sagt Professor Dr. Kay Brune von der Universität Erlangen. Bereits die angegebene Höchstdosierung von vier Gramm täglich sei zu hoch, weil schwere Leberschäden möglich sind. "Nimmt jemand die die doppelte Dosis ein, kann das zu einem Leberversagen führen", macht der Pharmakologe klar.

Grundsätzliche Warnung vor Paracetamol   

Kay Brune hält Paracetamol generell für zu gefährlich und rät von einer Einnahme ab. Das sei ein Medikament, das seiner Ansicht nach völlig aus der Apotheke verschwinden sollte. "Wir haben hier ein Medikament auf dem Markt, das bereits bei geringer Überdosierung tödlich wirkt", gibt er zu bedenken. Der Tod durch dieses Medikament sei zudem äußerst qualvoll und könne sich über mehrere Tage hinziehen. Doch nicht nur das Paracetamol ist ein äußerst umstritten. Andere frei vekäufliche Schmerzmittel sind ebenso riskant. 

Aspirin ist ein gefährlicher Blutverdünner  

Der Klassiker gegen Schmerzen, das Aspirin, steht ebenso im Mittelpunkt der Kritik.Der risikobeladene Wirkstoff in diesem Präparat ist die Acetylsalicylsäure (ASS). Der Pharmakologe erklärt, dass ASS nur kurz gegen die Schmerzen wirke, aber noch sehr lange das Blut verdünne. Deshalb sollte das Medikament nur bei Patienten mit schweren Erkrankungen von Herz oder Kreislauf gegeben werden, aber keinesfalls gegen Schmerzen zum Einsatz kommen. Es hat bereits Fälle gegeben, dass Wunden nach der Einnahme von Aspirin wieder bluten. Auch ein chirurgischer Eingriff  kann unmögliche werden, wenn durch das ASS im Körper das Blut verdünnt wurde. Kay Brune sagt ganz deutlich: "Durch die Einnahme von ASS bei Schmerzen geht man ein völlig unnötiges Blutungsrisiko ein."

Kombipräparate sind besonders gefährlich  

Vor allem muss vor Kombinationspräparaten gewarnt werden. Die verschiedenen Wirkstoffe verstärken die positiven Auswirkungen in den meisten Fällen nicht, verstärken aber die schädlichen Nebenwirkungen. Der Grund dafür, dass es bisher noch keine Verbote oder zumindest Überprüfungen der schon lange umstrittenen Schmerzmittel gibt, liegt für Brune in der überlieferten Tradition. Paracetamol und Aspirin sind bereits lange frei verkäuflich, doch bisher hat niemand dafür gesorgt, dass eine genaue Analyse durchgeführt wurde. Die Mittel sind zudem patentfrei, so dass die Hersteller die Kosten für weitere wissenschaftliche Untersuchungen scheuen.

Freie Schmerzmittel nur in wirklich dringenden Fällen

Wenn es denn unbedingt ein Schmerzmittel sein muss, so sollte man eher zu Mitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac ausweichen. Diese Medikamente sind neuer und wurden in den vergangenen 30 Jahren gründlich erforscht. Doch auch hier gilt es, die Dosierung zu beachten. Werden diese Wirkstoffe zu lange und zu hoch dosiert eingenommen, so sind gefährliche Auswirkungen wie Schlaganfälle, Bluthochdruck oder Magenblutungen möglich. Auch wenn die neuen Medikamente besser vertragen werden und schneller aus dem Körper ausgeschieden werden, so gilt auch hier wie für alle Schmerzmittel: So wenig und so selten wie möglich, nur für kurze Zeit und in der richtigen Dosierung.

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