Erhöhtes Tumor-Risiko

Ostersonne kann Sonnenbrand und Hautkrebs verursachen

Montag, 18. Apr 2011, 11:07
Männer mit Glatze haben ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko. Schon die Frühlingssonne wird häufig unterschätzt. Die Folge sind weiße Hautkrebs-Erkrankungen, die in Deutschland 16mal häufiger vorkommen und ebenso bösartig sind wie der schwarze Hautkrebs. Sonnenschutz und Kopfbedeckung sind deshalb auch jetzt zu Ostern unabdingbar.
Männer mit Glatze müssen sich besonders vor Sonne schützen

Männer mit Glatze müssen sich besonders vor Sonne schützen

Ostern steht vor der Tür, die Wetterfrösche sagen gutes Wetter voraus. Doch Vorsicht: Auch die allerersten Sonnenstrahlen im Frühling können schon gefährlich sein. Experten des Hauttumorzentrums am Universitätsklinikum Münster (UKM) mahnen deshalb, jetzt schon an einen ausreichenden Sonnenschutz zu denken. Bereits in diesen Tagen kann von der Sonne eine hohe Strahlungsintensität ausgehen. Temperaturen oberhalb der 30 Grad Celsius Marke sind dazu nicht nötig. Besonders Männer mit Glatze oder schütterem Haar sind hiervon betroffen. Denn exponierte Körperstellen – dazu zählen auch die oberen Enden der Ohren, der Nasenrücken, die Wangen, das Dekolletee, die Schultern sowie Hand- und Fußrücken –, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, weisen hohe Raten an weißem Hautkrebs auf.

Leichte Verhornungen sind erste Anzeichen

Ob man an weißem Hautkrebs erkrankt ist, erkennt man an leichten Verhornungen der Haut. Allerdings werden diese oft nicht ernst genommen und von den Patienten als nicht abheilende Schürfwunden wahrgenommen. Rötliche oder gelbliche Flecken, schuppige Hautstellen sowie tastbare Verhärtungen und Verdickungen der Haut sind weitere Symptome.

Weißer Hautkrebs 16mal häufiger als schwarzer

Bei hellhäutigen Menschen ist der weiße Hautkrebs weltweit der häufigste Hauttumor. Allein in Deutschland erkranken daran jedes Jahr rund 240.000 Personen – Tendenz steigend. Er ist 16mal häufiger als der schwarze Hautkrebs und ebenfalls bösartig. Eine chronische Schädigung der Haut durch UVB- und UVA-Strahlung der Sonne ist hierfür der Auslöser. Besonders ältere Menschen zwischen 60 und 80 Jahren sind vom weißen Hautkrebs betroffen. Regelmäßige Solariengänger und ausgesprochene Sonnenanbeter kann es aber auch schon mit Mitte 30 erwischen. Mediziner befürchten, dass die Hälfte der Deutschen irgendwann einen hellen Hautkrebs entwickelt.

Operationen hinterlassen hässliche Narben

Zwar ist der weiße Hautkrebs nicht ganz so gefährlich wie der schwarze, weil er nur selten Metastasen bildet. Trotzdem darf man diese Tumorart nicht verharmlosen. Wenn keine Behandlung erfolgt, wuchern die Krebszellen im gesamten Gewebe. Der Krebs frisst sich regelrecht in die Haut, so dass eine Operation unumgänglich ist. Die kann vor allem im Gesicht heikel sein, da oft Narben zurückbleiben. Wird der weiße Hautkrebs jedoch noch im Anfangsstadium entdeckt, können die betroffenen Hautstellen mit einem speziellen Gel oder einer Salbe behandelt werden.

Krankenkassen bezahlen Screening

Für einen umfangreichen Schutz raten Hautexperten, sich mit ausreichend Sonnenschutz einzucremen und in der Mittagszeit die direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Glatzen sollte man immer mit einer Mütze bedecken. Zudem können gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren seit 2008 alle zwei Jahre das kostenlose Hautkrebs-Screening nutzen.




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