Migräne: Magnetische Impulse als neue Therapie
Samstag, 06. Mär 2010, 06:31
Migränepatienten soll bald durch magnetische Impulsen geholfen werden.
Etwa zehn Prozent der Bevölkerung werden regelmäßig von den stechenden Kopfschmerzen heimgesucht. Migräne ist mittlerweile zur Volkskrankheit geworden und schränkt die Lebensqualität vieler Betroffener enorm ein. Wissenschaftler aus den USA testeten unter der Leitung von Dr. Richard Lipton 267 Migränepatienten, teils mit einer Placebomethode und teils mit Magnetwellen. Letztere erhielten starke Einzelimpulse durch ein Magnetstimulationsgerät. Dieses ließ sich durch die Patienten sogar selbst bedienen. In der Gruppe der Placeboanwendung gaben immerhin 22 Prozent an, nicht mehr unter den Kopfschmerzen zu leiden. Allerdings lag dieser Anteil bei den Probanden, die mit Magnetwellen behandelt wurden, bei 39 Prozent. Die klinische Studie zeigte außerdem: Je früher das Verfahren bei einem auftretenden Migräneanfall eingesetzt wurde, desto erfolgreicher ließen sich die Schmerzen der Betroffenen verringern. Und es gibt noch eine gute Nachricht: Bisher wies keiner der Probanden Nebenwirkungen auf.
Unbekannte Wirkungsweise
Die Tests mit der sogenannten Transkraniellen Magnetstimulation (TMS) wurden jedoch nur an Migränepatienten mit Aura durchgeführt. Bei diesen Personen treten nicht nur starke Kopfschmerzen auf, sondern werden gleichzeitig von Geräusch- und Lichtempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen oder auch Seh- und Sprachstörungen begleitet.
TMS auch gegen Depressionen
Die Transkranielle Magnetstimulation hat bereits in anderen medizinischen Bereichen Wirkung gezeigt. So wird die Methode gegen Tinnitus, Depressionen und Parkinson immer noch erprobt. Bisher gibt es allerdings nur Vermutungen, wie sich die magnetischen Wellen auf das menschliche Gehirn auswirken. Es wird angenommen, dass elektrische Abläufe im Gehirn unterbrochen und so die Symptome gelindert werden. In einer weiteren Studie soll jetzt untersucht werden, ob mehrere Impulse den Effekt sogar noch steigern könnten.
Nebenwirkungen herkömmlicher Therapien
Hans-Christoph Diener, Neurologe am Universitätsklinikum Essen, betont, dass diese neuen Erkenntnisse einen großen Fortschritt für alle Migränepatienten bedeuten. Besonders für die Betroffenen, bei denen Medikamente kaum oder gar nicht helfen. Bisher sind diese Patienten auf Schmerztabletten oder entzündungshemmende Mittel angewiesen. Sollte dies nicht helfen, greifen viele Patienten zu speziellen Migräne-Medikamenten, den sogenannten Triptanen. Diese können allerdings schwere Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen mit sich ziehen.
Die neue Methode mit TMS habe bisher bei keinem der untersuchten Personen Nebenwirkungen aufweisen können und könnte viele Patienten vor den Nebenwirkungen bisheriger Medikamente bewahren. Diener betont, dass die Studie bisher zwar nur an Probanden mit Migräneaura durchgeführt wurde, es jedoch auch denkbar sei, dass dieses Vorgehen auch bei normaler Migräne helfen könnte.
GKV
PKV
GKV
PKV
- 1 Debeka Krankenversicherung
- 2 DKV - Deutsche Krankenversicherung
- 3 Allianz private Krankenversicherung
- 4 AXA Krankenversicherung
- 5 Signal Iduna Krankenversicherung
- 6 Central Krankenversicherung
- 7 Bayerische Beamtenkrankenkasse
- 8 Continentale Krankenversicherung
- 9 Barmenia Krankenversicherung
- 10 Hallesche Krankenversicherung







