Jugendliche und Rauchen

Jugendliche durch Werbung zum Rauchen verführt

Mittwoch, 03. Mär 2010, 12:59
Einer Studie der DAK zufolge erhöht das Anschauen von Zigarettenwerbung bei Jugendlichen das Bedürfnis nach Zigaretten. Oftmals ist dies der erste Weg in die krankhafte Sucht, die schwerwiegende Folgen haben kann.
Jugendliche werden durch Werbung verstärkt zum Rauchen verführt, das ergab eine Studie der DAK.

Jugendliche werden durch Werbung verstärkt zum Rauchen verführt, das ergab eine Studie der DAK.

Viele Jugendliche machen während der Schulzeit erste Erfahrungen mit dem Rauchen. Aber genauso fangen viele Schüler an, regelmäßig Tabak zu konsumieren. Und das, obwohl jeder weiß, dass Rauchen ungesund ist. Schuld daran könnte unter anderem Zigarettenwerbung sein. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Studie der DAK und des Therapie- und Gesundheitszentrums in Kiel. Die Wissenschaftler untersuchten die Werbewirkung auf insgesamt 3400 Schüler im Alter zwischen 10 und 17 Jahren. Den Schülern wurden verschiedene Werbeanzeigen ohne erkennbare Markennamen vorgelegt, darunter sechs Zigarettenanzeigen und acht andere Reklamen. Je besser die Jugendlichen sich an die Marken der Zigarettenwerbung erinnern konnten, desto mehr seien sie am Rauchen interessiert. In der Gruppe der Jugendlichen, die viele Marken wiedererkannten, sei der Konsum von Zigaretten tatsächlich wesentlich höher gewesen. Teilnehmer, die weniger Kontakt mit Werbung hatten und weniger Marken benennen konnten, rauchten im Schnitt weniger.

Werbung an Jugendliche angepasst

Die Tabakindustrie stellt sich auf die junge Zielgruppe ein. Besonders die Werbemotive stellen vielfach dar, was die jungen Leute beschäftigt: Sex, Sport, Piercings, Kleidung, Frisuren. Die Liste ist lang. Seit 2007 herrscht ein offizielles Verbot von Zigarettenwerbung in Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften. Allerdings darf weiterhin auf Plakaten und Kinos dafür geworben werden. Doch die Hersteller führen immer neue Formen des Marketings ein, etwa Werbeartikel wie Mützen oder ähnliches. Viele Unternehmen beteiligen sich regelmäßig an Sponsoringaktionen, zum Beispiel bei Sportereignissen oder anderen Veranstaltungen.

Eltern wichtiges Vorbild

Obwohl sich die Zahl jugendlicher Raucher seit 2001 fast um die Hälfte verringert hat, sorgt das Ergebnis der Studie bei Eltern für Sorge. Bereits nach vier Wochen treten bei den Schülern Entzugserscheinungen auf, die sich in Nervosität und Unruhe äußern können. Dabei sind offenbar gerade die Eltern nicht immer die besten Vorbilder. Kinder aus Familien mit rauchendem Elternteil neigen eher dazu, mit dem Tabakkonsum zu beginnen – das besagt eine amerikanische Studie, die von der Bostoner Harvard School of Public Health im Fachblatt Pediatrics veröffentlicht wurde.

Folgen des Rauchens

Die Folgen des Rauchens sind umstritten. Mediziner weisen immer wieder darauf hin, dass Rauchen ein wichtiger Risikofaktor vieler schwerwiegender Erkrankungen ist. Vor allem viele Krebserkrankungen werden dem Tabakkonsum zugeschrieben, darunter Lungenkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs. Aber auch andere Krankheiten wie Asthma und die Schwächung des Immunsystems sollen auf das Konto des teerhaltigen Qualms gehen.  

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