Jacksons Arzt wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Dienstag, 09. Feb 2010, 16:16
Der Arzt von Michael Jackson steht seit gestern vor Gericht.
In der Staatsanwaltschaft von Los Angeles wurde gestern Anklage gegen den Arzt Conrad Murray erhoben. Er habe dem Superstar sehr häufig das Anästhesiemittel Propofol verabreicht. Dieses Mittel darf Patienten eigentlich nur in einem Krankenhaus unter Aufsicht von Anästhesisten verabreicht werden. In der Todesnacht erhielt Michael Jackson aufgrund von Einschlafproblemen auf eigenen Wunsch zuerst Valium, dann eine kleine Dosis des Beruhigungsmittels Lorazepam intravenös, wenig später Midazolam, ebenfalls ein Medikament, das zur Beruhigung dient. Am frühen Morgen wurde diese Prozedur sogar noch wiederholt. Nachdem der Superstar immer noch nicht schlafen konnte, habe er den Arzt angefleht, ihm das starke Medikament Propofol zu spritzen.
Propofol Ursache für Jacksons Tod
Zusammen mit den anderen Substanzen kam es wohl zu einer schwerwiegenden Vergiftung, die zum Herzstillstand und letztlich zum Tod des Musikers führte. Dafür klagte die Staatsanwaltschaft Conrad Murray unter dem Verdacht auf fahrlässige Tötung an, worauf in Kalifornien eine Höchststrafe von vier Jahren Gefängnis steht. Michael Jacksons Familie hingegen wirft dem Arzt Tötung zweiten Grades vor, worauf in den USA eine wesentlich höhere Strafe stehen würde. Der Anwalt der Familie betont, dass eine Strafe wegen fahrlässiger Tötung nicht genug sei.
Gegen 75 000 Dollar wieder auf freiem Fuß
Die Anwälte des Kardiologen hingegen handeln bereits Konditionen mit dem Gericht aus, die erlauben, dass Conrad Murray ein freier Mann bleibt. Das Angebot soll bei 25 000 US-Dollar liegen, die letztendliche Summe und weitere Auflagen legte aber der Haftrichter fest. Der Mediziner kann gegen 75 000 US-Dollar weiterhin auf freiem Fuß leben. Es ist sogar die Rede davon, dass er seine frühere Praxis in Houston und Las Vegas wieder eröffnen wolle. Nach Angaben der Staatsanwältin Trina Bell will das kalifornische Gericht ihm allerdings die Zulassung zum Mediziner entziehen. Allerdings hätte der Entzug nur im Bundesstaat Kalifornien Gültigkeit und würde somit das weitere Praktizieren Murrays nicht verhindern. Eine Verhandlung dazu soll allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.
Arzt in Geldnot
Die Fans haben sich bereits ihr eigenes Bild über Conrad Murray gemacht. Für sie ist klar: Er hat Michael umgebracht. Der Popstar hatte ihn für die Überwachung seiner Gesundheit während der geplanten Konzerte in London engagiert. Angeblich habe der Arzt fünf Millionen Dollar für diese Dienste verlangt. Conrad Murray selbst dementiert diese Behauptungen. Berichten zufolge hatte er jedoch viele Schulden, eine Hypothek auf seine Villa und etliche Gläubiger, die noch auf ihre Rückzahlungen warteten. Was allerdings für ihn spricht: Er half zwei Tage monatlich herzkranken Menschen aus den Armenvierteln in Houston ohne dafür ein Honorar zu verlangen.
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