Schokolade zu Weihnachten

Dunkle Schokolade ist gesund für Herz und Kreislauf

Montag, 26. Dez 2011, 13:07
Alle Jahre wieder stehen in deutschen Familien die Weihnachtsteller unter dem Weihnachtsbaum und laden zum Naschen ein. Aber nicht allein Äpfel, Nüsse und Spekulatius versüßen die Festtage. Vor allem Schokolade steht immer hoch im Kurs. Ob die Schokolade nun schädlich ist oder eher positive Wirkung hat, darüber streiten die Experten.
Streiten sich auch die Experten - Schokolade gehört zu Weihnachten

Streiten sich auch die Experten - Schokolade gehört zu Weihnachten

Der Wiesbadener Pharmakologe Professor Gustav Belz hat sich in einem Artikel in der „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ zum Thema Schokolade geäußert. Er empfiehlt, jeden Tag ein Viertel einer Tafel Schokolade zu essen. Das reicht seiner Meinung nach aus, um Herz und Kreislauf zu schützen. Es sollte aber die dunkle, die Zartbitterschokolade sein. Der Kakaoanteil sollte am besten 85 Prozent betragen. In der Milchschokolade ist wohl recht wenig Kakao zu finden. Außerdem könnte durch die Milch die Wirkung der Flavonoide aufgehoben werden. Diese Stoffe aber, die im Kakao in großer Zahl vorhanden sind, haben eine gesundheitlich positive Wirkung. Sie erweitern die Arterien, senken den Blutdruck und beugen damit Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufes vor. Auch wirken sie ähnlich wie das Aspirin und können einen Herzinfarkt verhindern.

Dunkle Schokolade für körperliches Wohlbefinden

Zwar könne man andererseits durch Schokolade an Gewicht zulegen, doch die Vorteile überwiegen aus Sicht des Professors. Die Flavonoide hemmen Entzündungen, regen die Bildung von Stammzellen an und haben günstige Auswirkungen auf Blutfette und den Blutzuckerspiegel. Sogar die Bakterien im Darm werden nach den Aussagen von Gustav Belz durch die Inhaltsstoffe der Schokolade in ihrer Arbeit unterstützt. Wenn also die körperliche Gesundheit durch Schokolade gestärkt wird, stimmt es sicherlich auch, dass Schokolade Glücksgefühle auslöst und die Stimmung hebt, oder?

Nur wenige Glücksstoffe in der Schokolade    

Doch das ist wohl zu viel des Guten. Das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) hat herausgefunden, dass derartige Behauptungen ins Reich der Märchen gehören. Ernährungsfachfrau Wiebke von Atens-Kahlenberg rückt den verbreiteten Irrglauben zurecht. Produkte aus Kakao wirken demnach nicht stimmungsaufhellend, ihre Inhaltsstoffe haben keine solche Auswirkung. "Der Glücksstoff Serotonin ist nur in sehr geringen Mengen enthalten", sagt die BIPS-Expertin. Und diese kleinen Mengen des Serotonins erreichen das Gehirn gar nicht und können also auch gar keine Wirkung entfalten. Doch auch sie kennt die positive Wirkung von dunkler Schokolade. Ein Stück der bittersüßen Köstlichkeit könne besonders dem Schlaganfall vorbeugen. Das gilt für Schokoladen ab einem Kakaoanteil von 70 Prozent.

Übertreibungen schaden der Gesundheit

Doch all das bedeutet nicht, dass man nun hemmungslos Schokolade essen kann und soll. Je mehr Flavonoide, um so besser für die Gesundheit – das ist wohl ein Fehlschluss. Und der echte Genießer weiß ohnehin, dass weniger manchmal mehr ist. "Den wahren Genuss von Schokolade erfährt nur, wer sich den zarten Schmelz langsam und konzentriert auf der Zunge zergehen lässt." Aber auch Frau Atens-Kahlenberg kann die Liebhaber von Schokolade durchaus verstehen. Wenn auch die Wirkung der Inhaltsstoffe auf die Psyche nicht nachgewiesen werden kann, so kann allein der Anblick der Schokolade die Stimmung heben und für gute Laune sorgen.

Weihnachten ohne Reue

Also ist es wohl einer eher geringe Sünde, wenn man sich den Weihnachtstellern zuwendet und sich mit Weihnachtsmännern, Glöckchen oder anderen schokoladigen Köstlichkeiten die Feiertage versüßt. Wie immer gilt auch hier, dass die Dosis bestimmt, was giftig und schädlich ist und was nicht. Das Stückchen dunkle Schokolade, genussvoll und langsam verzehrt, wird die weihnachtliche Stimmung unterstreichen und verbessern. Und ein ausgedehnter Weihnachtspaziergang kann die kulinarischen Sünden des Weihnachtsfestes zumindest abmildern.

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