Der Grüne Star: Die leise Bedrohung für die Sehkraft
Mittwoch, 01. Sep 2010, 15:11
Das Glaukom zerstört nach und nach den Sehnerv
Eine Million Deutsche sind vom “Grünen Star” betroffen. Man kann diese Augenkrankheit mit Fug und Recht als heimtückisch bezeichnen. Denn anfänglich ist von dem Geschehen im Auge nichts zu spüren. Wenn die Störungen und Ausfälle irgendwann wahrnehmbar sind, so ist es im Grunde bereits zu spät. Die Schädigungen am Sehnerv sind nicht mehr zu beheben. Verursacht wird die Krankheit durch das Kammerwasser im Inneren des Auges. Wenn dieses Wasser nicht richtig abfließen kann, erhöht sich der Druck auf die Nervenfasern des Sehnervs und den Sehnervenkopf. Schmerzen entstehen bei diesem Prozess nicht, so dass die Krankheit jahrelang fortschreiten kann und nicht entdeckt wird. Regelmäßige Voruntersuchungen sind das einzige Mittel, um die Bedrohung für das Augenlicht so gering wie möglich zu halten.
Frühe Prävention für Risikogruppen
Wen Familienmitglieder bereits mit einem Glaukom belastet sind, so sind Vorsorgeuntersuchungen vom 30. Lebensjahr ab sehr wichtig. Im Rhythmus von zwei Jahren sollten Betroffenen zu weiteren Vorsorgeuntersuchungen gehen. Auch Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko. Wer nicht zu einer der Risikogruppen gehört, sollte nach Empfehlungen der Fachleute die regelmäßige Vorsorge vom 40. Lebensjahr ab wahrnehmen. Wenn das Glaukom früh erkannt wird, so gibt es gute Möglichkeiten zur Therapie.
Therapien erhalten die Sehkraft
Betroffene müssen regelmäßig Augentropfen benutzen. Diese Tropfen können den Augeninnendruck auf normale Werte senken. Doch gibt es Fälle, bei denen die Tropfen nicht ausreichen. Eine Behandlung mit dem Laser kann dann Abhilfe schaffen. Die Augenärztin Ilse Strempel aus Marburg erklärt das Prinzip: “Bei der Laserbehandlung werden kleine Löchlein in das innere Schwammwerk des Auges geschossen, damit das innere Augenwasser, das normalerweise durch dieses Schwammwerk filtriert wird, besser abfließen kann.” Man kann mit diesen Behandlungsformen die weitere Ausweitung des Glaukoms stoppen und die Sehkraft bis ins hohe Alter hinein erhalten.
Vorsorgeuntersuchung muss selbst gezahlt werden
Bei den Untersuchungen zur Vorsorge wird der Augeninnendruck kontrolliert. Auch hat der Augenarzt Möglichkeiten, die Ausfälle des Gesichtsfeldes zu festzustellen. Wenn ein Glaukom diagnostiziert ist, so tragen die gesetzlichen Krankenkassen alle Kosten, die bei der Behandlung entstehen. Doch die Vorsorgeuntersuchungen muss der Patient selbst zahlen. Das gilt in jedem Fall auch für eine Untersuchung mit dem Computer, bei der das Ausmaß der Schädigungen am Sehnerv sehr genau abgebildet werden kann.
Krankenkassen sollten Prävention übernehmen
Für Gerold Böhme vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands ist es einfach unverständlich, dass die Vorsorge nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Das Glaukom verursacht eine hohe Zahl der Erblindungen. “Man merkt es erst, wenn es viel zu spät ist,” sagt Gerold Böhme. Drei Millionen Menschen in Deutschland haben erhöhten Augeninnendruck. Das sind 2,4 Prozent der über 40jährigen und fast acht Prozent der Menschen über 75. Heilbar ist der Grüne Star nicht. Doch konsequente Vorsorge und gute Therapie kann das vorhandene Sehvermögen erhalten. Ilse Strempel gibt zu bedenken, dass Aufklärung und eine möglichst frühe Therapie die besten Aussichten auf die Erhaltung der Sehkraft bieten. “Viele Patienten haben einen Grünen Star und wissen nichts davon.”






