Ärzte-Chef ruft Kollegen zur Sparsamkeit auf
Montag, 08. Feb 2010, 16:55
Hoppe ruft zur Sparsamkeit der Ärzte auf.
Im Januar 2006 verkündete Jörg-Dietrich Hoppe, dass etwa ein Drittel der erbrachten Leistungen der Ärzte unbezahlt bleiben. Selbst im Nachhinein gibt es keine Vergütungen für diese Leistungen, was den Unmut der Ärzteschaft verursachte. Zwölf Milliarden Euro hätte die Bezahlung der Ärzte in dem Praxen und den Krankenhäusern gekostet. Den Krankenkassen blieb somit eine riesiger Kostenfaktor erspart. Hoppe erklärte, dass dies der Betrag sei, den die Ärzte letztlich dem Gesundheitssystem schenkten. Jetzt schwört der Chef der Bundesärztekammer seine Kollegen aufs Sparen ein. Außerdem sei die Rationierung der Ressourcen des Gesundheitssystems ein weiterhin vernachlässigtes Thema.
Ärzte auf Sparkurs
Heute stellt sich der Präsident hinter dem Gesundheitsminister Philipp Rösler und äußert sich positiv zu den geplanten Gesundheitsreformen. Gleichzeitig fordert er die deutschen Ärzte zum Sparkurs auf. Es solle besser überlegt werden, ob die Verschreibung bestimmter Leistungen oder Medikamente wirklich notwendig sei. Die deutschen Ärzte hingegen betonen, dass Bürokratie und gesetzliche Vorgaben immer mehr zum Mittelpunkt des Gesundheitssystems geworden seien und die Behandlung der Patienten immer mehr in den Hintergrund rücke.
Richtungswechsel im Gesundheitssystem
Der Ärztepräsident befürwortet an dem Reformkurs Röslers den Richtungswechsel in der Gesundheitspolitik. Er erklärte, dass das fast sozialistisch anmutende Gesundheitssystem der vergangenen 18 Jahre ein Ende gefunden hätte, dass dieser Schritt aber nicht von heute auf morgen gemacht werden könne. Außerdem will er die Bevölkerung besser über die eigentlichen Kosten des Gesundheitswesens aufklären, um das Bewusstsein der Menschen im Umgang mit der Medizin zu stärken. Ein weiterer wichtiger Punkt ist nach Hoppes Ansicht die Rationierung der Ressourcen im medizinischen Bereich. Die Diskussion um diesen Aspekt sei häufig vernachlässigt worden.
Ärzte zeigen sich skeptisch
Auch die Ärzte wollen das Bewusstsein ihrer Patienten stärken: Viele von ihnen haben sich vorgenommen, abzunehmen oder mit dem Rauchen aufzuhören und somit ein gutes Vorbild abzugeben. Allerdings zeigen sie sich bezüglich ihrer eigenen Vorsätze nicht so skeptisch wie gegenüber den geplanten Reformen im Gesundheitssystem. Umfrageergebnissen zufolge gehen etwa 86% der deutschen Ärzte nicht davon aus, dass es 2010 oder 2011 zu einer umfassenden Gesundheitsreform kommen wird. Auch der gelernte Arzt Philipp Rösler, der erst seit kurzem das Amt des Gesundheitsministers inne hat, wies vor kurzem in der ARD-Sendung „Beckmann“ auf die Schwierigkeit der eigenen Politik hin: “Wenn es nicht gelingt, ein vernünftiges Gesundheitsversicherungssystem auf den Weg zu bringen, dann will mich keiner mehr als Gesundheitsminister haben.”






