Die Lebensversicherung als klassische Form der Risikoabsicherung

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Um das optimale Lebensversicherungsprodukt zu finden, sollten Verbraucher einige Regeln beachten

Bereits seit Jahrzehnten ist die Lebensversicherung eine der beliebtesten Formen, um den Risiken des Alters vorzubeugen. Sie leistet zwei Aufgaben gleichzeitig, denn die Versicherungssumme wird sowohl im Todesfall des Versicherten als auch im sogenannten Erlebensfall eines bestimmten Zeitpunktes ausgezahlt. Somit können einerseits Hinterbliebene gegen die finanziellen Folgen eines unerwarteten Sterbefalls geschützt werden, anderseits wird ausreichend Kapital für den Ruhestand angespart.

Seit einigen Jahren aber ist die klassische Lebensversicherung auf dem Rückzug. Der Grund: Niedrigere und schrumpfende Garantiezinsen, Renditen und Überschüsse. Bei Neuabschlüssen dominiert daher verstärkt die private Rentenversicherung als Vorsorgemodell.

 

Lebensversicherung Vergleich: Tarife und Leistungen prüfen

Mit der Lebensversicherung Risiken materiell vorbeugen und wirksam vorsorgen.

Ausreichend Kapital für den eigenen Ruhestand oder die Zukunft der Familie ansparen.

 

Das Leben wirtschaftlich absichern

Lebensversicherungen im Test bei Stiftung Warentest: „Wählen Sie nur Angebote von Unternehmen, die den Kaufpreis in einer Summe auszahlen.” (Finanztest 04/2012)

Verbraucherzentrale NRW: „Wichtig ist der Versicherungsschutz vor allem für Familien (...) oder Ehepaare, die von nur einem Gehalt abhängig sind.” (Vbz NRW)

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Arten von Lebensversicherungen im Überblick

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Lebensversicherungen:

Info

Risikolebensversicherung vs. Kapitalbildende Lebensversicherung

Risikolebensversicherung

Das versicherte Risiko ist der vorzeitige Tod des Versicherten.

Dies ist vor allem zur Absicherung einer Immobilienfinanzierung sinnvoll.

mit Gesundheitsprüfung

Kapitalbildende Lebensversicherung

Diese klassische Ausformung der Lebensversicherung verbindet den Hinterbliebenenschutz mit einem sehr lange laufenden Sparvertrag. 

auch ohne Gesundheitsprüfung möglich

Die fondsgebundene Lebensversicherung als Alternative

Rund ein Drittel der neuverkauften kapitalbildenden Versicherungsmodelle sind mittlerweile fondsgebundene Lebensversicherungen. Der Beitrag fließt hierbei nicht in das allgemeine Anlagekapital der Versicherung, sondern in ein abgegrenztes Sondervermögen in Form von Fonds. Der Anlageerfolg hängt damit nicht von der Nettoverzinsung ab, die der Versicherer erwirtschaftet, sondern von der Entwicklung von Fonds. Laut § 54b des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) kann die Anlage in folgenden Anteilen erfolgen:

  • Investmentfonds (Rentenfonds, Aktienfonds, Immobilienfonds)
  • Managed Fonds (Investition der Anteile wiederum in andere Fonds)
  • Sonderformen (Dachfonds, Ethikfonds, Ökologiefonds)

Vorzeitige Kündigung oder Beitragsfreistellung der Lebensversicherung

Personen, die die Beiträge für ihren Vertrag nicht mehr aufbringen können oder wollen, haben die Möglichkeit, ihre Lebensversicherung beitragsfrei zu stellen, sofern sie ein bestimmtes Mindestguthaben erreicht haben. Der Vertrag kann dann auf dem aktuellen Niveau eingefroren und der Kunde trotzdem an den Überschüssen beteiligt werden. Versicherte sollten aber in jedem Fall mögliche weitere Auswirkungen auf den Vertrag prüfen. 

Bei vorzeitiger Kündigung, bei Rücktritt oder Anfechtung des Versicherungsnehmers hat der Versicherer gemäß § 169 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) zudem den Rückkaufswert der Lebensversicherung zu zahlen. Versicherte haben dabei das gesetzlich festgelegte Recht für die Berechnung des Rückkaufswertes. 

Steuern und Abgaben in den Phasen der Lebensversicherung

PhaseRisikolebensversicherungKapitallebensversicherung

Einzahlung

Beiträge als "sonstige Vorsorgeaufwendungen" steuerlich absetzbar*

Beiträge bei Neuverträgen ab 2005 nicht mehr absetzbar

Auszahlung

Todesfallleistungen einkommenssteuerfrei, aber: Erbschaftssteuer kann anfallen

Auszahlung ist steuerfrei, wenn der Vertrag vor 2005 abgeschlossen wurde und mindestens 12 Jahre Bestand hatte

Sozialabgaben

keine Beiträge auf Todesfallleistungen für Pflichtversicherte in der GKV; freiwillig Versicherte müssen Pflege- und Krankenkassenbeiträge zahlen

fallen in der Regel nicht an, nur freiwillig Versicherte in der GKV zahlen auf alle Einkünfte Beiträge

* Voraussetzung: Eigenanteil für die Kranken- und Pflegeversicherung liegt unter der Höchstgrenze (Quelle: Verbraucherzentrale NRW: Privatrenten und Lebensversicherungen - So profitieren Sie richtig! Düsseldorf 2010)

Die Lebensversicherung als Vorsorgemodell - Tipps für Verbraucher

Versicherte erwarten von ihrer Lebensversichererung in erster Linie, dass sie ihr Geld am Kapitalmarkt sicher und ertragreich anlegt, sie gut berät und fair an den Überschüssen beteiligt. Wie Sie die für sich beste Lebensversicherung finden und was zu tun ist, wenn der Versicherungsvertrag nur noch wenig sinnvoll erscheint.

1. Vergleich der Lebensversicherung - Informieren lohnt sich

Kunden von Lebensversicherungen müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Anbieter dauerhaft die Leistungen erbringen kann, die sie einmal mit ihm vereinbart haben. Der Branchendienst Map-Report oder auch der Stiftung Warentest Ableger Finanztest führen dazu regelmäßig umfangreiche Ratings bzw. Tests durch. Verbraucher sollten dabei unbedingt folgende Kennziffern der Unternehmen vergleichen:

  • Verwaltungs- und Vertriebskosten
  • Erträge der Kapitalanlage
  • deklarierte laufende Überschussbeteiligung

2. Ablaufleistungen der Lebensversicherungen

Auch bei Lebensversicherungen gilt der Grundsatz: Entscheidend ist, was nach der Einzahlungsphase rauskommt. Vergleichen Sie daher stets die Ablaufleistungen der verschiedenen Versicherer. Auf diese Weise kann eine vorsichtige Prognose gezogen werden, von welcher Gesellschaft man auch in Zukunft gute Leistungen erwarten kann.

3. Lebensversicherung mit Kapitalwahlrecht

Für Personen, denen die Auszahlung ihres gesamten Vermögens lieber ist, bietet eine Reihe von Versicherungen mittlerweile die Option “Kapitalschutz im Todesfall” an. Der Vorteil dabei ist, dass Sie diese Möglichkeit auch zu Lebzeiten nutzen und sich die Todesfallsumme aus dem Vertrag auszahlen lassen können.

4. Lebensversicherung verkaufen

Wenn Sie feststellen, dass die Weiterführung Ihrer Lebensversicherung nicht mehr sinnvoll ist, besteht neben der Kündigung auch die Möglichkeit Ihre kapitalbildende Lebensversicherung an ein im Zweitmarkt für Lebensversicherungen organisiertes Unternehmen zu verkaufen. Dies ist heute allerdings aufgrund der Kapitalmarktbedingungen schwieriger als früher. Wägen Sie die Vor- und Nachteile eines Verkaufs genau ab und holen Sie sich im Zweifelsfall Rat bei einem Experten.

5. Rendite selbst ausrechnen

Finanztest bietet Verbrauchern mit einem Rechner zur Lebensversicherung die Möglichkeit die Rendite eines bereits bestehenden Lebensversicherungsvertrags selbst auszurechnen (außer Fondspolicen). Dafür benötigen Sie lediglich den aktuellen Rückkaufswert sowie die Ablaufleistung Ihres Vertrags.

Antworten auf häufige Fragestellungen zur Lebensversicherung

Sind die Beiträge steuerlich absetzbar?

In der Regel können die Kosten für eine Risikolebensversicherung als sogenannte Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden, sofern sie eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren erreicht haben. Dies ist besonders für Selbständige, Freiberufler und Beamte von Relevanz. Bei Kapitallebensversicherungen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, ist dies dagegen nicht möglich. 

Was sagt das Steuerrecht bei der Auszahlung der Versicherungssumme?

Eine Kapitallebensversicherung, die nach 2005 abgeschlossen wurde, muss voll besteuert werden. Hat der Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt der Auszahlung das 60. Lebensjahr jedoch schon erreicht und beträgt die Vertragslaufzeit mindestens 12 Jahre, muss nur die Hälfte der Erträge besteuert werden. 

Müssen auch Lebensversicherungen auf Unisex-Tarife umstellen?

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) müssen auch Lebensversicherer ihre Tarife ab dem 21.Dezember so kalkulieren, dass Frauen und Männer den gleichen Beitrag zahlen müssen. Bisher hatten Frauen günstigere Beiträge als Männer zu leisten, weil die Versicherungsgesellschaften aufgrund der höheren Lebenserwartung der Frauen weniger Rücklagen für ihre weiblichen Kunden verfügbar halten mussten. Durch die Einführung der gleichgeschlechtlichen Tarife ist nun davon auszugehen, dass die Beiträge für Männer sinken und für Frauen steigen. 

Was passiert bei vorzeitigem Tod des Versicherungsnehmers?

Dies hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab. An wen die Versicherungssumme im Falle des Todes des Versicherten ausgezahlt, legt dieser nämlich eigenständig bei Vertragsunterzeichnung fest. In der Regel sind dies der Ehepartner, Kinder oder andere nahe Verwandte. Doch auch während der Laufzeit kann der Versicherungsnehmer den Begünstigsten jederzeit ändern.

Was ist der Unterschied zur privaten Rentenversicherung?

Private Rentenversicherungen gehören im weitesten Sinne zu der Gruppe der Lebensversicherungen. Allerdings bedienen sich beide Versicherungsarten unterschiedlichen Konzepten. Während die Lebensversicherung meist die Versicherung für den Todesfall, manchmal auch in Kombination mit dem Erlebensfall vereint, ist das Risiko des Todesfalles bei der privaten Rente üblicherweise nicht abgesichert. Der Versicherungsnehmer hat hier meist die Wahl zwischen einer lebenslangen Rentenzahlung oder einer einmaligen Kapitalabfindung.

Kann ich meine Lebensversicherung nachträglich ändern?

Ja. In der Regel sind Sie dazu berechtigt, eine Vertragsänderung zu beantragen und können Ihre Police somit an aktuelle Begegenheiten anpassen. Solche Änderungen können beispielsweise auf eine Beitragsreduzierung oder auf eine Veränderung der Vertragslaufzeit abzielen.

Was ist der "Zweitmarkt für Lebensversicherungen"?

Dieser Markt entsteht, wenn sich ein Versicherungsnehmer von seiner Kapitallebens- oder Rentenversicherung noch vor seinem vertraglich vereinbarten Fälligkeitsdatum trennen möchte. Er hat dann zum Beispiel die Möglichkeit seine Police an Investoren vertraglich abzutreten. Bei Risikolebensversicherungen ist dies allerdings nicht möglich.

Alternativen prüfen

Der Verkauf oder die Kündigung einer Lebensversicherung ist ein Schritt, der genau überlegt sein sollte. Drei Tipps, wie sie auch auf anderem Weg Kosten einsparen können:

1. Dynamischen Vertrag beenden

Mit dynamischen Verträgen können Sie zwar ihren Versicherungsschutz steigern, müssen aber auch durch jährlich anfallende Abschlusskosten tiefer in die Tasche greifen. Grundsätzlich haben Versicherte das Recht die Dynamik ihrer Lebensversicherung zu beenden.

2. Umstellung auf Ratenzahlung

Kann ein Kunde den fälligen Beitrag nicht mehr jährlich in einer Summe aufbringen, kann er auch auf monatliche Raten umstellen. Die Zinsen sind dann allerdings insgesamt höher.

3. Policendarlehen

Kunden können ihren Versicherungsvertrag auch beleihen lassen. Dabei zahlt der Versicherer einen Teil der Versicherungsleistung vorab. Spätestens beim Verkauf oder im Versicherungsfall muss die Summe dann zurückgezahlt werden.

Großbritannien

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Eine Alternative zu den deutschen Lebensversicherungen stellt die sogenannte Britische Lebensversicherung dar.

Im Rahmen des europäischen Binnenmarktes für Versicherungen kann dieses Versicherungsprodukt sowohl der deutschen als auch der britischen Finanzaufsichtsbehörde unterliegen. Die aktienorientierten Policen ohne Obergrenze sollen nach Angaben der Versicherer für höhere Erträge sorgen als die deutschen Modelle. Experten warnen jedoch: Ein hoher Aktienanteil kann die Rendite zwar steigern, birgt aber auch ein hohes Verlustrisiko für den Versicherten.

Arten

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Es existieren auch noch weitere alternative Formen der Lebensversicherung wie die:

  • verbundene Lebensversicherung - Die Versicherung wird auf das Leben von zwei Personen statt nur einer abgeschlossen (häufig bei Ehepaaren oder Unternehmern)
  • Direktlebensversicherung - Lebensversicherung, die der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer zugunsten des Mitarbeiters als versicherte Person abschließt (Form der betrieblichen Altersvorsorge)
  • Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeitsversicherung - Kombination beider Versicherungsmodelle

Überschussbeteiligung

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Seit dem Inkrafttreten des neuen Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) im Jahr 2008 haben Versicherungsnehmer von Kapitallebensversicherungen oder privaten Rentenversicherungen erstmals das Recht an den sogenannten stillen Reserven beteiligt zu werden, wenn diese aufgrund der Beitragszahlung des Kunden entstanden sind. Das Gesetz sieht dabei eine 50-prozentige Beteiligung vor, wenn die Police abläuft oder eine Rentenzahlung fällig wird. Versicherte sollen auf diese Weise in angemessener Höhe am erwirtschafteten Gewinn des Versicherungsunternehmens beteiligt werden. Weist Ihre Versicherung im Geschäftsbericht Überschüsse auf und beteiligt Sie nicht, haken Sie nach und machen Ihren Anspruch geltend.