Beitragserhöhung 2012: Richtig reagieren und Beiträge sparen
Eine Beitragserhöhung kommt für viele Versicherte am Ende Jahres. Die Beitragsanpassungen in der gesetzlichen Krankenversicherung sind staatlich gesteuert und treten meist in Zusammenhang mit Reformen auf. Auch die private Krankenversicherung kann sich Preissteigerungen und dem demografischen Wandel kaum entziehen und muss ihre Versicherten immer wieder mit Beitragserhöhungen konfrontieren.

- Der medizinisch-technische Fortschritt sowie die demografische Alterung tragen u.a. dazu bei, dass die Beiträge zur Krankenversicherung steigen
So ärgerlich die Beitragserhöhungen auch sind, sie haben in den meisten auch einen Hintergrund: Zum einen müssen die Krankenversicherungen immer mehr für Medikamente und Ärzte ausgeben, zum anderen benötigt eine immer älter werdende Gesellschaft immer häufiger und länger medizinische Betreuung. Das Spezial zu Beitragserhöhungen der Krankenversicherung informiert gesetzlich und privat Versicherte über die Beitragserhöhung und Beitragsanpassung für 2012.
- Häufige Fragen zur Beitragserhöhung der Krankenversicherung

Im Zusammenhang mit der Beitragserhöhung der gesetzlichen Krankenkassen und der privaten Krankenversicherung ergeben sich häufig Fragen auf Seiten der Versicherten. Dazu gehört auch, ob sich ein Wechsel lohnt.
- Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen

Der Zusatzbeitrag ist ein Instrument, mit dem die gesetzlichen Kassen Beiträge erhöhen können, ohne dass der allgemeine Beitragssatz angehoben wird. Dies darf nur der Staat. Der Extrabeitrag darf von Kassen erhöht werden.
Steigende Kosten im Gesundheitswesen
Die Kosten im Gesundheitssystem werden Experten-Berechnungen zufolge auch künftig weiter steigen. Deshalb müssen Haushaltsdefizite von mehreren Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung immer häufiger durch Steuerzuschüsse verhindert werden. Da den gesetzlichen Krankenkassen jedoch seit der Einführung des Gesundheitsfonds 2009 jegliche Beitragsautonomie genommen wurde, bleibt ihnen nur der Zusatzbeitrag, um zusätzliche Ausgaben zu decken.
Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung
Den steigenden Kosten im Gesundheitswesen und dem demografischen Wandel kann sich auch die private Krankenversicherung nicht entziehen. Für gewöhnlich führen die privaten Krankenversicherungen daher jedes Jahr im Herbst eine Beitragsanpassung und -überprüfung durch. Für einzelne Policen können die Beiträge auch reduziert werden. Der medizinische und technologische Fortschritt schafft bessere, aber auch teurere Behandlungsmethoden und verlängert das Leben der Menschen. Steigende Löhne für medizinisches Personal treiben die Ausgaben der Versicherer in die Höhe. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung kann die PKV jedoch nicht einfach Leistungen kürzen, um Geld zu sparen. Patienten in der privaten Krankenversicherung haben Anspruch auf ihren vertraglich zugesicherten Leistungskatalog. Steigende Kosten müssen also direkt an die Versicherungsnehmer weiter gegeben werden.
Angesichts von Beitragserhöhungen sollten privat Versicherte zunächst prüfen, ob ein Tarifwechsel innerhalb der eigenen privaten Krankenkasse möglich ist. Dies ist vor allem bei langen Versicherungszeiten der Fall.
Sofern der Vertrag erst wenige Jahre besteht, kann ein Wechsel des gesamten PKV Versicherungsunternehmens lohnen. Zwar können die Altersrückstellungen nicht immer in vollständiger Höhe mitgenommen werden, doch trotzdem kann ein Wechsel sinnvoll sein. Denn: Der Kostenvorteil durch einen günstigeren monatlichen Beitrag im neuen Tarif kann den verloren gegangenen Teil der Altersrückstellungen des alten Tarifs wieder ausgleichen.
Ob sich ein neuer Tarif finanziell amortisiert, lässt sich durch einen genauen Vergleich der Tarife und der Anbieter ermitteln. Hierbei müssen auch die Leistungen im neuen Tarif mit denen des Alttarifs verglichen werden. Ein langfristiger Vergleich der Beitragsentwicklung und der aktuellen Tarife der privaten Krankenversicherung lohnt sich deshalb vor einem Wechsel.
Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen
Den Berechnungen zahlreicher Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaftler zufolge könnte es in den kommenden Jahren zu einer gravierenden Verschlechterung der finanziellen Lage der Krankenkassen kommen. Für 2013 ist demnach mit einem Defizit in der GKV und damit vermehrt mit Zusatzbeiträgen zu rechnen. Da der allgemeine Beitragssatz stabil bleiben soll, haben die Krankenkassen nur die Möglichkeit einer entsprechenden Erhöhung der Zusatzbeiträge, um die Finanzierungslücken zu schließen. Außerdem müssen gesetzlich versicherte Gutverdiener jährlich mit einer Steigerung der Beiträge rechnen, da die Beitragsbemessungsgrenze jährlich angehoben wird.
Checkliste zum GKV Wechsel: Wie finde ich die beste Krankenkasse?
Wann ist die private Krankenversicherung eine Alternative?
Gutverdienende Angestellte sowie Selbständige & Unternehmer überprüfen aufgrund des Zusatzbeitrags immer häufiger die private Krankenversicherung als Alternative. Den gesetzlichen Krankenkassen droht deshalb durch Beitragserhöhungen und den gleichzeitig erleichterten Wechsel die Abwanderung vieler Versicherter. Insbesondere die freiwillig versicherten Gutverdiener könnten die gesetzliche Krankenversicherung wegen der vermutlich steigenden Zusatzbeiträge verlassen. Besonders junge und gesunde Versicherte können dort durch eine für sie vorteilhafte Gesundheitsprüfung profitieren und günstige Tarife abschließen.







