Wirksame Therapien gegen Beschwerden der Wechseljahre

Info
Schwindel und Hitzewallungen

Die Geschlechtshormone schützen die Blutgefäße. Lässt die Hormonproduktion nach, wird auch die Schutzfunktion zurückgeschraubt. Deshalb sind Reaktionen von Kreislauf und Gefäßen sehr häufig zu verzeichnen. Rund 70 Prozent der betroffenen Frauen haben Hitzewallungen, 55 Prozent haben mit Schweißausbrüchen zu kämpfen und 45 Prozent der Frauen klagen über Schwindel.

Die Hormontherapie - umstrittene Hilfe gegen Beschwerden

Gegen die meisten Wechseljahresbeschwerden kann eine Hormontherapie helfen. Lange Zeit galt die Gabe von Hormonen als das Mittel der Wahl, um Wechseljahresbeschwerden zu behandeln. Dabei werden dem Körper auf verschiedenen Wegen, mit Tabletten, Spritzen oder über die Haut, die Hormone zugeführt, die der Körper nicht mehr selbst produziert. Doch die anfängliche Begeisterung über die Wirksamkeit der Hormone wurde durch Untersuchungen gedämpft, nach denen die Einnahme von Hormonen von gravierenden Nebenwirkungen begleitet sein kann. Nach den Untersuchungen wird durch eine Hormonbehandlung das Risiko für Brustkrebs und Schlaganfälle erhöht. Wenn die Hormonbehandlung spät einsetzt, verstärkt sich die Gefahr eines Herzinfarktes. Auch die Gefahr für Thrombosen ist gesteigert. Dagegen konnte die Risiken für Osteoporose gemindert werden.

Hier bekommen Sie Informationen

Informationen über Hormontherapien, ihre Notwendigkeit und Risiken gibt es auch auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Der Berufsverband der Frauenärzte empfiehlt, dass Hormone nur bei starken Beschwerden und gesundheitlichen Risiken durch das Klimakterium gegeben werden sollen. Die Risiken müssen sorgfältig abgewogen werden. Auch sollte die Therapie nur so lange wie nötig durchgeführt werden. Eine selbstverständliche und automatische Verabreichung von Hormonen wird abgelehnt, weil der Nutzen nicht wissenschaftlich erwiesen und die Risiken zu hoch sind. Eine allgemeine Empfehlung für eine Hormontherapie kann nicht gegeben werden. Hier ist ein Gespräch mit dem Frauenarzt und eine genaue Analyse der individuellen Situation nötig. Es gibt heute eine ganze Reihe von verschieden zusammengesetzten Medikamenten, die nach individuellen Gesichtspunkten angewandt werden. Bei bestimmten Gegebenheiten oder Erkrankungen, zum Beispiel bei Krebs, Allergien oder Bluthochdruck, dürfen keine Hormone zum Einsatz kommen.

Alternativen zur Therapie mit Hormonen

Wem die Hormontherapie zu risikoreich ist, kann auf vielerlei andere Möglichkeiten zurückgreifen. Die Homöopathie, die Pflanzenheilkunde und alternative Heilmethoden wie Akupunktur oder Autogenes Training können in der Phase des Klimakteriums hilfreich sein. Doch Vorsicht ist geboten. Die allgemeine Ansicht, dass pflanzliche Mittel ungefährlich und harmlos seien, ist auf keinen Fall richtig. Es gibt noch keine aussagekräftigen Studien oder Untersuchungen über mögliche Langzeitwirkungen von pflanzlichen Mitteln gegen Wechseljahresbeschwerden. Auf jeden Fall ist vor dem Einsatz jedweder Mittel der Arzt zu konsultieren.

Einige Pflanzen, die bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden:

PflanzenWirkungsweise
TraubensilberkerzeDie Pflanze wird seit rund 200 Jahren in der westlichen Medizin genutzt. Sie wirkt gegen allgemeine Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schwindel und Kopfschmerzen. Auch wirken die Pflanzenextrakte positiv auf die Psyche.
SojaDie Nutzung ist umstritten. Die Pflanze enthält Isoflavone, die unter anderem negative Auswirkungen auf die Gebärmutter haben können. Auch soll Soja die Funktion der Schilddrüse beeinflussen.   
RotkleeFür Präparate aus dieser Pflanze gilt Ähnliches wie für Soja.
JohanniskrautJohanniskraut wird gegen Stimmungsschwankungen und leichte bis mittelschwere Depressionen eingesetzt.
Baldrian und HopfenWirken beruhigend bei Reizbarkeit und Unruhe.
SalbeiHilft gegen Schweißausbrüche und nächtliches Schwitzen.

Geklärt und gesichert ist die positive Wirkung der Traubensilberkerze. Das Komitee Forschung Naturmedizin hat sich mit entsprechenden Studien beschäftigt, die eine positive Wirkung bei Wechseljahrsbeschweren nachgewiesen haben.

Prävention: Maßnahmen gegen die Beschwerden

Prävention ist ein Begriff aus der Medizin und bezieht sich auf Krankheiten und deren Vermeidung. Auch wenn das Klimakterium keine Krankheit ist, so kann man doch bis zu einem gewissen Grad den Beschwerden der Wechseljahre ausweichen.

  • Ausreichende Bewegung kann der Osteoporose vorbeugen und stärkt den Kreislauf. 
  • Mit ausgewogener Ernährung während der Wechseljahre mit vitaminhaltigen Komponenten kann der Hormonahaushalt stabilisert werden
  • Ausreichender Schlaf wirkt positiv auf Körper und Geist 
  • Physikalische Therapien wie Moorbäder oder Kneipp-Anwendungen helfen bei der Bewältigung der neuen Situation

Grundlage zur Problembewältigung: Die innere Einstellung

Viele Probleme und Beschwerden werden durch die seelischen und geistigen Befindlichkeiten ausgelöst. Viele Frauen werden mit der veränderten Situation nicht fertig. Die Kinder sind erwachsen und führen ihr eigenes Leben, der Wiedereinstieg in den Beruf kann sich schwierig gestalten. Die Medizinpsychologin Dr. Beate Schultz-Zehden, eine anerkannte Expertin für Fragen der Frauengesundheit, hat in einigen Studien herausgefunden, dass Frauen mit einem befriedigenden Berufsleben weniger Beschwerden in den Wechseljahren haben. Allgemein gilt, dass gutes Selbstwertgefühl und ein ausgefülltes Leben gegen die Probleme in den Wechseljahren stehen.

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)

Letzte Aktualisierung: 14.05.2013 - Jutta Wellding-Trostel
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GKV

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Hormontherapien, sofern diese ärztlich verordnet wurden. Die Kosten für nicht verschreibungspflichtige Präparate werden jedoch nicht übernommen. Das gilt auch für alternative Heilverfahren.

Manche Krankenkasse bieten Sonderleistungen wie Homöopathie, Akupunktur oder Phytotherapie an. Ebenso ist es mit Kursen zu Entspannungstechniken oder Fitnesstrainings. Hier hilft ein Blick auf die Internetseite der Krankenkasse oder ein Anruf bei der Kasse.

PKV

Auch die privaten Krankenversicherungen erstatten die Kosten für Hormontherapien. Zudem genießen privat Versicherte den Vorteil, dass sie auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente erstattet bekommen. Voraussetzung ist allerdings, dass Behandlung durch einen Arzt verordnet wurde.

Ob alternative Heilmethoden von einer privaten Versicherung übernommen werden, ist auch hier von den Vertragsinhalten abhängig. Die Leistungen werden bei Vertragsabschluss ausgehandelt und festgelegt.

Ökotest

Wechseljahre pflanzliche Mittel

Die Zeitschrift Ökotest hat mehrere pflanzliche Mittel gegen Beschwerden in den Wechseljahren untersucht. Die sogenannten Monopräparate, (Mittel mit einem einzigen Wirkstoff), sollen danach die beste Wirkung haben. Doch es gibt auch Mischprodukte mit mehreren Wirkstoffen, deren Bilanz positiv ist. Schlechte Noten bekamen Nahrungsergänzungsmittel. Diese Kapseln und Pillen haben Soja und Rotklee als Basis, beides fragwürdige Wirkstoffe. Auch hier gilt: Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker!

Nützliches

Beschwerden lindern:

  • Weniger Kaffee, ein Gang in die Sauna oder später ins Bett gehen - all das kann gegen die Probleme in den Wechseljahren helfen.
  • Sport kann der Osteoporose vorbeugen und gleichzeitig den Kreislauf stabilisieren, die Stimmung heben und die Figur verbessern.
  • Den Hitzewallungen kann man mit entsprechender Kleidung begegnen.
  • Waschungen der Unterarme mit lauwarmem Wasser, und zusätzliche Wäsche zum Wechseln am Arbeitsplatz oder auf Reisen können die unangenehmen Zustände mildern.

Empfehlung

Wechseljahre Beratung Arzt

Eine allgemeine Empfehlung für eine Hormontherapie kann nicht gegeben werden. Hier ist ein Gespräch mit dem Frauenarzt und eine genaue Analyse der individuellen Situation nötig. Es gibt heute verschieden zusammengesetzten Medikamente, die nach individuellen Gesichtspunkten angewandt werden.