Top 10 Themen (FAQ) zur Schweinegrippe
1. Muss ich einen Mundschutz tragen?
Das Tragen einer Hygienemaske über Mund und Nase verringert maßgeblich die Anzahl der Erreger, die durch Tröpfchen von Kontaktpersonen abgegeben werden. Über ihre Wirksamkeit während einer Pandemie liegen jedoch keine genauen Zahlen vor, zudem können entsprechende Masken nicht dauerhaft getragen werden, sodass ein konstanter Schutz nicht gewährleistet ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in ihrem Pandemieplan grundsätzlich keine Masken für die allgemeine Bevölkerung vor.
2. Kann ich mich anstecken, wenn ich Schweinefleisch esse?
Nein. In einer gemeinsamen Erklärung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Welternährungsorganisation (FAO), der Welthandelsorganisation (WTO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) wurde offiziell bestätigt, dass von Schweinefleisch keinerlei Ansteckungsgefahr ausgeht. Schweinefleisch unterliegt sehr hohen Hygienekontrollen, so dass eine Kontaminierung nahezu unwahrscheinlich ist. Personen, die sich dennoch unsicher sind, sollten auf rohe Schweinefleischprodukte verzichten und diese bei mindestens 72°C dünsten, da hierdurch alle Erreger restlos abgetötet werden.
3. Wer ist bei einer Grippe besonders gefährdet?
Grundsätzlich ist jede Person gefährdet. Die Schweinegrippe stellt für chronisch Kranke und Schwangere jedoch eine besonders starke Bedrohung dar, denn für diese besteht zunehmend Lebensgefahr. Außergewöhnlich erscheint es, dass besonders viele Kinder und Teenager, welche mit dem Virus A/H1N1 infiziert waren, intensiv stationär behandelt werden mussten. Grund dafür ist jedoch unter anderem die simple Tatsache, dass ältere Personen sich im Laufe ihres Lebens schon gegen ähnliche Virenstämme immunisiert haben und dadurch eine höhere Resistenz aufweisen.
4. Waren die Grippemittel ausreichend?
Gemäß des Pandemieplans hat die Bundesregierung zunächst Impfstoffe für 30 Prozent der Bevölkerung angefordert, dennoch konnten bei Bedarf weitere bestellt werden. Personen, welche keiner Risikogruppe angehörten, wurden grundsätzlich nicht zur Impfung aufgerufen, diese konnten sich jedoch freiwillig immunisieren lassen. Über den gesamten Zeitraum bestanden keine Engpässe an Impfmitteln.
5. Sollte eine Reise in Krisengebiete vermieden werden?
Grundsätzlich wurde von einer unnötigen Reise in besondere Ausbreitungsherde der Influenza A/H1N1, wie den USA, Kanada oder Australien abgeraten. Selbst viele deutsche Unternehmen hatten aufgrund des Reiserisikos diverse Geschäftsreisen gestrichen und führten stattdessen Videokonferenzen durch. Eine Vielzahl von Reisehinweisen und Empfehlungen für Urlauber hielten das Auswärtige Amt, aber auch die Reiseveranstalter bereit. Es war jedoch unbedingt zu beachteten: Unabhängig vom Aufenthaltsort war es von großer Bedeutung, jegliche Hygienemaßnahmen einzuhalten um sich prophylaktisch vor einer Infektion zu schützen.
6. Wurde die Angst vor der Schweinegrippe übertrieben?
Grundsätzlich ist bei jeder Grippeerkrankung Vorsicht geboten, denn diese kann insbesondere bei Risikopatienten tödlich verlaufen. Die Anzahl von Infizierungen mit der neuen Influenza A/ H1N1 war verhältnismäßig unerheblich. Aufgrund der vorangegangenen Erfahrungen mit Pandemien konnte jedoch eine Verschärfung der Lage nicht ausgeschlossen werden, deshalb war es besonders wichtig auf eine eventuelle Zuspitzung der Krankheitsverläufe gut vorbereitet zu sein und weitreichende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
7. Wie war Deutschland auf eine Pandemie vorbereitet?
In der Bundesrepublik Deutschland wurde 2005 der nationale Pandemieplan erstellt, durch den die Rahmenbedingungen jeglicher Maßnahmen im Falle einer Pandemie verankert sind. Durch den Pandemieplan konnte eine schnellstmögliche Bestellung eines Impfstoffs gegen die Influenza A/H1N1 erreicht werden, welcher Ende Oktober vorhanden war. Zudem konnte die Verfügbarkeit von antiviralen Arzneimittel für bereits erkrankte Personen sichergestellt werden. Durch ein Überwachungs-und Bewertungssystem (Surveillance) konnten jegliche Informationen bezüglich des Krankheitsgeschehens rasch weitergeleitet und zielgenaue Maßnahmen entsprechend angepasst werden. Damit waren alle Krisenreaktionsstrukturen stets an die Lage angepasst und aktiv. Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte waren deshalb auf eine Bekämpfung sowie Verschärfung der Schweinegrippe sehr gut vorbereitet.
8. Beeinträchtigte der Pandemieplan das öffentliche Leben?
Bei einer großen Anzahl von Krankheitsfällen in Schulen und Kindergärten, wurden die betroffenen Einrichtungen für kurze Zeit geschlossen. Zudem mussten schulische Institutionen und Kindergärten vermehrt auf die Einhaltung diverser Hygieneregeln achten. Lehrer sollten beispielsweise im Unterricht dieser Thematik verstärkte Aufmerksamkeit schenken. Mit einem starken Anstieg an Erkrankungen konnten zudem größere Menschenansammlungen durch die Bundesländer untersagt werden, dazu gehörten auch Großveranstaltungen wie Fußballspiele.
9. Kann das Grippevirus A/H1N1 mutieren und gefährlicher werden?
Grundsätzlich ja. Experten befürchten verstärkt eine Veränderung des Erregers der Schweinegrippe. Sehr kritisch wird hierbei eine Verbreitung in Asien gesehen, denn je größer die Vermehrung des Virus ausfällt, desto größer ist die Möglichkeit, dass sich dieser mit weiteren zirkulierenden Viren mischt und zu einem sehr bedrohlichen Erreger mutiert. Vor allem durch die Kombination des Schweinegrippevirus A/H1N1 mit dem Virus der Vogelgrippe H5N1 könnte ein neuartiger, aggressiver und mitunter tödlicher Virussubtyp entstehen, wogegen der bisher entwickelte Impfstoff unwirksam ist.
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