Neue Influenza: H1N1 hält die Welt in Atem

- Die Schweinegrippe (Neue Influenza des Typs H1N1) ist ein neuer Erreger, gegen den Impfstoffe neu entwickelt wurden.
Von Frühling bis Herbst des Jahres 2009 hielt die Influenza H1N1, umgangssprachlich auch als Schweinegrippe bezeichnet, die Menschheit in Atem. Beinahe täglich wurden neue Infizierungen und Todesfälle verzeichnet, so dass die Grippeerkrankung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits Anfang April 2009 zur Pandemie erklärt wurde.
Viele waren aufgrund der rasanten Ausbreitung des Virus verunsichert und besorgt, selbst betroffen zu sein - vor allem nach einer Rückkehr aus dem Ausland. Eine umfassende Aufklärung über die Krankheit und deren Symptome sowie Auswirkungen kann jedoch dazu beitragen, die Verbreitung der Krankheit einzudämmen.
- Wirksame Impfung gegen die Schweinegrippe

Erstmals wurde gegen das H1N1-Virus ein Impfstoff entwickelt - und das innerhalb kürzester Zeit. In Deutschland gab es Diskussionen um die Kosten einer Impfung der Bevölkerung.
- Symptome & Behandlung der Influenza

Die Schweinegrippe kündet sich mit den Symptomen einer saisonalen Grippe an, verläuft aber oft deutlich schwerer. Als Behandlung gilt die herkömmliche Therapie gegen Grippe als ausreichend.
- Häufige Fragen zur Schweinegrippe (FAQ)

Unterschiedliche Quellen geben Auskunft zum Thema. Nicht immer werden alle Fragen ausreichend beantwortet. Alles wissenswerte zum Thema Schweinegrippe und den Pandemieplan für die Öffentlichkeit.
- Nützliche Tipps zur Vorbeugung und bei Erkrankung

Wichtige Ansprechpartner, Informationsquellen und neueste Entwicklungen zur Schweinegrippe. Außerdem Tipps, Bürgerhotlines der Länder und Reisehinweise zur Neuen Grippe.
- Reisehinweise: Diese Länder sollten Sie meiden

Die Reisehinweise zeigen, welche Reiseziele im Ausland nicht besucht werden sollten. Das verhindert die Ausbreitung von Krankheiten. Häufig werden Erreger über Touristen weitergetragen.
Allgemeine Informationen zum Virus A/H1N1
Die Influenza H1N1 ist eine Grippeerkrankung, die Anfang 2009 großflächig auftrat. Sie wurde durch das mutierte Grippevirus A/H1N1 verursacht. Die Erkrankung wird umgangssprachlich häufig als „Schweinegrippe“ bezeichnet. Durch die Vielzahl der infizierten Personen und die enorme territoriale Ausbreitung wurde die Influenza H1N1 Ende April 2009 durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als Pandemie deklariert.
Historie der Schweinegrippe
Der ursprünglich verursachende Erreger der Schweinegrippe H1N1 hatte sich innerhalb der Spanischen Grippe um 1918 etabliert, durch die mehr als 50 Millionen Menschen starben. Danach folgte eine Reihe von weiteren Influenzawellen des gleichen Typs: Zwischen 1947 und 1951 trat eine große Pandemie im Britischen Königreich und in Kanada auf. Während des Zweiten Weltkrieges verbreitete sich erstmalig die klassische Schweineinfluenza in Kanada, Brasilien, ganz Asien, Kenia, Großbritannien, der Tschechoslowakei und ab 1959 in Deutschland. Die Viren verschwanden zunächst, tauchten dann aber 1979 wieder in Norditalien auf. 1976 erschien eine erneute Grippewelle in den USA, gegen die zum ersten Mal ein Impfstoff eingesetzt wurde. Zwischen 1977 und 1978 forderte das H1N1 Virus, als „Russische Grippe“ bekannt, knapp 700.000 Todesopfer. Anfang des Jahres 2009 brach wiederholt die Grippeerkrankung H1N1 aus.
Entstehung des Virus A/H1N1
1930 wurde der Erreger H1N1 erstmals bei Schweinen nachgewiesen, wodurch er die Bezeichnung „Schweinegrippe“ erhielt. Diese Form der Viruserkrankung ist für Schweine nicht tödlich, kann aber auf den Menschen übergehen. In der Vergangenheit infizierten sich häufig Personen mit dem entsprechenden Virus, die direkten Kontakt mit Schweinen hatten. Es bestand hierdurch zunächst keine Ansteckungsgefahr für weitere Personen. Viren mutieren jedoch ständig, so dass sich verschiedene Typen des Grippevirus herausbilden können. Befinden sich ähnliche Viren in dem gleichen Wirt, so kann ein Zusammenschluss dieser Viren erfolgen, wodurch ein neues Virus entsteht. Der Erreger A/H1N1 ist deshalb eine gewisse Mischung der menschlichen Influenzaviren und der von Schweinen, wodurch letztendlich eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch möglich geworden ist.
Wirkungsweise des Grippeerregers
Ziel des Grippevirus ist es, sich mittels eines Wirtes (in diesem Fall: der Mensch, Vögel und Schweine) selbst zu erhalten und zu vermehren. Hierfür befällt er vorzugsweise die Atemwege seines Wirtes und nistet sich in einer Zelle ein. Von dort bilden sich dann bis zu 100.000 neue Grippeviren, diese werden freigesetzt und befallen wiederum neue Zellen bzw. einen neuen Wirt, wodurch eine rasante Ausbreitung des Erregers gewährleistet wird. Befindet sich der Erreger außerhalb eines Wirtes, so kann er bei einer Temperatur von 20 °C noch zwei bis acht Stunden überleben, jenseits der 70 °C ist für ihn jedoch ein Überdauern unmöglich.
Die Schweinegrippe in Deutschland
Im Vergleich zu vielen anderen Ländern, wie zum Beispiel Mexiko, verlief die Schweinegrippe in Deutschland relativ mild. Die ersten Fälle wurden am 29. April 2009 bestätigt, dabei handelte es sich um eine Frau aus Hamburg und zwei Männer aus Bayern. Nach und nach nahm die Zahl der Erkrankten zu und stieg innerhalb kurzer Zeit bis in die Tausenden. Am 25.09.2009 wurde der erste Todesfall durch die Schweinegrippe in Deutschland gemeldet. Die 31-jährige Frau aus Bremen starb an den Folgen der Krankheit. Sowohl die Anzahl der Erkrankten als auch der Todesfälle stieg in der Folgezeit immer weiter an.
Der deutsche Pandemieplan
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief im Juni 2009 auf Grund der Schweinegrippe die weltweite Pandemie aus. Auf einer Dringlichkeitssitzung beschlossen die WHO- Experten den Ausruf der höchsten aller sechs Warnstufen. Seit der Vogelgrippe im Jahr 2005 besitzt Deutschland einen nationalen Pandemieplan, der nach dem Ausruf der Stufe sechs durch die WHO in Kraft tritt. Er regelt das Handeln und Vorgehen bei einer internationalen Verbreitung einer Infektionskrankheit. In Deutschland gibt es 16 einzelne Pandemiepläne, da diese Länderweise umgesetzt werden. Im Großen und Ganzen stimmen sie aber in den meisten Punkten überein:
- Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel für die Folgen der Pandemie
- Anweisungen an das Medizinische Personal im Bundesland
- Koordination der Einsatzkräfte
- Bereitstellung von Quarantäne-Stationen für die Infizierten
- Bereitstellung von Grippemitteln
- Bereitstellung von Impfstoffen und Absicherung, dass dieser die Bevölkerung erreicht
- Anweisung der Schließung von öffentlichen Gebäuden (Schulen, Kindergärten, Museen u.s.w.) bei Verdacht
- Sicherstellung der kommunalen Grundversorgung
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