Gicht vorbeugen durch purinarme Kost

Gicht ist eine typische Erkrankung der Wohlstandgesellschaft. Nur mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung hin zur purinarmen Kost, lassen sich Gichtanfälle vermeiden. Purine sind als wichtiger Bestandteil des Erbmaterials in allen Zellen lebender Organismen vorzufinden. Der menschliche Körper bildet somit selbst Purine. Es werden ihm aber auch Purine über die Nahrung zugeführt. Im Körper selbst, werden diese schließlich teilweise zur Harnsäure abgebaut und über die Nieren aber auch dem Darm wieder ausgeschieden. Der normale Harnsäurewert eines gesunden Menschen liegt in der Regel zwischen 2 und 7 mg/dl. Ist dieser aus verschiedenen Gründen erhöht kann dies zu schmerzhaften Ablagerungen führen bis hin zu schwerwiegenden und schmerzhaften  Gichtanfällen.

Zu hohe Harnsäurewerte und Gicht

Liegt eine Störung des Harnsäurestoffwechsels vor, sammelt sich vermehrt Harnsäure im Blut an. Ab einem Wert von 6,5mg/dl ist die Löslichkeitsgrenze erreicht und es besteht die Gefahr einer Harnsäureausfällung. Dies bedeutet, dass die Harnsäure auskristallisiert und sich vermehrt in Gelenkkapseln, Knorpeln in den Ohrmuscheln aber auch den Nieren ansammelt. Am häufigsten betroffen ist das Großzehengrundgelenk. Es bilden sich sogenannte Gichtknoten, welche sehr schmerzhaft sind.

Purinarme und streng purinarme Kost

Bei entsprechender Veranlagung ist es daher angebracht durch eine entsprechende Ernährungsumstellung, d.h. einer purinarmen Kost, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und Gichtanfälle zu vermeiden. Je nach Diagnose des Arztes können zwei Formen der Ernährungsumstellung empfohlen werden:

  1. Purinarme Kost (max. 500mg Harnsäure pro Tag)
  2. Streng purinarme Kost (max. 300mg Harnsäure pro Tag)

Empfehlungen und Angaben werden in der Fachliteratur recht unterschiedlich gehandhabt. Zeitweise werden die Angaben zu Purinen gemacht. Allerdings ist es für den Laien einfacher, wenn Angaben in Harnsäurewerten dargstellt werden. Zum allgemeinen Verständnis entsprechen 1mg Purine in etwa 2,4 mg Harnsäure.

1mg Purine = 2,4mg Harnsäure

Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei Gicht

  • auf purinarme Lebensmittel achten
  • gekochte Lebensmittel stets bevorzugen
  • auf Alkohol gänzlich verzichten
  • max. 3 mal pro Woche Fleisch, Fisch oder Geflügel
  • mind. 2 Liter Flüssigkeit am Tag trinken
  • Essen und Trinken in Maßen

Purine in Lebensmitteln

Purine kommen in pflanzlichen und in tierischen Nahrungsmitteln vor. Konkrete Angaben zu Purin- bzw. Harnsäurewerten bestimmter Lebensmittel sind mit Vorbehalt zu betrachten. Denn der Puringehalt der Lebensmittel kann sehr stark schwanken. Je nach Lagerung oder Zubereitungsverfahren kann sich der Wert vergrößern oder verringern. So werden zum Beispiel durch das Kochen von Lebensmitteln teilweise Purine ausgespült.  

Außerdem sollte beachtet werden, dass auch Nahrungsmittel mit niedrigen Puringehalten dann eine wichtige Rolle spielen, wenn sie vor allem in großen Mengen verzehrt werden. Exzesse sind daher stets zu vermeiden.

Purinarme und Purinreiche Lebensmittel

Purinarme LebensmittelPurinreiche Lebensmittel
  • Gemüse und Obst  bis auf wenige Ausnahmen
  • Kartoffeln
  • Milch und Milchprodukte
  • Eier

  • Spinat, Rosenkohl, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte
  • Trockenfrüchte
  • Haut von Fisch und Geflügel
  • Innereien, Fleisch, Fisch
  • Schalen und Krustentiere

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